Bürgermobilität: Grüne begrüßen Reaktivierung der Bahn

Dassel. Die Grünen in Dassel befürworten ausdrücklich die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke Einbeck-Salzderhelden. In diesem Zusammenhang fordern die Grünen auch eine Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten für Berufspendleraus dem Umkreis Dassel. Das müsste nach Auffassung Elisabeth Schneides  auch durch die Schaffung ausreichend geeigneter Parkplätze im Bahnhofsbereich von Einbeck geschehen, so dass aus Dassel kommenden Bahnnutzern entsprechend Parkraum zur Verfügung steht. Die Grünen weisen am Beispiel des  Bahnhofs Salzderhelden darauf hin, dass in Berufsverkehrspitzenzeiten das Parkplatzangebot oft knapp ist.

Bei einer vermehrten Nutzung der Bahn von Privatkunden, von dem die Grünen wegen stetig steigender Treibstoffpreise ausgehen, sei es nicht auszuschließen, dass auch der Parkraum um den Bahnhof Einbeck nicht ausreicht. »Hier müssten insgesamt verbesserte Parkangebote für den Bahnkunden geschaffen werden«, sagt Detlef Rengshausen, Ratsmitglied in Dassel. Die Grünen kritisieren, dass das Bahn-Verkehrkonzept der Ilmebahn ohne Einbeziehung und Beteiligung von Dassel und Umgebung erfolgte.

Die Stilllegung der Bahnverbindung Einbeck–Dassel, die nach Ansicht der Grünen ohne Not erfolgte, sei ein verkehrspolitischer Flop und habe sich als verkehrspolitische Fehlentscheidung entpuppt. »Dassel wurde damit bahntechnisch abgeschnitten«, stellt Jean Duemmelbeck,  Ratsmitglied in Dassel, fest.
Die Abwicklung der Bahnanbindung sei langfristig für die Dassler Bürger fatal und werde hinsichtlich der steigenden Fahrtkosten per Pkw  für den Einzelnen zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen führen. Ebenso, wie die Abkoppelung des Dassler Privatkundenverkehrs von der Schiene, sei auch die Einstellung des Güterverkehrs ein verkehrspolitischer Irrtum, der nach Auffassung der Grünen zum Nachdenken über die zukünftige Entwicklung führen müsse. »Es ist absolut unverständlich und aus umweltpolitischen Gründen irrwitzig,  wenn wie geplant, eine Bahn-Holzumladestation am Stadtrand von Einbeck errichtet wird, mit der die Holzgüter, die per Schwerlast-Lkw aus dem Solling angeliefert werden dann in Einbeck umgeschlagen werden, statt wie es vernünftig, wäre in Dassel«, sagt Reinald Bode aus Markoldendorf.

Abgesehen von der vermutlich höheren CO2-Belastung durch den Lkw-Verkehr, stellt sich für den nüchternen Betrachter die Frage: Wurde hier wegen mangelnder politischer Vorstellungskraft die zukünftig notwendige Mobilitätsentwicklung verschlafen? »Die Ilmebahn ist den einfachsten Weg gegangen und hat die Trasse abgeräumt, die Kommunalpolitik  hat auf dieser Strecke versagt. Die Einnahmen aus Gewerbesteuern wären dem Säckel der Stadt Dassel, welche ja bekanntlich ein erhebliches finanzielles Problem hat, gut bekommen«, meint Jürgen Jackisch-Theisen, Berater im Wirtschaftsausschuss des Kreistages in Northeim.

Die Grünen erwarten von den Verantwortlichen, dass, wie bei allen wirtschaftlichen Projekten – und dazu zählt auch das schienengebundene Mobilitätsangebot für den Bürger – eine fortlaufende Prüfung dahingehend erfolgt, ab wann die Wirtschaftlichkeit einer erneuten Bahnanbindung Dassel-Einbeck gegeben sei und damit die Reaktivierung dieser Bahnstrecke wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvoll werde. »Es zeichnet sich ab, dass bei fortschreitender Verteuerung der Treibstoffressourcen die Stilllegung der Bahnstrecke Dassel-Einbeck ein kommunalpolitischer Schelmenstreich auf Kosten der Bürger war und im Ergebnis die Infrastrukturschwächung der Region zur Folge hat«, bemerkt Sascha Stahnke von den Grünen in Dassel.

Die Grünen begrüßen ausdrücklich das Engagement der Eisenbahnförderervereine. Ihnen sei es zu verdanken, dass die Idee des hohen Mobilitätswertes eines schienengebundenen Nahverkehrs für den Bürger nicht aus der öffentlichen und kommunalpolitischen Diskussion verschwunden sei, sondern zu neuen Überlegungen führe.oh

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