Als Leuchtturm den Weg weisen

Verabschiedung von Pastor Martin Possner in Dassel und Lauenberg

An den Verabschiedungen von Pastor Martin Possner in Dassel und Lauenberg nahmen viele Menschen teil. Viel Lob, Geschenke und Wertschätzung gab es für ihn.

Lauenberg. »Applaus, Applaus für Deine Worte« oder »Applaus, Applaus für Deine Art, mich zu begeistern«, heißt es in dem bekannten Lied der Sportfeunde Stiller. Marcus Gattermann sang es auf Wunsch von Pastor Martin Possner bei dessen Verabschiedung. Nach 16 Jahre verlässt er die Gemeinden Lauenberg/Hilwartshausen sowie Emmaus Dassel und tritt im September seine neue Stelle in der Sonderseelsorge im Maßregelvollzug in Moringen an. Viel Beifall und hohe Wertschätzung gab es bei den Verabschiedungen in Dassel und Lauenberg. Neben zahlreichen Grußworten musste er auch eine Überraschungsrallye durch die
Region absolvieren, bei der sich die Kirchengruppen von ihm und seiner Famile verabschiedeten. Für die musikalische Untermalung sorgten auch Laurenz Bode und Ole Schmidt, Stefan Guhl, Wolfgang Teichmann, Frank Pape und das Singteam sowie Dirk Lendt.

Ausgebildet wurde Possner im Missionsseminar Hermannsburg. Nach dem Examen führte der Lebensweg seine Frau Imke und ihn über die USA zehn Jahre nach Äthiopien. In diesen beiden Ländern wurden auch die drei Kinder geboren. In der Mekane Yesus Kirche arbeiteten Possners von 1995 bis 2004. Dann verschlug es die fünfköpfige Familie in das Pfarrhaus am Sollingrand. »Dassel und seine Ortschaften war immer gut für uns«, betonte Possner auf das Familienleben. Die Familie habe Freunde gefunden, die Kinder waren in Vereinen aktiv. Jetzt zog es ihn wohnlich nach Einbeck und beruflich nach Moringen.

»Werft Euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat«, unter dem Motto standen die Verabschiedungsgottesdienste. In der Predigt sagte Possner, dass man manches Mal aufgeben möchte wie die Fischer beim Fischzug von Petrus. Schließendlich wurden sie doch von großem Erfolg belohnt. Man sollte also nicht einfach kapitulieren, sondern weiter streben und auf Gott vertrauen.

Ihn freute es, dass so viele Menschen zu seiner Verabschiedung gekommen waren. Vor der St. Laurentiuskirche in Dassel entstand ein schönes Ambiente wie bei Gemeindefesten. Eine außergewöhnliche und prägende Zeit in der Region liege hinter ihm und seiner Familie. Er dankte allen Menschen, die dazu beigetragen haben.

Vertrauen sei etwas Wichtiges, so Possner, darauf sollte man bauen - selbst in schwierigen Situationen. Als Beispiel führt er ein Flugzeug an, bei dem nacheinander die Motoren ausfallen. Keine Panik entstand bei den Passagieren, sie trugen die Situation mit Humor und Optimismus.

Einiges könne man rational nicht erklären. Schwierig zu definieren seien unter anderem Unendlichkeit des Raums oder Materie. Oft bleibe etwas ungeklärt, doch sei die Hoffnung vielfältig und groß. Getragen werde sie von Christen, die sich füreinander einsetzen.

Egoistisch sollte man nicht handeln, sondern wie ein Leuchtturm für andere sein. Den Weg weisen, Hilfe leisten und einen
sicheren Hafen bieten. Mit einem gemeinsam entfachten Feuer kann den Nebel der Welt durchdrungen und Helligkeit erzeugt werden.

Es gelte, die Schönheit des Glaubens zu genießen und an ihm teilzuhaben. Eine ehrenvolle Aufgabe stelle es dar, ein Leuchtturm zu sein, so Possner, zu trösten, zuzuhören, Vertrauen zu bilden oder füreinander da zu sein. Wegen seiner Dienstkleidung mit weißem Talar und grüner habe ein Gottesdienstbesucher ihm auch einmal gedankt, dass er eine Verbindung von Gott zu Werder Bremen schaffe, schmunzelte der Pastor.

»Je ungünstiger die Situation ist, in der wir unsere Hoffnung bewähren, desto tiefer ist diese Hoffnung«, zitiert er Vaclav Havel. Jeder möchte wachsen und Herausforderungen bestehen, gemeinsam oder mit Leuchttürmen gelinge das. An ihnen könne man sich orientieren.

An unzähligen Menschen und Gruppen sei er in den vergangenen 16 Jahren in der Region gewachsen und sie an ihm. Dafür dankte Possner. Zwar seien momentan durch Corona Gesang und Gemeinschaft reduziert sowie persönliche Besuche seltener, doch sollte man Geduld haben. Manches Mal gelte es wie ein Langstreckenläufer, auszuhalten und zu genießen. »16 Jahre war ich, waren wir ein Teil von Euch - einen großen Dank dafür«, sagte Possner bei der Verabschiedung.

»God is Love« oder »Gott ist Liebe«, das treffe zu, betonte Superintendentin Stephanie von Lingen. Die Aussage gebe Kraft und Freiheit für jeden einzelnen Tag. Aus Äthiopien kamen Possners nach Dassel und lebten sich schnell ein. Martin Possner füllte seine Arbeit mit großem Engagement. Jedes Jahr kreierte er etwas Neues, führe innovative Formate ein, zelebrierte Gottesdienste am See oder war aktiv in Stiftungsarbeit, Gospelprojekten und »Männer mit Visionen«. Schon früh setzte er sich für klimagerechte Gemeinden ein.

»You have a friend« sang Wolfgang Teichmann, Possner war das für die Gemeindemitglieder. Wollten sie Gott anrufen, wählten sie die Nummer des Pastors. In den vergangenen Jahren prägte er die Gemeinden stark, Glauben und die Liebe zu Gott weiterzutragen.
Die Superintendentin bedankte sich bei Possner für 16 besonderen Jahre vor Ort, verabschiedet ihn und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute. Grußworte gab es unter anderem von Michael Baukloh vom DSC, von Frank Pape im Namen der Mitarbeiter sowie von Annette Becker und Silke Bartels für
Kirchenvorstand und Gemeindeausschüsse.

Zum Abschuss sagte Martin Possner mit einem lachenden und weinenden Auge: »Es war mit eine große Freude. Ich habe fertig.« Großen und langen Beifall gab es für ihn.mru

Dassel

Wassertreten im kühlen Nass

Gut besuchte Sommerkirche