Im Jahre 2010 wurde der Pakt um den Projektansatz »Impuls 50plus« ergänzt: Rund 400 Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf werden hierüber betreut. Dabei steht ein auf die Einzelperson ausgerichtetes Coaching und die Teilnahme an speziellen Gruppenmaßnahmen – vom Gesundheitstraining bis zum EDV-Kurs – im Vordergrund.
Die intensive Arbeit mit der Altersgruppe »50plus« wird ermöglicht durch das Bundesprogramm »Perspektive 50plus« des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), in dessen Rahmen bundesweit mittlerweile 78 Beschäftigungspakte gefördert werden. Mit Beginn des Jahres 2011 geht das Bundesprogramm in seine dritte Programmphase. Franz Wucherpfennig, Sozialdezernent des Landkreises Göttingen und gegenüber dem BMAS gesamtverantwortlich für den Pakt, betont: »Während in der ersten Phase noch stark nach neuen Integrationswegen für die Zielgruppe gesucht wurde und die zweite Phase vom Gewinn neuer Paktpartner und der regionalen Erweiterung geprägt war, geht es jetzt zunehmend um Verstetigung und Überleitung bewährter Instrumente für die Zeit nach Programmende im Jahre 2015.«
Bis dahin stehen dem Beschäftigungspakt »50plus – Erfahrung zählt!« jährlich zusätzlich rund vier Miollionen Euro (im gesamten Förderzeitraum über 20 Millionen Euro) für die Aktivierungs- und Integrationsarbeit zur Verfügung.
Auf Einladung von Sozialdezernent Wucherpfennig trafen sich jetzt die Geschäftsführungen der sechs Jobcenter, um die mit der künftigen Programmteilnahme verbundenen Aktivierungs- und Integrationsziele abzustimmen und vorzustellen sowie Professor Dr. med Heyo Eckel als neuen »Botschafter 50plus« zu begrüßen. Professor Dr. med. Heyo Eckel, verdienter Mediziner und Ehrenpräsident der Ärztekammer Niedersachsen, hat sich zur Übernahme dieser Aufgabe bereiterklärt. Er erhielt seine Ernennungsurkunde aus den Händen von Petra Oppelt, Regionalberaterin der mit der Abwicklung des Bundesprogramms beauftragten Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (GSUB). Eckel wird die Gesellschaft, die Unternehmen und insbesondere die Akteure im Gesundheitswesen für die Belange der älteren Arbeitsuchenden sensibilisieren. Daneben wird er den Beschäftigungspakt in Fragen der Gesundheitsförderung Älterer beratend unterstützen.
»Arbeit zu haben bedeutet, ein befriedigendes und ausgefülltes Leben zu führen. Längere Arbeitslosigkeit kann krank machen. Dieser Zusammenhang ist in der deutschen Ärzteschaft schon seit längerer Zeit bekannt und durch verschiedene Studien belegt«, erklärt Eckel. »Jetzt kommt es darauf an, das Problem auf die operative Ebene zu holen und Lösungen zu erarbeiten. Das wollen wir im Rahmen unseres Beschäftigungspaktes angehen.« Bereits in diesem Jahr ist zur stärkeren Verankerung der Gesundheitsförderung älterer Arbeitsuchender im Beratungsprozess eine Tagung geplant, zu der die wichtigen mit der Gesundheitsförderung befassten Institutionen eingeladen werden sollen.
Jährlich sollen über 1.300 ältere Arbeitslose im Gebiet des Beschäftigungspaktes »50plus – Erfahrung zählt!« durch besondere Fördermaßnahmen wieder aktiv für den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Das Integrationsziel ist trotz steigender Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ehrgeizig: Rund 760 Personen jährlich sollen paktweit den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt finden. Die Jobcenterleitungen sind sich einig, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Wucherpfennig: »Wir wollen auch künftig auf den in der Vergangenheit bewährten Mix aus Methoden und Fördermaßnahmen zurückgreifen.«


