RSS Twitter

Die Rosshaarspinnerei Jarand und der Supermarkt

Einbeck (wk). Die Luftaufnahme zeigt einen Teil Einbecks, von dem heute fast nichts mehr existiert. Nur der Bereich ganz unten im Bild ist in etwa noch so vorhanden – ebenso wie der abzweigende Weg von der alten B3 (links Mitte). Den größten Bereich der Aufnahme stellt das Gelände der Rosshaarspinnerei Jarand dar. Am Gebäude ist deutlich zu lesen: »FR. JARAND – Rosshaarspinnerei – Gummifabrik«. In einer alten Werbeanzeige heiĂźt es: »Fr. Jarand liefert das Beste in Bezug auf Polsterhaar fĂĽr Polstermöbel, Polsterkissen.

Matratzen, Autositze. Als Spezialität werden weiterhin angefertigt Polstermatten, sogenanntes Schnellpolster«. Die Firma hatte ihren Sitz am Altendorfer Tor 24. Heute befindet sich hier ein großer Supermarkt. 1983 berichtete das Niedersachsen Echo von einem »Konflikt im beschaulichen Einbeck«. Der Journalist Peter von Sassen erklärte das »Problem«: »Der innerstädtische Einzelhandel fürchtet die übermächtige Konkurrenz eines Selbstbedienungswarenhauses am Rande Einbecks. Dieser SB-Markt will seine jetzige Verkaufsfläche fast verdoppeln, und Einzelhandelsverband und Industrie- und Handelskammer warnen vor dieser Vergrößerung, weil sie eine Verödung der Innenstadt voraussagen. Natürlich fürchten auch die Kaufleute der kleineren Läden um ihre Existenz, doch CDU und SPD im Rat sind für den Ausbau – und so ist der Ärger da«. Es folgt ein Einspielfilm über die Altstadt. »15 Millionen sind in die Sanierung des mittelalterlichen Stadtkerns geflossen, doch es hat sich gelohnt: Moderne Einzelhandelsgeschäfte fügen sich harmonisch in die alte Bausubstanz«. In den folgenden 25 Minuten der Sendung diskutierten Kontrahenten und Befürworter den Bau des SB-Warenhauses. In einem der »größten Modehäuser Einbecks« erläuterten vier Vertreter der einheimischen Geschäfte ihre Argumente gegen das SB-Warenhaus. Moderator Dieter Haasis fragte, ob die Furcht nicht ein wenig übertrieben sei. »Sicherlich nicht«, denn so entsteht eine Stadt vor der Stadt, die Kaufkraft aus der Innenstadt abzieht.

»Durch die Vergrößerung kommt sicherlich kein Kunde mehr nach Einbeck rein«. »Wir befürchten, dass gerade unsere historische Stadt Einbeck durch diese Verlagerung der großen Märkte innen lahmgelegt wird«. Der Vertreter der Industrie- und Handelskammer sah die Ausgewogenheit »der Struktur dieser Vertriebssorten ganz empfindlich gestört. Wir haben die Befürchtung aufgrund der ernüchternden Zahlen über die Stadt Einbeck und die Handelsstruktur, die Kaufkraft und das Umsatzvolumen, dass Einwirkungen auf die Innenstadt mit einer Erosion, mit einem Ausbluten nicht auszuschließen sind«. Die Planungshoheit liegt bei den Gemeinden, »die sich über die langfristigen Folgen dieser Ansiedlungen überhaupt nicht klar sind«. Stadtdirektor Lampe hatte 1981 versprochen, keine neuen Verkaufsflächen zu genehmigen. Am 15. Fe-bruar 1983 stimmte der Rat »in einer glasklaren Mehrheitsentscheidung« dem Bebauungsplan zur Neuansiedlung des Warenhauses zu.

»Zu dieser Aussage stehe ich noch heute«, sagte Lampe »man muss das nur differenzieren. Ich habe seinerzeit gesagt, ich werde keine Neuansiedlung mehr zulassen. Heute handelt es sich darum, eine seit Jahren in Einbeck ansässige Firma eventuell umzusiedeln«. Bürgermeister Dörge sah keine Gefährdung für die Geschäfte in der Innenstadt: »Wir haben gemeinsam mit der Verwaltung Gutachten in Auftrag gegeben, die uns nach sorgfältiger Auswertung bei meiner persönlichen Meinung die Gewissheit geben, dass die Auswirkungen, die die Geschäftsleute in der Innenstadt insgesamt befürchten, wahrscheinlich, nach höchster Wahrscheinlichkeit nicht eintreten können«.

