Aus aller Welt:

Ehemalige berichten an der PGS

Vortragsreihe: diesmal Referenten der Sparkasse / Den Schülern Beispiele für verschiedene Lebenswege aufzeigen

Zum wiederholten Mal fand die Vortragsreihe im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung »Aus aller Welt – Ehemalige berichten« statt. Vom Koordinator der Berufs- und Studienorientierung, Manfred Braun, initiiert, dient sie dazu, den angehenden Abiturienten der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) Beispiele für verschiedene Lebenswege zu zeigen, um ihnen die Entscheiung für ihren Beruf, ihr Studium oder ihre Ausbildung zu erleichtern. Diesmal informierten die ehemaligen Abiturienten Henning Mickan und Frank Klenke die Schüler des 11. Jahrgangs über ihre Ausbildung bei der Sparkasse Einbeck, ihren weiteren Lebensweg und referierten die Möglichkeiten, die sich einem Abiturienten heute bieten.

Dassel. Aus Sicht der Referenten hat sich die Ausgangslage für den weiteren beruflichen Werdegang der Abiturienten nur unwesentlich verändert. Die Wehrpflicht ist entfallen, ein soziales Jahr unverändert eine Alternative mit sicher interessanten Erfahrungen für den weiteren Lebensweg. Grundsätzlich steht der Berufseinsteiger immer vor der Wahl »Ausbildung oder Studium«. Dabei nutzen viele Bank- oder Sparkassenkaufleute die Kombination mit dem Einstieg in eine praktische Berufsausbildung und einem anschließenden Studium.

Henning Mickan, der 1994 sein Abitur an der PGS absolvierte, ist nun in der Vertriebssteuerung und als Berater für das Online-Banking zuständig. Er installiert Software, betreut Kartenzahlungssysteme und arbeitet an der Internetpräsenz als Kommunikationsplattform und Vertriebsweg. Er habe sich für eine Ausbildung bei der Sparkasse entschieden, weil er sich zum Einen sehr für elektronische Datenverarbeitung und PCs interessiere, aber auch, weil es in diesem Tätigkeitsfeld durch den immer schnelleren technischen Fortschritt bei Hard- und Software nie einen Stillstand gebe und ihm die Arbeit viel Spaß mache.

Frank Klenke, Abi-Jahrgang 1983 der PGS, reflektierte seine damaligen Interessen zum Beispiel an grundsätzlichen wirtschaftlichen Zusammenhängen und im Speziellen an einem äußerst interessanten Börsenspiel in seiner Oberstufenzeit. Um sich vom starken Trend der 1980er Jahre zum sofortigen BWL-Studium nach dem Abi abzugrenzen, gleichzeitig aber die späteren Berufschancen mit einer sinnvollen praktischen Tätigkeit zu erhöhen, entschied sich der heutige Vorstandsvertreter und Leiter des Firmenkundenbereichs der Sparkasse Einbeck für eine kaufmännische Bank-Ausbildung. Reizvoll und sicher auch Entscheidungshilfe zur weiteren unmittelbaren beruflichen Karriere war nach der Ausbildung, »das erste eigene Geld« zu verdienen, in Verbindung mit den breiten Möglichkeiten der Sparkassenorganisation, den innerbetrieblichen Weg der Aufstiegsweiterbildung zielgerichtet angehen zu können.
Klenke riet den Schülern bei der Berufswahl zuerst den eigenen Interessen und Talenten zu folgen. Wichtig für eine Ausbildung bei der Sparkasse sei neben kommunikativen Eigenschaften natürlich auch ein nachhaltiges Interesse am allgemeinen Wirtschaftsgeschehen.

Perspektiven nach dem erfolgreichen Ausbildungsende bieten sich selbstverständlich mit originären Tätigkeiten in einer Sparkasse, aber auch durch duale, also integrierte bankspezifischer Studiengänge bis zum Diplomabschluss. Die Fortsetzung des Berufsweges mit banknahen Tätigkeiten, zum Beispiel bei anderen Finanzdienstleistungsunternehmen, Versicherungen aber auch bei Verbänden und EDV-Rechenzentren, ist jedem Bankkaufmann unbenommen.

Zuletzt gingen Mickan und Klenke auf die aktuell schwierige Situation in der Finanzwelt ein und erläuterten kurz das deutsche Bankensystem mit differenziert aufgestellten Allfinanzkreditinstituten, dem sogenannten Drei-Säulenmodell mit öffentlich rechtlichen Sparkassen, genossenschaftlich ausgerichteter Volksbanken und den Privatbanken, in denen Aktionäre eine gewinnmaximierende Geschäftstätigkeit fordern. Dabei wurde auch der Begriff »Kreditklemme« anschaulich beschrieben und nachdrücklich auf das Geschäftsmodell der regional ausgerichteten Sparkassen innerhalb Deutschlands hingewiesen, dass zu jeder Zeit eine ausreichende Geld und Kreditversorgung der heimischen Region sichert. Die derzeitige EU Staatsschuldenkrise mit Griechenland an der Spitze hat auf die Geschäftsaktivitäten der Sparkassen keinen unmittelbaren Einfluss.

Resümierend gingen Mickan und Klenke darauf ein, wie vielschichtig und facettenreich eine Ausbildung bei einer Bank sei. Der Beruf habe bei aller Technisierung noch immer und in erster Linie mit Menschen zu tun. Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sind innerhalb der Sparkassenorganisation breit gefächert, sodass eine Ausbildung, gegebenenfalls ergänzt mit einem dualen Studium auf jeden Fall für die angehenden Abiturienten und Schüler nicht nur der PGS Dassel zu empfehlen ist. Um die Zukunft der Sparkassen müsse sich niemand sorgen, die aktuelle Finanzkrise hat gezeigt, dass gerade die regional ausgerichteten Institute hervorragend aufgestellt sind.oh