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Barock, Romantik und »Plink Plank Plunk«

Konzert von »CantArte« und Kirchen- und Kammermusikkreis | Viel Applaus für die Ausführenden

Vor kurzem lud das Gesangsduo »CantArte« mit Bettina Scherer, Sopran, uns Dietrich Borchardt, Bariton, zu einem gemeinsamen Konzert mit dem Kirchen– und Kammermusikkreis unter der Leitung von Kreiskantorin Ulrike Hastedt in die Marktkirche ein. Eröffnet wurde der Abend mit dem »Laudamus Te« aus dem Credo des venezianischen Barockkomponisten Antonio Vivaldi, bei dem »CantArte« vom Kirchen- und Kammermusikkreis begleitet wurde.

Einbeck (oh). Bereits bei diesem StĂĽck zeigten sich Sänger und Musiker bestens disponiert, sodass das Publikum allen Grund hatte, sich auf das weitere Programm zu freuen.

Zunächst folgten zwei Sologesänge. Dietrich Borchardt interpretierte das Lied »Auf den FlĂĽgeln des Gesangs« eine Komposition Felix Mendelssohn-Bartholdys nach einem Text aus Heinrich Heines »Buch der Lieder«. Bettina Scherer  brachte eine Arie aus Georg Friedrich Händels Oper »Rinaldo« zu Gehör: »Lascia ch´io pianga« (Lass mich mein grausames Schicksal beweinen). WĂĽrdiger und ergreifender, aber auch genĂĽsslicher als mit dieser Melodie ist wohl niemals wieder getrauert worden.

Zwei Instrumentalstücke des Kirchen- und Kammermusikkreises führten die Zuhörer ins 20. Jahrhundert. »A Trumpeters Lullaby« und »The Syncopated Clock« stammen aus der Feder des amerikanischen Komponisten Leroy Anderson (1908 bis 1975). Seine Kompositionen »The Typewriter« aus dem Film »Der Ladenhüter« (1963) mit Jerry Louis und »Sleight Ride« aus dem Film »Schlaflos in Seattle« dürften hierzulande noch am ehesten bekannt sein. Anderson war für seine originellen Instrumentierungen bekannt. So spielten in einigen seiner Stücke Schreibmaschinen, Sandpapier oder Schlittenglocken mit. Auch ließ er die Instrumente Klänge imitieren – wie zum Beispiel eine Standuhr in dem Stück »The Syncopated Clock«.
Im Anschluss sang »CantArte« »Io t´abraccio« (Ich umarme dich) – das Wiedersehensduett von Bertarido und Rodelinda aus der gleichnamigen Oper von Georg Friedrich Händel.

Mit der von Bettina Scherer vorgetragenen schlichten Da-Capo-Arie »Künft´ger Zeiten eitler Kummer« trat eine ganz andere Seite G.F. Händels zutage. Händel, eher als Schöpfer prunkvoller Opern und opulenter Oratorien bekannt, machte mit der Vertonung der »Neun deutschen Arien« des Hamburger Dichters Barthold Heinrich Brockes (1680 bis 1747) einen Ausflug in die Welt des intimeren Vortrags. Bemerkenswert ist außerdem, dass Händel, zur Entstehungszeit (1724 bis 1727) bereits 16 Jahre in London lebte, sich seiner Muttersprache zuwandte und sich nicht wie für seine Opern des Italienischen oder für die Oratorien des Englischen bediente. Komponiert wurde das Stück für Solostimme, Basso continuo und ein Melodieinstrument – hier Hubert Schmidt vom Kirche- und Kammermusikkreis an der Geige.

Dietrich Borchardt schloss sich mit seiner Interpretation einer Komposition von Richard Strauss (1864-1949) an: Die Nacht, ein Gedicht des österreichischen Dichters und Juristen Herman von Gilm zu Rosenegg (1812 bis 1864). Strauss hat mehrere der Gilmschen Gedichte vertont. Auch Gottfried Benn schätzte den hierzulande wenig bekannten Dichter sehr.

