Das gemeinsame Engagement stärkt Stadt und Bürger

Zweiter Neujahrsempfang der »Initiative Einbeck« und der Werbegemeinschaft im Alten Rathaus / Große Resonanz

Beim zweiten gemeinsamen Neujahrsempfang der »Initiative Einbeck« und der Werbegemeinschaft fanden viele Gäste aus Wirtschaft, Politik, Schule und Handel ihren Weg in das Alte Rathaus. Stephan Freiherr von Stenglin, Präsident der Hauptverwaltung der Bundesbank in Hannover, referierte über die Auswirkungen der sogenannten Euro-Krise und die Entwicklungen aus Sicht der Notenbanken.

Viele Gäste folgten der Einladung der »Initiative Einbeck« und der Werbegemeinschaft und besuchten den zweiten gemeinsamen Neujahrsempfang in der Rathaushalle. Das Angebot zum Austausch wurde in vielen Gesprächen rege genutzt.
Viele Gäste folgten der Einladung der »Initiative Einbeck« und der Werbegemeinschaft und besuchten den zweiten gemeinsamen Neujahrsempfang in der Rathaushalle. Das Angebot zum Austausch wurde in vielen Gesprächen rege genutzt.
Einbeck (mru). Viele Helfer, Organisatoren und Sponsoren werden für ein Ereignis wie den Neujahrsempfang benötigt, so Petra Reimann,  Vorsitzende der »Initiative Einbeck«. Aus diesem Grund dankte sie allen, die diese Zusammenkunft realisiert haben. Sie freute sich, dass viele Partner aus den verschiedensten Bereichen gekommen waren, um in einem stilvollen Rahmen dieses Veranstaltung zu erleben. Gemeinsam mit den Vertretern der Werbegemeinschaft werde mit dem Empfang eine Möglichkeit geschaffen, Branchen besser zu vernetzen, Stärken zu fördern und den Fortschritt weiter voran zu treiben. Sie erklärte, dass eine gemeinschaftliches kontinuierliches Engagement für Einbeck ebenso eine Stärkung des Wohlbefindens eines jeden Bürgers sei.

Viele Menschen hätten am Anfang jedes Jahres gute Vorsätze und die Hoffnung, dass alles besser werde, so Christoph Bajohr, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, doch lösten sich einige Ansätze schnell in Luft auf. Da selbst Ratingagenturen und Wirtschaftsweise über das Jahr ihre Prognosen immer mehr anpassen würden, sei es das Beste, zum Jahreswechsel die Uhren auf Null zu stellen, um von Anfang an die Belange stetig voran zu treiben. Zwar gebe es ebenfalls die Ideen der Rückbesinnung und der Entschleunigung, doch seien diese in der Praxis schwer durchsetzbar, da kaum ein Betrieb über einen längeren Zeitraum die Arbeit ruhen lassen könnte oder sich aus dem Tagesgeschäft zurück ziehen würde. Er betonte, dass Einbeck wachsen müsse, dass der Masterplan verfeinert und der neue Geschäftsführer von »Einbeck Marketing« in nächster Zeit gewählt werde. Die Priorität aller sollte die Förderung der Heimatstadt sein, um das Juwel der Innenstadt zu erhalten und die Marke »Einbeck« zu steigern.

Als Beginn einer guten Tradition könne der Neujahrsempfang bezeichnet werden, so Bürgermeister Ulrich Minkner, da er zum zweiten Mal durchgeführt wurde und viele Vertreter aus unterschiedlichen Branchen und Bereichen anwesend seien. Er konzentrierte sich bei seiner Ansprache auf zwei Punkte, die Einbeck betreffen: die vergangene Kommunalwahl und die Fusion mit Kreiensen. Da es mit ihm und der »Jamaika«-Koalition nicht so gut geklappt hätte, freue es ihn, dass durch den überraschenden Wahlausgang 15 neue Mitglieder im Rat seien, die sich für Einbeck engagieren wollten und so neue Impulse einbringen würden. Was sich daraus in der Zukunft entwickele, das müsse man sehen, da ebenfalls die Fusion mit Kreiensen zum 1. Januar das kommenden Jahres anstehe. Auf Anregung und Druck von Innenminister Uwe Schünemann wurde der Zusammenschluss voran getrieben, der anscheinend passe, da Einbeck das Mittelzentrum der Umgebung sei. Weitere Pluspunkte der Vereinigung seien die Entschuldungshilfe und die Einwohnerveredlung, die längerfristig der vergrößerten Stadt helfen werde. Ab 2013 habe Einbeck etwa 33.000 Einwohner und 46 Ortsteile, so viele Ortschaften wie keinen andere Stadt in Niedersachsen. Minkner scherzte, dass er sich dann wie ein kleiner Landrat fühlen könnte, wenn er noch Bürgermeister sei.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Stefan Beumer, den Referenten, Stephan Freiherr von Stenglin vor, der in Celle geboren wurde und an der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel sein Abitur absolviert hätte. Er sei als Repräsentant der Bundesbank in Italien am Puls der Zeit und am Herz der Schulden gewesen, so Beumer. Am 1. August des vergangenen Jahres sei Stenglin zum Präsidenten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hannover für die Regionen Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bestellt worden.

