Der nÀchste Verletzte wird vom Alten Rathaus gemeldet. Hier haben die DRK-SanitÀter einem jungen Mann bereits den Kopf bandagiert, auch er ist nach eigenen Angaben mit einem Bierglas geschlagen worden. Er fÀhrt mit ins Krankenhaus, seine Freunde können den Beamten zusammen mit Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes eine Personenbeschreibung des möglichen TÀters geben.
Noch wĂ€hrend die Personalien der Zeugen festgehalten werden, bittet das DRK um UnterstĂŒtzung: Am SanitĂ€tsstand vor dem Alten Rathaus sitzt eine »hiloPe«, eine hilflose Person, auf dem Klappstuhl. Dort hat sich der soeben noch taumelige junge Mann allerdings vor die eigenen FĂŒĂe erleichtert, und prompt scheint es ihm besser zu gehen. Immerhin ist der Besucher von auĂerhalb nun soweit fit, dass er mit dem Handy seinen Kumpel anrufen kann, bei dem er die Nacht verbringen will - unsicher, aber zielstrebig schwankt er von dannen. Ein anderer schwer alkoholisierter Mann ist am Teichenweg von seinen Zechkumpanen im Stich gelassen worden. Die Streife rĂŒckt nach einem Anruf aus und sorgt fĂŒr sichere Heimkehr.
Kurz darauf wird der mögliche SchlĂ€ger vom Alten Rathaus im dichten GetĂŒmmel tatsĂ€chlich entdeckt, allerdings im Zusammenhang mit einer anderen Rauferei, diesmal am Möncheplatz. Er schildert den Tathergang komplett anders als das Opfer; dazu benennt er etliche weitere Zeugen, der Pulk muss aber vor der Wache warten. Was sich genau ereignet hat, wird sich erst im Rahmen der Zeugenbefragungen ergeben, die die Polizei in den nĂ€chsten Tagen vornimmt.
Mehrfach werden Rangeleien gemeldet, und wĂ€hrend die Polizei in einem Fall noch schlichtend eingreift, kommt es ein paar Meter weiter zur nĂ€chsten SchlĂ€gerei. Bei den Streifen haben die Beamten auĂerdem gerade auf dem Möncheplatz, der besonders Jugendliche anzieht, ein Auge auf diejenigen, die dort mit Flaschen in der Hand stehen. »Ooch nee, nicht schon wieder« - die junge Frau, deren Ausweis kontrolliert wird, ist Mitte 20, sieht aber zehn Jahre jĂŒnger aus.
Jetzt ist sie genervt, spĂ€ter wird sie sich darĂŒber vermutlich mal freuen. Der nĂ€chste »Kandidat« sieht seinen Fehler gleich ein: Der Inhalt der Mega-Dose Bier verschwindet im Rinnstein, mahnende Wort gibtâs ebenfalls. Die volltrunkenen Zwölf- oder 13-jĂ€hrigen, die aufmerksame Zeugen auf der Wache melden, werden von den rasch ausrĂŒckenden Beamten nicht mehr angetroffen - hoffentlich haben sie Hilfe bekommen.
Ein besonders schwerer Fall von Körperverletzung weit nach Mittagnacht im Hören, sowohl ein Passant als auch ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes machen Meldung im Revier: Jemand sei geschlagen worden, gegen ein Metalltor getaumelt, das sich öffnete, und rĂŒckwĂ€rts mit dem Kopf auf den Asphalt geknallt. Die RettungskrĂ€fte haben hier alle HĂ€nde voll zu tun, denn es gibt noch ein weiteres, weniger schwer verletztes Opfer. Der TĂ€ter ist geflohen. Mit den Zeugen geht es zur weiteren Bearbeitung des Falls in die Schreibstube. FĂŒr den Verletzten endet das Eulenfest leider im Rettungswagen Richtung Göttingen.
Da die Schlagzahl der EinsĂ€tze sich zwischenzeitlich erhöht hat und mit fortgeschrittener Stunde der Alkoholpegel bei den Besuchern steigt, die Reizschwelle aber sinkt, ist VerstĂ€rkung angefordert: Aus Göttingen kommen zwei HundefĂŒhrer, auĂerdem sind Kollegen aus Northeim da, und Gandersheimer könnten bei Bedarf ebenfalls noch ausrĂŒcken.
Auf den BĂŒhnen geht verabredungsgemÀà um Mitternacht das Licht aus, die StĂ€nde und FahrgeschĂ€fte schlieĂen ab 1 Uhr oder etwas spĂ€ter. »Jetzt wirdâs hoffentlich ruhiger«, heiĂt es gegen 3 Uhr. Noch immer sind viele Besucher unterwegs, es ist mitunter laut - aber kein Grund zum Eingreifen. Nun haben die Beamten erstmals Gelegenheit, das, was vorhin im Schein der Taschenlampe vor Ort in die MerkbĂŒcher geschrieben wurde, zu ĂŒbertragen. Zwischendurch war keine Zeit dazu, mancher kalt gewordene Kaffee wurde weggeschĂŒttet, und wohl dem, der sich vor der Schicht ordentlich gestĂ€rkt hatte. Bis zum Morgen ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt - wenn die anderen feiern.


