Die Verwendung des Geldes wurde noch nicht beraten

25.000 Euro für den Wasserschaden am Dorfgemeinschaftshaus Hilwartshausen / Duschen im Dorfgemeinschaftshaus Amelsen

Mehrere Entscheidungen hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Dassel in seiner Sitzung in dieser Woche gefällt – unter anderem betroffen davon sind die Orte Markoldendorf, Hilwartshausen und Amelsen sowie Dassel.

Dassel. Im Dorfgemeinschaftshaus gibt es Duschen, der Einbau und die Nutzung waren der Verwaltung allerdings bisher nicht bekannt. Das könnte Disziplinarmaßnahmen gegen Ehrenbeamte nach sich ziehen.

Aus Opportunitätsgründen entschied der Verwaltungsausschuss, darauf zu verzichten. Man will die Ortsbeauftragten nicht verunsichern. Die Verwaltung wurde aufgefordert, den Sachverhalt vollständig aufzuklären. In Sitzungen des Ortsrates, der Fachausschüsse und des Rates soll dann über die weitere Nutzung und die Nutzungsentgelte gesprochen werden. Denn: Amelsen nimmt nicht am Ortsratsbudget teil, ist daher verpflichtet Duschentgelte zu zahlen.

Für die Vergangenheit und die Zukunft muss für Amelsen eine Lösung gefunden werden. »Das muss transparent beraten werden«, erklärt Bürgermeister Gerhard Melching. Der Verwaltungsausschuss hatte sich bereits mit der Angelegenheit beschäftigt und erwartet, dass der Sachverhalt aufgeklärt wird. Bisher sei das nicht erfolgt. Deshalb soll nun die Verwaltung den Sachverhalt unter die Lupe nehmen: Seit wann gibt es die Duschen? Wie oft wurden sie genutzt? Ob es personelle Konsequenzen geben soll, wurde noch nicht beraten. Nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz kann ein Ehrenbeamter nur aus wichtigem Grund abberufen werden.

Anfang Februar wurde im Dorfgemeinschaftshaus Hilwartshausen ein Wasserschaden festgestellt. Mehrere tausend Liter sind durch das Gebäude geflossen. Vermutlich ist das Rohr im Obergeschoss in der Toilette neben der Bücherei gebrochen. Das Dach des 1948 erbauten Hauses ist ungedämmt. Das Wasser ist durch die Decken bis ins Erdgeschoss geflossen, hat den Boden des Übungsraumes zerstört. Im Keller sind die Wände des Jugend- und des Clubraumes nass. Das Dorfgemeinschaftshaus ist seitdem aufgrund des massiven Wasserschadens gesperrt. Es ist keinerlei Nutzung möglich. Ende Mai ist nun das Gutachten der Versicherung eingegangen. Zur Schadensregulierung wird eine pauschale Summe von 25.000 Euro angeboten. Der  Verwaltungsausschuss nahm das Angebot an. Wie das Geld verwendet werden soll, wurde allerdings aus formalen Gründen noch nicht beraten. Um die Hilwartshäuser nicht länger im Unklaren zu lassen, hat Bürgermeister Melching für den 19. Juni zur nächsten Verwaltungsausschusssitzung eingeladen. Dann soll besprochen werden, ob das Geld für den Neubau des Dorfgemeinschaftshaus verwendet werden soll – der ist seit Jahren ein umstrittenes Projekt.

Der Markoldendorfer Kindergarten ist verbesserungsbedürftig. Zugleich ist die Verwaltung von politischer Seite beauftragt worden, angesichts der demografischen Entwicklung eine sinnvolle Nachnutzung von Räumen in der Grundschule Markoldendorf zu gewährleisten. Deshalb hat der Verwaltungsausschuss ein Gutachten in Auftrag gegeben: Ein Architekturbüro soll den möglichen Renovierungs- oder Sanierungsaufwand im Kindergarten beziehungsweise der Grundschule ermitteln. Kindergarten und Schule unter einem Dach wäre eine Option, um den Schulstandort Markoldendorf langfristig zu sichern. Für eine zukunftsfähige Planung ist eine Ermittlung der alternativen Baukosten sinnvoll. Renovierungen könnten möglicherweise im laufenden Betrieb erfolgen, ein Umzug des Kindergartens ist nicht vor dem Kindergartenjahr 2013/2014 denkbar.

Verzögern wird sich die Umgestaltung des Neuen Marktes in Markoldendorf. Der historische Ortskern  des Fleckens ist 2009 in das Städtebauförderungsprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz« aufgenommen worden. In den ersten beiden Jahren wurden vorrangig private Gebäude saniert, für 2012 war als öffentliche Maßnahme die Sanierung des Alten Marktes vorgesehen. Hier gibt es Probleme mit der Oberflächenentwässerung. Die Entwässerungsleitungen sollten vom WAZ »Solling« erneuert werden, gleichzeitig sollte der Platz umgestaltet werden. Ein Personalwechsel beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege bringt nun Veränderungen mit sich: Die Einzelfälle werden detailliert in Quartalsgesprächen vor Ort erfolgen. Zudem wird eine  historische Ortsbildanalyse erwartet. Den entsprechenden Auftrag dafür hat der Verwaltungsausschuss vergeben. Bedauerlich sei, dass das Einvernehmen über die Planung, die mit Anliegern, Ortsrat und Gewerbetreibenden erzielt wurde, nun nicht schnell umgesetzt werden kann.

Am 28. Juni wird in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familien, Senioren, Kultur und Tourismus und des Ausschusses für Schul- und Sportangelegenheiten über das Modellvorhaben »Kitas und Grundschulen unter einem Dach« gesprochen werden. Die Grundschule Dassel mit den Kindertagesstätten Dassel, Sievershausen, Lauenberg, Lüthorst und Mackensen will sich darum bemühen. Außerdem wird es um die Inklusion gehen.

Für die Durchführung der Schlichtungsverfahren für den Schiedsamtsbezirk Dassel werden jeweils eine Schiedsperson und eine stellvertretende Schiedsperson gesucht. Die Schiedspersonen sind ehrenamtlich tätig. Interessierte Männer und Frauen können sich bis zum 30. Juni bewerben bei der Stadt Dassel, Südstraße 1 in Dassel.sts