In seinen einleitenden Worten erinnerte Stenglin, dass Einbeck zu früheren Zeiten von den Einwohnern sogar mal Hannover in den Schatten gestellt hätte. Als gebürtigem Niedersachsen sei ihm die Stadt natürlich ein Begriff, ebenso Dassel. Bei seiner Rückkehr in die Gegend seiner Abiturzeit falle ihm neben den Fachwerkhäusern die Einbecker Brauerei ein, da das Mai-Urbock ein »Sinn stiftendes Element« seines Internatslebens gewesen sei. Neben den »Leuchttürmen« der regionalen Wirtschaft, KWS und Brauerei, seien vor Ort viele weitere mittelständische Betriebe, von Automobilzulieferern bis hin zu Unternehmen der Umwelttechnik, die eindrucksvoll belegten, dass die Stadt eine gute Verbindung zwischen Tradition und Moderne geschafft habe. 

In seinem Vortrag sprach er über die sogenannte Euro-Krise. Er habe absichtlich das Wort »sogenannte« im Titel mit aufgeführt, denn im Sinne der internen oder externen Stabilität der Währung gebe es keine Krise – die Inflationsrate sei gering und das Austauschverhältnis des Euros stabil. Im Grunde seien die Probleme auf dem Finanzmarkt mit der Titulierung gemeint, die durch den amerikanischen Immobilienmarkt, den Vertrauensverlust der Banken und die Staatsverschuldungen der EU-Länder geprägt waren. Seit 2009 sei jedoch eine kontinuierliche Stärkung und Steigerung in vielen Bereichen ersichtlich, da das innländische Kreditrisiko stark gesunken und die Kundeneinlagen gestiegen seien. In Deutschland werde die Situation in der Wirtschaft als gut bezeichnet, da die Entwicklung der binnenwirtschaftlichen Faktoren auf eine aufwärts gerichtete Konjunktur schließen lasse. Diese Prognose beruhe auf der Annahme, dass die Staatsschuldenkrise nach und nach überwunden werde und sich nicht weiter zuspitze, so der Referent.

Er erklärte, dass die Ursachen der Staatsschuldenkrise, je nach betroffenem Land, sehr unterschiedlich waren. Allgemein gesehen habe es in den Staaten über einen längeren Zeitraum wirtschaftliche Fehlentwicklungen gegeben. Zwar gebe es in jedem Land eine Eigenverantwortung in der Politik, so dass jeder Staat nur für sich hafte, sowie den Stabilitäts- und Wachstumspakt als Regelwerk, doch wurden Regeln und Gesetze nicht eingehalten. Bei Verletzungen der Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes habe es nicht automatische Sanktionen gegeben, sondern es wurde von den anderen Mitgliedsländern nur darüber gesprochen, getreu dem Motto: »Ich bestrafe dich heute nicht, wenn du mich morgen nicht bestrafst.«

Da permanente Rettungsfonds irgendwann an Grenzen stoßen würden und Staatsanleihen kontraproduktiv wirken könnten, sei durch dieses Vorgehen die Unabhängigkeit der europäischen Zentralbank bedroht. Daher müssten die Staatshaushalte der Euro-Länder saniert, Strukturreformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Förderung des Wachstums geschaffen sowie die Architektur der Wirtschaftsunion stabilisiert werden. Deutschland habe momentan einen guten Stand, doch dürften in anderen Ländern ebenfalls die Regeln nicht »verwässert« werden. Nur durch eine erhöhte Eigenverantwortung der einzelner Staaten seien bessere Finanzpolitik sowie Vertrauensgewinn möglich. Er erklärte, dass die Mitgliedsländer, die Risiken eingehen, ebenfalls die Folgen tragen müssten. Abschließend betonte Stenglin, dass die Deutsche Bundesbank weiter ein wachsames Auge auf die Entwicklungen haben werde, da mit dem Fiskalpakt eine Reglementierung der Haushaltsregeln geschaffen wurde, die stärkere Automatismen und Bindungswirkungen enthalte, um dem Euro und die Wirtschaft zu stabilisieren.  
Musikalisch wurde der Neujahrsempfang von dem Duo »FreeQuenz« begleitet. Viele Gäste blieben nach dem Vortrag noch lange im Alten Rathaus und nutzten das Angebot zum regen Austauschen, so dass etliche interessanten Gespräche geführt wurden.

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