Ein neues Dach fürs Herrenhaus

Auf dem Rittergut Friedrichshausen | Alte und neue Sandsteinplatten | Förderer

Freuen sich über das sanierte Dach: (von links) Bernd Müller von Josef Müller Bedachungen, Bernd Sommer, Mitglied des Vorstandes der KSN, Thomas Besser, Leiter ­Vorstandsstab der KSN, Dr. Arne Butt, Niedersäch­sische Sparkassenstiftung, Jobst von Garmissen vom Rittergut Friedrichs­hausen, Dietrich Burkart, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, und ­Cornelius Mertens, Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Friedrichshausen. Seit 800 Jahren befindet sich das Rittergut Friedrichshausen in Besitz der Familie von Garmissen. 1836 erfolgte die Ersteindeckung des Sandsteindachs – das nun ersetzt werden musste. Dank verschiedener Förderer konnte die Summe von rund 500.000 Euro aufgebracht werden.

Nach achtmonatiger Bauzeit ist die Dachsanierung am denkmalgeschützten Herrenhaus nun abgeschlossen. Die Dacheindeckung war nach fast 200 Jahren brüchig und lose, sodass einzelne Sandsteinplatten abzurutschen drohten.

Die Instandsetzung wurde ­jedoch eine Herausforderung, schildert Jobst von Garmissen. Nur noch wenige Fachfirmen seien in der Lage, nach historischem Vorbild ein Sandsteindach denkmalgerecht zu erneuern, ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, heute geeignetes Baumaterial zu bekommen. Hinzu kam, dass sich während der Arbeiten herausstellte, dass auch die unter dem Dachstuhl befindliche Balkenlage stark geschädigt war. »Wir konnten im Haus in den Himmel sehen«, beschreibt von Garmissen die Bauarbeiten.

Die Kosten blieben dennoch im Rahmen, ist von Garmissen froh. Denn es konnte viel Originalsubstanz wiederverwendet werden. Auch aus Abrissen von abgebrochenen Häusern in der Umgebung konnte Material verwendet werden, das man vorausschauend in den letzten Jahrzehnten eingelagert hatte.

Zum Teil mit altem Material eingedeckt

Die Schokoladenseite des Hauses konnte mit altem Material eingedeckt werden, auf der anderen Seite wurden neue, von Hand gespaltene Sandsteinplatten mit Kupfer­nägeln befestigt, erläutert ­Diplom-Bauingenieur Bernd Müller von Josef Müller Be­dachungen. Eine Membranfolie wurde ebenfalls eingezogen.
Die erneuerte Dachfläche ist rund 620 Quadratmeter groß. Bei einem Sandsteindach lagern rund 120 bis 150 Kilo je Quadratmeter auf dem Dachstuhl.

Förderung: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 120.000 Euro zur Verfügung. Möglich wurde die Förderung dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Das Rittergut am Rande des Sollings nahe Sievers­hausen gehört zu den über 430 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bisher ­allein in Niedersachsen fördern konnte. Das Land Niedersachsen steuert 100.000 Euro bei und die Sparkassenstiftung 25.000 Euro.

Elemente regionaler Baukultur: hier die sehr aufwändige Dacheindeckung aus Sollingsandstein

»Bei unserer Förderung in der Denkmal­pflege legen wir spezielles Augenmerk auf Projekte, die besondere Elemente der regionalen Baukultur erhalten. Hier ist es die extrem aufwändige und daher häufig nicht mehr erhal­tene Dacheindeckung aus Sollingsandstein, sagte Dr. Arne Butt, Referent für Denkmal­pflege der Niedersächsischen Sparkassen­stiftung. Der Gutsverwaltung sei es gelungen, dank guter Vorbereitung und hochwertiger Handwerksarbeit ein bedeutendes Denkmal für die Zukunft zu sichern und zugleich den Kostenrahmen einzuhalten, so Bernd Sommer, Vorstand der Kreis-Sparkasse Northeim.

Herrenhaus 1836 erbaut –weitgehend im Original erhalten

Die heutigen Wirtschaftsgebäude der Hof­anlage errichtete Carl Julius Christian von Garmissen im 18. Jahrhundert. Das Herrenhaus ließ sein Sohn Ludwig 1836 erbauen. Das Herrenhaus mit seinen drei Etagen ist weitgehend im Original erhalten und von einem Park umgeben.sts

Dassel

Kranz in aller Stille niedergelegt