Vor dem Hintergrund des jĂŒngst beschlossenen Zeitfahrplans fĂŒr den Einstieg in den Ausstieg aus der Atomenergie war der erste Themenblock von hoher AktualitĂ€t. An das Gewissen als Verbraucher appellierte Helmar Breuker (JU), der auf die tragende Rolle erneuerbarer Energien verwies. In den Augen von Max Noll (JG) erweist sich Atomenergie als ĂŒberflĂŒssig; ihre nun auch lĂ€ngerfristige Existenz verdanke sie nicht zuletzt dezenter Lobbyarbeit. Auf das Problem der Endlagerung von AtommĂŒll gingen Adrian Schlinsog (Jusos) und Thomas Möhle (JuLis) ein, wobei die besondere Rolle Niedersachsens als »Atomklo« fokussiert wurde. Als Gegengewicht fĂŒr die LaufzeitverlĂ€ngerung von Atomkraftwerken soll die Förderung regenerativer Energien stehen, aber wer wird den AnstoĂ zu dieser Förderung geben? Auf diese Frage des Moderators Johannes Coenen, SchĂŒler der Goetheschule, antworteten die Jungpolitiker mit dem Hinweis auf die Macht der Atomkonzerne, die mitnichten förderlich sei fĂŒr die energiepolitische Wende.
Auch der zweite Themenkomplex »Wehrpflicht« zeichnete sich durch AktualitĂ€t aus. Ăbereinstimmend sprachen sich die Vertreter der unterschiedlichen Parteien fĂŒr die Aussetzung der Wehrpflicht aus, die im Prinzip beschlossen sei. Die Wehrpflicht habe sich angesichts asymmetrischer KriegsfĂŒhrung ĂŒberholt. Die Sicherheit stelle neue Anforderungen. Als strittig erwies sich die Frage nach einem möglichen Einsatz der Bundeswehr bei Terrorbedrohung im Inneren. Untrennbar verbunden mit der Frage nach der Wehrpflicht ist die Frage nach dem Zivildienst. Hier verwies der Vertreter der Jungen Union auf eine notwendige AttraktivitĂ€tssteigerung des Freiwilligen Sozialen Jahres, und dies nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern durch ein mögliches Bonussystem fĂŒr das Studium. Max Noll von den Jungen GrĂŒnen hob die Relevanz fĂŒr den medizinischen Bereich hervor, der teilweise ohne derartige UnterstĂŒtzung zusammenzubrechen drohe. Auch die Altenpflege sei betroffen.
Die gesamte Diskussion zeichnete sich durch ein hohes MaĂ an Ăbereinstimmung politischer Argumentation und Zielrichtung aus. Der Umgangston war freundlich-freundschaftlich und bezeugte die Jungpolitiker verbindende Motivation, zuzuhören und zu lernen. Aber nicht nur diese FĂ€higkeiten wurden genannt als Antwort auf die Frage, warum sie sich parteipolitisch engagieren. Auch das Mitgestalten vor Ort, im Moment an der möglichen EinfĂŒhrung einer Gesamtschule sichtbar, sei reizvoll. Ebenso attraktiv sei das Mitgestalten der Bundespolitik, auf die die Basis durchaus zugreifen könne, wie das Beispiel der Zusatzverdienstmöglichkeiten fĂŒr Kinder aus Hartz IV-Familien im Rahmen von Ferienjobs zeige. Zu sehen, dass man etwas bewegen kann, sagen kann: »Es geht!«, das ist der Lockruf in die Politik.
Wer gestaltet die Zukunft? Diese Frage beantworteten die Politiker mit dem Blick auf die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die die Gestalter der Zukunft seien. Dass sie die Gestalter sein können, zeigte die Diskussion, in der aus den SchĂŒlerreihen direkt Fragen an die Politiker formuliert wurden. Als Gestalter der Diskussion ĂŒberzeugte das Moderatorentrio Manon Bertram, Alexander Carsten und Johannes Coenen, das souverĂ€n und stringent die Veranstaltung leitete. FĂŒr eine angemessene Akkustik sorgte das bewĂ€hrte Team um Eike Sprecher.



