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»Herausforderungen annehmen und mitmachen«

Kreishandwerksmeister Hermann-Josef Hupe zur Digitalisierung | Internet der Dinge als Chance sehen

Keine Angst vor der Digitalisierung: Sie bietet Chancen in vielen Bereichen. Darauf ging Kreishandwerksmeister Hermann-Josef Hupe in seinem »Grußwort des Handwerks« beim Gildentag in der Northeimer Stadthalle ein.

Einbeck/Northeim (ek). FĂŒr das Jahr 2015 wĂŒnschte er Wahrheit, Harmonie, Vertrauen, Schönheit im Geiste, Frieden in der Welt, Liebe und Gesundheit, gute GeschĂ€fte und Engagement fĂŒr die Gesellschaft. Er freue sich ĂŒber das große Interesse an der Veranstaltung, das sei keine SelbstverstĂ€ndlichkeit.

»Keine Angst vor der digitalisierten Zukunft« hatte Hupe als Motto seiner Ansprache gewĂ€hlt. 2015 werde das Schicksalsjahr fĂŒr das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. Es eröffne die Chance, dass die zwei grĂ¶ĂŸten HandelsrĂ€ume weltweit Maßstabe setzten. Es gebe auch die Möglichkeit fĂŒr mehr Verbraucherschutz und StabilitĂ€t, wenn es gelinge, das Freihandelsabkommen auch fĂŒr die stĂ€rkere Regulierung bislang nicht ausreichend geregelter Bereiche der globalisierten FinanzmĂ€rkte zu nutzen. Die Kritik, dass Verbraucherrechte aufgeweicht, Umweltstandards torpediert und die Demokratie unterwandert wĂŒrden, teile er nicht: »Wir sprechen uns eindeutig fĂŒr TTIP aus.«

2014 sei ein gutes Jahr fĂŒr den deutschen Arbeitsmarkt gewesen. Jetzt komme es darauf an, das Tarifexperten die Zahlen richtig interpretierten. Er sehe nicht die Aufforderung zum großen Nachschlag, sondern zum Maßhalten. Gewerkschaftschef Frank Bsirske warne vor digitaler Arbeitslosigkeit als Schreckgespenst, was aber nur deshalb so gewaltig erscheine, weil die Angst vor der VerĂ€nderung der Lebens- und Arbeitswelt dominiere. »Aber nichts ist bestĂ€ndiger als die VerĂ€nderung«, so Hupe. Gerade im Handwerk neige man dazu, Bekanntes zu wahren und gegen das Neue zu verteidigen. Aber man mĂŒsse sich der Herausforderung der Digitalisierung stellen. Es sei verantwortungslos, sich gegen den Wandel zu wehren. »Selbstfahrende Autos und denkende KĂŒhlschrĂ€nke sind nur eine Gefahr fĂŒr ArbeitsplĂ€tze, wenn wir glauben, den hammerschwingenden Handwerker vor der Digitalisierung schĂŒtzen zu mĂŒssen«, so der Kreishandwerksmeister. Ein Beispiel seien die Kfz-Ausbildungsbetriebe: Der frĂŒhere Autoschlosser sei inzwischen zum Mechatroniker geworden – man tue sich schwer damit, Altes ĂŒber Bord zu werfen.

Im Mittelalter förderte das Aufeinandertreffen der Buchdruckerkunst und der erneuerbaren Energien in Form von Wasser- und WindmĂŒhlen Demokratisierung und bessere Lese- und SchreibfĂ€higkeit – eine Herausforderung fĂŒr die Hierarchien. Bessere Straßen sorgten zudem fĂŒr mehr Austausch und grĂ¶ĂŸere MĂ€rkte. Die Handwerker organisierten sich in ZĂŒnften, legten QualitĂ€tsstandards und Preise fest. Der Erhalt des Status Quo war wichtig. Doch bald wurden die ZĂŒnfte umgangen, billigere Arbeit gab es auf dem Land. Die Kontrolle der ZĂŒnfte wurde ausgehöhlt, es ging in Richtung funktionierender Marktwirtschaft. Mit den Manufakturen war ein weiterer Schritt zur Liberalisierung der MĂ€rkte geschafft. Den Übergang zum kapitalistischen Gesellschaftssystem begann in der Textilbranche und mit dem Einsatz der kohlebetriebenen Dampfmaschine.

Heute gebe es mit der Entwicklung der IdD, der Internet-der-Dinge-Plattform, wieder Grund, GeschĂ€ftspraktiken zu ĂŒberdenken. Neue Technologien förderten ProduktivitĂ€t und senkten Kosten fĂŒr GĂŒter und Dienstleistungen in einem nie gekannten Ausmaß. Technologische Arbeitslosigkeit sei auf kurze Sicht beunruhigend, auf lange Sicht jedoch ein Segen, denn ökonomische Probleme und die Folgen des demografischen Wandels seien damit zu lösen. Die Entwicklung sei noch gar nicht vorhersehbbar, wenn es etwa weitere Einsatzbereiche fĂŒr 3D-Drucker gebe. Wenn man sich den Siegeszug des World Wide Web seit 1990 anschaue, erkenne man, was möglich sei.
Dabei dĂŒrfe man nicht die GemeingĂŒter, die Commons, vergessen. Sie seien Ă€lter als der kapi­talistische Markt oder eine Regierungsform, sie ­umfassten die Ă€lteste Form demokratischer, selbst­verwalteter AktivitĂ€ten, etwa in caritativen Einrichtungen, Religionsgemeinschaften, kĂŒnstlerischen und kulturellen Gruppen, Stiftungen im Bildungsbereich, Sportvereinen, Genossenschaften oder InteressenverbĂ€nden. Daraus könne man Sozialkapital schöpfen. WĂŒrden diese Organisationen der Zivilgesellschaft ĂŒber Nacht verschwinden, wĂŒrde man den Zusammenhalt der menschlichen Großfamilie verlieren. Das IdD ermögliche es unzĂ€hligen Menschen, an sozialen Netzwerken teilzunehmen und einer weltumspannenden Gemeinschaft anzugehören.

Angst vor der Zukunft mĂŒsse man nicht haben, versicherte Hupe. »Wir mĂŒssen die Herausforderungen nur annehmen und mitmachen.« Stoppen könne man das Rad der Entwicklung nicht mehr, aber vielleicht seien die Folgen der demografischen Entwicklung nicht so hart, wenn weniger Menschen mehr produzieren könnten.
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