Eisflächen nicht betreten

Wer einbricht, sollte versuchen, sich am Eis festzuhalten

Gefrorene Eisflächen sollte man nicht betreten.

Dassel. Wenn Minus-Temperaturen herrschen und die Gewässer zufrieren, ist die Verlockung für die Menschen groß, aufs Eis zu gehen. Doch das ist oft nicht tragfähig. Wer einbricht, bringt sich in Lebensgefahr. Die Frage, wann das Eis dick genug ist, um es zu betreten oder Schlittschuh zu laufen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kommt auf das Gewässer und die regionalen Bedingungen an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt als Empfehlung eine Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern an. Bei fließenden Gewässern sollten es 20 Zentimeter sein. Es sollten an mindestens zehn bis 14 Tagen durchgehend hohe Minusgrade gemessen worden sein. Es ist sinnvoll, eine offizielle Freigabe seitens der Behörden abzuwarten. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz warnt, es könne passieren, dass sich unter einer vermeintlich tragfähigen Eisdecke Hohlräume bilden, wo dann das Eis nicht mehr tragfähig ist.

Eltern sollten unbedingt auch ihre Kinder, die oft sorglos auf dem Eis spielen, auf die Gefahren zugefrorener Gewässer hinweisen. Es ist auch ratsam, sich regelmäßig über das Wetter zu informieren.

Experten hat einige Tipps zusammengestellt, wie man sich verhalten sollte - auch wenn man ins Eis einbricht oder eine Person aus dem Eis retten muss: Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein, hier droht Einbruchgefahr. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man wegbleiben. Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt, sollte man es nicht betreten. Wenn man bereits auf dem Eis ist: flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, zum Ufer robben und dabei möglichst wenig ruckartige Bewegungen machen.
Vorsicht ist nicht nur bei verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten. Auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Prinzipiell sollte man nur Gewässer betreten, die man kennt. Wer einbricht, sollte versuchen, sich am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer freisch­lagen.

Im Unglücksfall kann man sofort Hilfe über den Notruf 112 oder 110 rufen. Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Wer zum Helfen die Eisfläche betritt, sollte dafür eine Unterlage wie Leiter, Bretter, Gartenzäune, umgedrehte Tische oder Bänke und Türen verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage macht es leichter, die eingebrochene Person zu retten. Gerettete muss man in warme Decken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht mit Schnee abreiben. Unterkühlten Personen reicht man warme alkoholfreie Getränke. Die Muskeln in kaltem Wasser (3 bis 4 Grad) können innerhalb von drei bis vier Minuten erschlaffen. Dann erlahmt der Körper und die eingebrochene Person geht unter.sts

Dassel

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