Das ändert sich im kommenden Jahr 2012

Verschiedene Veränderungen wird es geben bei Gesundheit, Ernährung, Finanzen, Energie und Telekommunikation

Gleich zu Beginn und im Laufe des neuen Jahres 2012 müssen sich die Verbraucher wieder auf viele Änderungen einstellen: bei Gesundheit, Ernährung, Energie und Umwelt ebenso wie bei Geldanlage, Finanzen, Telekommunikation, Steuern und Rente. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat die wesentlichen Neuerungen zusammengestellt.

Dassel. Wer per Satellit noch analog fernsieht, muss bis Ende April auf digitalen Empfang umschalten. Sonst schaut er in die Röhre. Für zahlreiche Änderungen wird das novellierte Telekommunikationsgesetz (TKG) sorgen. Es soll besser vor teuren Warteschleifen bei Kundenhotlines schützen. Wer Call-by-Call telefoniert, soll immer eine Tarifansage hören, und der Wechsel eines Telefon- oder DSL-Anschlusses soll schneller erfolgen. Auch wird die Novelle Änderungen bei der Sperrung und Übertragung (Portierung) von Mobilfunkrufnummern sowie bei den Modalitäten infolge eines Umzuges bringen. Noch unklar ist, wann genau das TKG in Kraft treten wird. Beabsichtigt ist zudem, Verbraucher besser vor Internetseiten zu schützen, die in Abofallen locken.

Wer auf dem so genannten Grauen Kapitalmarkt sein Erspartes verloren hat, muss sich sputen, wenn er den Schaden ersetzt haben will. Per Gesetz ist festgelegt, dass Banken und Sparkassen nur noch sachkundige und zuverlässige Mitarbeiter einsetzen dürfen. Offene Immobilienfonds haben einige neue Regeln zu beachten. Banken und Sparkassen müssen Überweisungen schneller erledigen. Vor einer Pfändung schützt ab dem kommenden Jahr 2012 nur noch das P-Konto. Für Hartz-IV-Empfänger erhöhen sich die Regelsätze. Lebensversicherer müssen den Garantiezins senken, und bei neuen Verträgen ändert sich die Altersgrenze für die so genannte hälftige Besteuerung. Generell müssen sich Versicherer von speziellen Tarifen für Frau und Mann verabschieden.
Für den Versicherungsschutz durch eine Krankenkasse heißt es wie jedes Jahr: Die Grenzen für Beitragsbemessung und Versicherungspflicht steigen. Droht einer Krankenkasse die Insolvenz, muss sie die Kunden künftig frühzeitig informieren. Besuche beim Zahnarzt werden teurer. Die novellierte Trinkwasserverordnung erhöht den Gesundheitsschutz: Viele Vermieter müssen kontrollieren lassen, ob ihre Warmwasseranlagen frei von Legionellen sind. Änderungen auch bei der Pflege: Das neue Jahr bringt die Familienpflegezeit. Außerdem bekommen Pflegebedürftige mehr Geld von der Pflegekasse. Mit der Pflegereform soll es vorangehen.

In der EU verschwindet jede Menge Werbung, die Fitness und Gesundheit durch Lebensmittel verheißt. Auch spezielle Produkte für Diabetiker stehen vor dem Aus. Glutenfreie Lebensmittel müssen in der EU einheitlich gekennzeichnet werden. Auf allen abgepackten Bio-Lebensmitteln wird das EU-Gemeinschaftslogo prangen. Legehennen auf dem Platz eines DIN A4-Blattes unterzubringen, ist künftig in der gesamten EU verboten. Ein neuer Süßstoff aus der Steviapflanze ist bereits zugelassen.

Einige Vorschriften des bereits im August 2011 geänderten Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) treten in Kraft. Wesentliche Verbesserungen für die Kunden: Sie sollen den Stromanbieter schneller wechseln können sowie in Verträgen und Abrechnungen umfassender informiert werden. Das bereits 2010 von der EU reformierte Energieeffizienzlabel wird auf Haushaltsgeräten prangen. Gemäß Öko-Design-Richtlinie verschwinden energiefressende Haushaltsgeräte vom Markt. Die Novelle des Erneuerbare Energien Einspeisegesetzes (EEG) sieht eine geringere Vergütung für Solarstrom vor. Das giftige Cadmium verschwindet aus vielen Produkten. Ein Label auf den Reifen von Pkw und Lkw klärt über Lärm und Spritverbrauch auf. Autofahrer müssen sich auf neue Umweltzonen einstellen.sts