Die »alte Fabrik« wurde bald danach für den Neubau des SB-Warenhauses abgerissen. Heute sind alle Grundstücke rundherum von verschiedenen Firmen und Geschäften belegt. Die Zeiten haben sich geändert. Von den vier Geschäftsleuten aus dem Interview ist nur einer in der Innenstadt geblieben. Die Geschäfte des zweiten und dritten sind längst Geschichte – der vierte entschloss sich schließlich selbst zur Erweiterung und siedelte sich ganz in der Nähe des Warenhauses an.
Anzeige
31.10.2014

»Lesestart«-Bücherfest in der Stadtbibliothek Einbeck

Einbeck (oh).  Zwölf dreijährige Mädchen und Jungen des Kindergartens Brunsen machten mit Petra Störmer, Erzieherin und Leiterin des Kindergartens, einen Ausflug in die Stadtbibliothek Einbeck, in die Bibliotheksleiterin Antje Bach mit ihrem Team zum ersten »Lesestart-BĂĽcherfest« eingeladen hatte. Es gab Vorlesegeschichten, Bilderbuch-Kino, Mal-SpaĂź und Leckereien fĂĽr die Kinder sowie einen Lesestart-Gutschein vom Förderverein der Stadtbibliothek Einbeck fĂĽr die Eltern der Drei­jährigen. ...
31.10.2014

Unbekannte erbeutet mit Bettel-Trick 50 Euro

Einbeck/Northeim (ots).  Ein 75-jähriger Mann ist am Mittwoch, 29. Oktober, gegen 13.30 Uhr in der Northeimer FuĂźgängerzone Opfer eines Trickdiebstahls geworden. Am Mittag hatte ihn eine junge Frau auf dem Markt um eine Spende fĂĽr eine Sprachschule gebeten. Als der Rentner seine Geldbörse herausnahm, hatte ihm die Unbekannte ein Klemm­brett zur Unterschrift vorgehalten und dabei unbemerkt 50 Euro Scheingeld aus dem Portmonee gezogen. Die sĂĽdländisch aussehende Trickdiebin mit dunklen Haaren soll etwa 16 bis 18 Jahre alt und zirka 1,60 Meter groĂź sein. Sie war mit einem auffällig bunt-geblĂĽmten Kopftuch und einem dunklen Rock bekleidet. ...
31.10.2014

Hospizgruppe bietet Grab-Gestecke an

Einbeck (oh).  Zwölf dreijährige Mädchen und Jungen des Kindergartens Brunsen machten mit Petra Störmer, Erzieherin und Leiterin des Kindergartens, einen Ausflug in die Stadtbibliothek Einbeck, in die Bibliotheksleiterin Antje Bach mit ihrem Team zum ersten »Lesestart-BĂĽcherfest« eingeladen hatte. Es gab Vorlesegeschichten, Bilderbuch-Kino, Mal-SpaĂź und Leckereien fĂĽr die Kinder sowie einen Lesestart-Gutschein vom Förderverein der Stadtbibliothek Einbeck fĂĽr die Eltern der Drei­jährigen. ...
31.10.2014

Kein Stickstoff auf die Felder

Dassel (lwk).  Nach Aussage der Fachberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beginnt die gesetzliche Sperrfrist fĂĽr Ackerland am 1. November und fĂĽr GrĂĽnland am 15. November. Sie endet in beiden Fällen am 31. Januar. Verstöße gegen die in der DĂĽngeverordnung definierten Zeiträume gelten als Ordnungswidrigkeit und werden mit BuĂźgeldern geahndet. Die Sperrfrist gilt fĂĽr MineraldĂĽnger, GĂĽlle, ­Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, GeflĂĽgelkot und viele Klärschlämme. Ausgenommen ist Stallmist, dessen Stickstoff organisch gebunden ist und nicht ausgewaschen werden kann. ...