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Richtige Ernährung auf Fernreisen

Schutz vor Montezumas Rache / Aktueller Reisetipp der Verbraucherzentrale

Sommer, Sonne und Strand – da wird rasch vergessen, dass allzu sorgloses Reisen in fernen Ländern gehörig auf Magen und Darm schlagen kann. Heftige Übelkeit, Durchfall und Fieberschübe sind typische Symptome, die jedoch nicht immer sofort eindeutig diagnostiziert werden können. Verursacht werden die ernsten Erkrankungen meistens durch Viren, eine bakterielle Infektion mit Salmonellen oder durch den Kontakt mit verunreinigtem Trinkwasser. »Damit der Trip in die Ferne in jeder Hinsicht in guter Erinnerung bleibt«, erläutert Elke Tiebel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Göttingen, »sollten Reisende sich nicht nur vorsorglich impfen lassen, sondern auch einige Hygiene- und Ernährungshinweise strikt beachten.«

Einbeck (sts). Die Tipps der Verbraucherzentrale Niedersachsen: Lebensmittel und Speisen: Koch es, schäl es oder vergiss es! Starkes Erhitzen tötet Krankheitserreger ab, deshalb Eier, Fleisch, Fisch, GemĂĽse sowie Muscheln und andere Schalentiere nur gut durchgegart verzehren! Gerade Muscheln sind im gesamten Mittelmeerraum, aber auch im Atlantik, sehr häufig mit Hepatitis-A-Viren infiziert.

Auf Rohkostsalate und Speisen mit rohen Eiern – zum Beispiel mit Mayonnaise – sollte man in Afrika, Asien oder Lateinamerika ganz verzichten! Obst muss vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden – dazu immer abgepacktes Trinkwasser verwenden! Wer anschließend Orangen, Ananas oder Papaya mit einem sauberen Messer schält, entfernt die winzigen Übeltäter von den Früchten. Vorsicht ist auch angesagt bei Buffets, die in Hotels oft über mehrere Stunden von der Vorspeise bis zum Dessert das ganze Menü anbieten. Stehen die Speisen bei warmen Temperaturen lange auf dem Tisch, sind sie ein idealer Nährboden für Bakterien. Heiße, frisch gegarte Gerichte am Straßenrand sind kein Problem; wohl aber können Geschirr, Besteck oder der der Stand insgesamt hygienisch bedenklich sein.

Getränke und Eiswürfel: Zum Trinken oder Zähneputzen darf nur abgefülltes Trink- oder Mineralwasser aus der Flasche benutzt werden. Wasser aus der Leitung muss mindestens fünf Minuten abgekocht und anschließend gefiltert werden, um Bakterien und Parasiten zu verbannen. Industriell abgefüllte Biere, Säfte und Softdrinks können unbedenklich getrunken werden. Frisch gepresste Fruchtsäfte sind riskant, weil Fruchtpresse und Hände der Verkäufer nicht immer sauber sind. Bei Eiswürfeln und Shakes mit gecrashtem Eis darauf achten, dass die coolen Beigaben aus aufbereitetem Trinkwasser bestehen, ansonsten meiden. Übrigens: Ein Schnaps nach dem Essen wirkt nicht als Bakterienkiller.

Milch- und Eiprodukte: Keine ungekochte Milch trinken! Pasteurisierte Produkte sind unbedenklich. Auch von Rohmilchkäse – vor allem aus eigener Produktion – sollte man die Finger lassen. Desserts und Eiscremes, die rohe Eier enthalten, sind ebenfalls nichts für Schleckermäuler. In der Eisdiele oder am Softeisstand sollte ein guter Eindruck von den hygienischen Verhältnissen ausschlaggebend für den Griff nach einem Hörnchen oder Becher sein. Industriell abgepacktes Eis kann hingegen bedenkenlos geschleckt werden.

Telefonische Beratung gibt es zum Thema auch am Verbrauchertelefon unter 09001/797905, Montag von 10 bis 16 Uhr.

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    Letzte Aktualisierung: 17.05.2012