»Zeigen, wozu Klang und Raum in der Lage sind«

Gandersheimer Dommusiktage warten auch bei ihrer 20. Auflage mit einem virtuosen Musikprogramm auf / McAllister eröffnet

Am Sonnabend, 11. September, beginnen die 20. Gandersheimer Dommusiktage unter dem Motto »Europa klingt«. Intendant Martin Heubach ruft alle Interessierten auf, die »hochklassige Musik näher kennenzulernen«. In Einbeck stellte er das Programm bei Fiat-Garthen vor. Inhaber Bernd Garthen unterstützt die Dommusiktage seit mehreren Jahren.

Einbeck/Bad Gandersheim (tc). Â»Wir wollen zeigen, wozu Klang und Raum im Zusammenspiel in der Lage sind«, so Heubach. Besondere Erwähnung finden die »Musiken zur Nacht«: Diese sind »Schnupperkonzerte«, die allen Besuchern die Klassik näherbringen sollen. Der Eintritt zu den drei Kurzkonzerten ist frei.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung durch den niedersächsischen Ministerpräsident David McAllister, die um 19.30 Uhr in der Stiftskirche stattfindet, wird beim Brunch zum 75. Geburtstag von Arvo Pärt am 11. September ab 11 Uhr ein Film über das Leben des Komponisten im Roswitha-Gymnasium gezeigt. »24 Preludes for a fugue« lautet der Titel des Dokumentarstreifens von Dorian Supin, der den Künstler drei Jahre lang bei Proben, Auftritten und Seminaren begleitete.

Nach der Eröffnungsansprache des Ministerpräsidenten beginnt das Sinfoniekonzert »In einem anderen Licht«. Das Ensemble Résonance Vocale spielt gemeinsam mit dem EuryArt Eurythmie-Ensemble Göttingen und dem aus dem ukrainischen Lviv stammenden Akademischen Symphonieorchester »Da Pacem« und »Lamentate« von Arvo Pärt sowie die Symphonie Nr 3. c-moll von Camille Saint-Saëns. Besonders die französischen Werke kämen in der Stiftskirche gut zur Geltung, da die dortige Orgel aus Frankreich stamme und mit ihr die für diese Musik nötigen weichen Töne möglich seien, so Heubach. Eine Einführung in das Konzert beginnt bereits um 18.30 Uhr im Kaisersaal.
Ein »Konzert für die ganze Familie« gibt es am kommenden Sonntag, 12. September, in der St. Martins-Kirche in Greene. Das Westukrainische Akademische Symphonieorchester Lviv wird hier schwungvolle Klassiker zum Besten geben. »Neue Welt trifft alte Welt« heißt es dann am kommenden Montag, 13. September, ab 19.30 Uhr im Biotechnikum der KWS in Einbeck. David Gazarov und die Klazz Brothers ziehen in ihrem Programm »Chopin lounge« alle Register. Pianist Gazarov beginnt mit Werken von Frédéric Chopin und gelangt durch Improvisationen zu Jazzstandards und Eigenkompositionen. Begleitet von den Klazz Brothers Kilian Forster am Kontrabass und Tim Hahn am Schlagzeug entwickelt sich ein musikalisches Gesamtkunstwerk mit Jazz- und Klassikelementen.
Bei »Europa in der Musik« singt Sopranistin Monika Mauch Kantaten zu Kammermusik am Dienstag, 14. September, ab 19.30 Uhr in der Stiftskirche. Das Konzert gibt mit Stücken von Couperin, Montéclair, Schenck, Marais und Telemann einen Einblick in die Musik, die durch kulturellen Austausch im 17. und 18. Jahrhundert entstanden ist. Anschließend gibt es ab 22 Uhr die erste von drei 30-minütigen »Musiken zur Nacht« im Dom. Holger Mantey am Flügel webt einen Klangteppich besonderer Art, um den Tag ausklingen zu lassen.

Am Mittwoch, 15. September, wird es ab 19 Uhr italienisch im Kloster-Café Brunshausen: Ina Rudolph liest aus Kochbüchern Donna Leons, Pianist Holger Mantey liefert musikalische Impressionen dazu. Das Publikum wird im Rahmen dieses »kulinarisch-musikalisch-italienischen« Abends unter dem Motto »Italien mit allen Sinnen« natürlich auch mit italienischen Speisen verwöhnt. Im Anschluss steht die zweite »Musik zur Nacht« an. Diesmal wird Trompetenmusik aus Westeuropa mit Orgelbegleitung geboten.

Spanische Gitarrenmusik vom 15. bis 20. Jahrhundert spielt Joachim Gassmann am Donnerstag, 16. September, in der Weißenwasserkirche Kalefeld ab 19.30 Uhr. Auch dieser Abend wird wieder mit einer »Musik zur Nacht« im Bad Gandersheimer Dom ab 22 Uhr abgerundet: Das Göttinger Barockorchester und das Ensemble Résonance Vocale spielen »Buxtehude – Kantate zur Nacht«. Bei der Weltbühne Heckenbeck steht am Freitag, 17. September, ein Candlelight-Dinner mit den »Borboletas« auf dem Programm. Ab 19.30 Uhr entführt das Jazz-Duo die Besucher in die »Neue Welt«. Ebenfalls am Freitag wird die musikalische Tradition Weißrusslands, das Cymbal, in der St. Laurentius-Kirche in Kaierde erklingen. Mit Harfenbegleitung spielen Irina Shilina und Sylvia Hansen Musik »Vom Ural bis zm Balaton«.

Zum 20. Jubiläum findet auch eine Festivalbegegnung mit »camerata freden« am Sonnabend, 18. September, statt. Ab 19.30 Uhr spielen die Musiker Werke von Schumann und Bach in der Stiftskirche. Europäische Mehrchörigkeit des 16. und 17. Jahrhunderts kann dann am Sonntag, 19. September, ab 18 Uhr im Dom erlebt werden. Das Abschlusskonzert erzeugt ein besonderes Klang- und Raumerlebnis durch abwechselnde Aufstellungen an verschiedenen Plätzen in der Kirche. »Monteverdi & friends« zaubern mit dem »Kosmos im Klang« ein unvergessliches Tonerlebnis.

Zwei musikalische Gottesdienste runden die Dommusiktage ab: Jeweils sonntags am 12. und 19. September ab 10 Uhr wird in der Stiftskirche Bad Gandersheim musiziert und Gottesdienst gefeiert. »Das gesamte Programm besteht aus hochklassigen Musikern, die hervorragende Unterhaltung bieten«, sagte Intendant Martin Heubach. Es sei ein »akustisches Erlebnis, das nicht durch CDs reproduzierbar ist«. Karten gibt es für die Veranstaltungen unter Telefon 05382/981612.

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