Weitere mögliche Anzeichen einer Migräne sind Schwindel und Übelkeit, bis hin zum Erbrechen. Betroffene sind oft äußerst empfindlich gegenüber Licht, Gerüchen und Geräuschen. Bei einem Teil der Migräne-Patienten geht eine sogenannte Aura voraus, die sich mit Sehstörungen oder Schwäche, Taubheit oder Kribbeln im Gesicht, an den Händen oder Beinen einer Körperseite bemerkbar machen kann. »Auch starke Stimmungsschwankungen und das Gefühl, dass alles in Zeitlupe abläuft, können Aura- und Migräne-Anzeichen sein«, ergänzt der Professor von der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum in Münster.
»Insbesondere bei Kindern kann dieses facettenreiche Krankheitsbild die Diagnose einer Migräne manchmal erschweren.« Migräne ist heutzutage gut behandelbar. Die Therapie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. »Für die Akuttherapie und die Prophylaxe existieren wirkungsvolle Medikamente. Besonders wichtig ist es jedoch, dass Betroffene ihre persönlichen Migräne-Auslöser herausfinden und versuchen, diese zu meiden. Mit Ausdauersport und dem Erlernen von Entspannungsmethoden können Betroffene selbst dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität der Migräne-Attacken zu verringern«, ergänzt Professor Evers.
Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa zwölf bis 14 Prozent aller Frauen und sechs bis acht Prozent aller Männer in Deutschland leiden darunter. Die erste Migräneattacke erleiden die meisten Frauen bereits zwischen dem zwölften und 16. Lebensjahr und Männer im Alter von 16 bis 20 Jahren.