Mit Bettina Scherer ging es wieder 120 Jahre zurück in die Welt Georg Friedrich Händels und in seine Oper Julius Cäsar. Die Oper spielt zur Zeit des Aufenthaltes Julius Cäsars in Ägypten. Die Arie »V´adoro pupille« (Ich bete euch an, Pupillen) ist Teil einer Paradeszene zu Beginn des 2. Aktes, in der es um die Verführung Cäsars geht. Julius Cäsar ist die am zweithäufigsten unter Händels Leitung aufgeführte Oper (38-mal).
Der Kirchen- und Kammermusikkreis entfĂĽhrte das Publikum wieder in das Reich der leichten Muse. »Forgotten Dreams« und »Plink Plank Plunk« stammten wieder aus der Feder von Leroy Anderson. Durch die liebliche Melodie von  »Forgotten Dreams« fĂĽhlt man sich ein bisschen in die in Kindheit zurĂĽckversetzt – die perfekte Musik, um an einem verschneiten Weihnachtsmorgen aufzuwachen.

Bei dem Titel »Plink Plank Plunk« fragt man sich:Was will mir der Komponist damit sagen - bis man die ersten Töne gehört hat. Das gesamte StĂĽck wird nämlich ausschlieĂźlich Pizzicato gespielt und  plink, plank, plunk sind die ersten drei Töne des StĂĽckes.

In dem Duett »Von Deiner Güt´ oh Herr und Gott« aus der »Schöpfung« von Joseph Haydn (1732 bis 1809) sprechen Adam und Eva ein Dankgebet: »Von Deiner Güt´oh Herr und Gott ist Erd´und Himmel voll. Die Welt, so groß, so wunderbar ist Deiner Hände Werk.« Begleitet werden sie dabei vom Chor der Engel, der in diesem Fall aus Mitgliedern des Chores der Marktkirche und der Kantorei bestand.

Das nun folgende Instrumentalstück, das Konzert für Cello und Orchester in c-moll von Antonio Vivaldi, stellt den Solisten technisch und tonal eine besondere Herausforderung dar. Diese Aufgabe löste der erst fünfzehnjährige Sören Schirmer in hervorragender Weise. Trotz seines jugendlichen Alters kann Sören Schirmer auf eine beachtlichen musikalischen »Lebenslauf« zurückblicken: Mit fümf Jahren Klavierunterricht bei Ellen Wolpert, ab dem soebten Lebensjahr Cellounterricht, zuerst bei Simone Mittelbach, später bei Joachim Mittelbach, Solo-Cellist beim Göttinger Sinfonieorchester, seit Sommer 2010 Orgelunterricht bei Ulrike Hastedt, 2013 dritter Bundespreis bei »Jugend musiziert« in der Kategorie Cello Solo, Sommer 2013 Kammermusikförderkurs auf Landesebene, 2014 Teilnahme an den Händelfestspielen (Jugendorchester) 2014 Teilnahme am 50. Kammermusikkurs auf Bundesebene, im Oktober 2014 Beginn des Frühstudiums am Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Das Publikum bedankte sich mit besonders herzlichem Applaus!

Als letztes Stück stand »Leb wohl, oh du der Männer Preis« aus dem dreiteiligen Oratorium »Theodora« von G. F. Händel auf dem Programm. Hier waren noch einmal »CantArte« und der Kirchen- und Kammermusikkreis zu hören. Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der Händel das zweieinhalbstündige Werk komponierte. Er begann am 28. Juni 1749 und war am 17. Juli 1749 fertig. Bis zum Ende Juli hatte er auch alle Mittelstimmen ausgeführt!

Werner Ohm, der ebenso unterhaltsam wie informativ durch das Programm fĂĽhrte, bedankte sich im Namen von »CantArte« bei allen Beteiligten: bei Ulrike Hastedt, dem Kirchen- und Kammermusikkreis, dem jungen Cellisten Sören Schirmer und der St. Alexandri Stiftung, die auch dieses Konzert unterstĂĽtzt hat. Ein besonderer Dank gilt Alina Reinholz, die die Gesangsdarbietungen in einfĂĽhlsamer Weise am Klavier begleitete. Der langanhaltende Beifall  machte zweierlei deutlich: Die Zuhörer hatten ein wunderschönes Konzert erlebt, wollten aber so ganz ohne Zugebe nicht nach Hause gehen. So fand der Abend mit dem von allen Beteiligten aufgefĂĽhrten Abendlied von Josef Gabriel Rheinberger seinen stimmungsvollen Abschluss.
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