Eine ausgezeichnete Vitaminquelle

Pflanzenporträt: Himbeeren | Schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung

Der Sommer ohne Himbeeren? Die Milchstraße ohne Sterne? Undenkbar!

Dassel. Im Zentrum der Milchstraße, genauer gesagt in der Sternentstehungsregion Sagittarius B2, schmeckt es nach Himbeeren. Jedenfalls konnten Wissenschaftler am Bonner Max Planck Institut für Radioastronomie in der 27.000 Lichtjahre von der Erde entfernten Molekülwolke die Existenz von Ameisensäureethylester (Ethylformiat) nachweisen.

Diese chemische Verbindung ist zwar für das Aroma von Himbeeren mitverantwortlich, doch erst über 250 weitere Substanzen sorgen für den delikaten Geschmack der reifen Früchte. Je nach Sorte sind diese zumeist rot, seltener schwarz oder gelb. Botaniker sehen in ihnen allerdings keine Beerenfrüchte, sondern Sammelsteinfrüchte, bei denen zahlreiche Steinfrüchtchen zu einer Sammelfrucht zusammengeschlossen sind. Im reifen Zustand lässt sich diese leicht von dem kegelförmigen Fruchtträger ablösen und ist daher innen hohl.

Himbeersträucher besitzen unterschiedlich geformten Äste (Ruten): die einjährigen sind gerade und unverzweigt; die zweijährigen gebogen und verzweigt. Beide tragen zahlreiche Stacheln und ihre Oberfläche ist wie mit Reif bedeckt. Die Unterseite der behaarten Blätter schimmert filzig-weiß. Diese Merkmale unterscheiden die Himbeere (Rubus idaeus L.) auch im nichtblühenden Zustand eindeutig von der ebenfalls zur Familie der Rosengewächse gehörenden und nahe verwandten Brombeere (Rubus ulmifolius L.).

Die Früchte des Himbeerstrauchs schmecken nicht nur erfrischend, sie sind zudem eine ausgezeichnete Vitaminquelle (Vitamin B und C). Aus ihnen können Saft, Sirup, Gelee oder Marmelade zubereitet werden. Am besten schmecken sie natürlich frisch vom Strauch gepflückt!

Wer reichlich davon nascht, schützt zugleich seine Blutgefäße, denn die in den Früchten enthaltenen Polyphenole besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. In der Volksmedizin weiß man die zusammenziehende Wirkung der Gerbstoffe (Tannine) zu schätzen, die in den Blättern enthalten sind. Äußerlich oder innerlich angewendet, gelten sie als schmerzstillend und entzündungshemmend.

Tees aus Himbeerblättern wurden zur Geburtsvorbereitung eingesetzt, weil sie kräftigend auf das Gewebe der Gebärmutter wirken sollen. Bevor die Himbeere im Mittelalter von Mönchen in Kultur genommen wurde, hat man sie als Wildobst gesammelt. Die Wildpflanze braucht nährstoffreichen, feuchten, lockeren, auch steinigen Lehmboden und bevorzugt hellen Halbschatten.

Daher besiedelt sie vor allem Waldlichtungen, Waldränder, lichte Gebüsche, Schuttplätze und Kahlschläge. Sie ist sehr häufig und kommt oft in individuenreichen, großen Beständen vor. Ihre Früchte sind kleiner und aromatischer als die der Kultursorten. Letztere gehen auf Kreuzungen mit nahe verwandten Himbeer-Arten aus Nordamerika zurück. Bis auf den Bau eines stabilen Holzgerüstes zum Anbinden der bis zu zwei Meter langen Ruten gestaltet sich der Himbeer-Anbau recht einfach.

Nach der Ernte schneidet man die tragenden Ruten bis auf den Boden ab. Von den während des Sommers gebildeten neuen Trieben bleiben pro Meter fünf bis zehn erhalten, die man an dem Rankgerüst befestigt. Als Winterschutz empfiehlt sich eine Mulchschicht, z.B. aus Laubblättern. Himbeerpflanzen gehen gerne auf Wanderschaft, denn aus ihren flachen Wurzeln wachsen immer wieder neue Pflanzen heran. Hier hilft nur konsequentes Ausgraben oder gleich beim Einpflanzen das Anlegen einer Wurzelsperre.im

Dassel

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