Bau-, Planungs-, Sanierungs- und Umweltausschuss

Etwas Geld für Beseitigung von Unwetterschäden

Minispielfeld in Markoldendorf wird saniert | Brandschutz: Spinde für Grundschulen

Dassel. Punktuelle Starkregenereignisse haben mehrere Dörfer in der Dasseler Region in letzter Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Für die Beseitigung der Schäden wollten die Mitglieder des Bau-, Planungs-, Sanierungs- und Umweltausschusses außerplanmäßig allerdings kein Geld zur Verfügung stellen. Investiert werden muss in den Brandschutz der Schulen und in die Sanierung des Minispielfeldes in Markoldendorf.

Mackensen ist am 20. Mai und 7. Juni durch heftige Starkregenereignisse getroffen worden. Es kam zur Überschwemmung und Verschlammung privater Grundstücke und einzelner Häuser. Beide Unwetter hatten ihren Schwerpunkt westlich der Ortslage, das Wasser floss über die Berghänge in die Ortschaft. Hiervon wurde auch die Feldmark Mackensen betroffen. Verschlammte Gräben und beschädigte Wirtschaftswege sind die Folgen dieser Starkregenereignisse. Der Ortsrat bat für die notdürftige Wiederherstellung von Wegen um finanzielle Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro.

Im privaten und im öffentlichen Bereich habe es erhebliche Schäden gegeben, stellte Wolf Koch, SPD, fest. Die Wiederherstellung von rund zwei Kilometern Wegen soll laut Voranschlag etwa 15.600 Euro kosten. Mit seinen begrenzten Mitteln könne der Ortsrat nicht viel ausrichten, er brauche Unterstützung. Dabei gehe es nicht um eine »Luxussanierung«, stellte er klar. Mackensen hat für die Unterhaltung der Feldwege 1.724 Euro zur Verfügung, aus dem 30-Punkte-Programm für die Unterhaltung der Seitenbereiche kommen 672 Euro hinzu. Insgesamt werden jährlich im Stadtgebiet rund 19.686 Euro für die Wegeunterhaltung und 14.666 Euro für die Unterhaltung der Seitenbereiche bereitgestellt.

Bürgermeister Gerhard Melching berichtete von einem Gespräch, in dem es um eine verbesserte Gräben- und Überfahrtenregelung gegangen sei. Auch die Seitenbereiche könnten optimiert werden. Mit Landwirten soll gesprochen werden bezüglich der Gräben. Zerflossene Wege jetzt zu sanieren hielt er nicht für sinnvoll. Wichtiger sei die verbesserte Wasserführung.

Dass man solidarisch handeln und helfen müsse, meinte Jürgen Jackisch-Theisen, Grüne. Währenddessen gab Ludolf von Dassel, CDU, zu bedenken, dass das 30-Punkte-Programm nicht leichtfertig aufgebrochen werden sollte. Helmut Dörger, SPD, machte den Vorschlag, mit Landwirten zu sprechen, um eine andere Bewirtschaftung der Felder zu erreichen. Er fragte nach den Kosten, die die Feuerwehr- und Bauhof-Einsätze verursacht hätten und plädierte dafür, in Gänze das Thema zu betrachten und nicht bei einzelnen Ortschaften. Er schlug einen Ortstermin vor. Bernd Stünkel, UBW, appellierte an alle Ortsräte, fehlende Ableiter und nicht gemähte Bankette genau im Auge zu haben. Bei punktuell auftretenden Schadensereignissen wollte er die einzelnen Orte »nicht im Regen stehen lassen«. Für sofortiges Handeln sprach sich Jost Speitling, SPD, aus. Klaus Pagel, SPD, machte sich für den Anlieger-Schutz stark. Günther Kelter, CDU, gab ebenfalls zu bedenken, dass Dassel 16 Ortsteile habe, die man alle im Blick haben müsse. Die Grenzziehung, wer was bekomme, sei schwierig. Wirtschaftswegeunterhaltung und Grabenräumung könnten aus zwei Töpfen bedient werden, stellte er klar. Der Antrag, für die Beseitigung der Unwetterschäden in der Feldmark Mackensen außerplanmäßig Mittel in Höhe 10.000 Euro von bereit zu stellen, wurde abgelehnt.

In einer späteren Sitzung modifizierte der Verwaltungsausschuss den Beschluss: Nun sollen 1.500 Euro für die Schadenbeseitigung in Mackensen bereit gestellt werden. Mit dem Geld sollen Gräben und Durchflüsse verbessert werden, damit das Hab und Gut der Mackenser bei Starkregen nicht erneut in Mitleidenschaft gezogen wird. Ortsrat, Jagdgenossenschaft und Stadt werden beraten, wie man am besten wo verfährt. Auch für Lauenberg wollten die Ausschussmitglieder keinen Zuschuss gewähren. Dabei hatte Lauenberg um lediglich 1.500 Euro gebeten.

Weiteres Thema war das Markoldendorfer Minispielfeld. Die Stadt Dassel hat dem MTV Markoldendorf und dem DFB den Aufbau eines Minispielfeldes an der Grundschule Markoldendorf gestattet und die Verpflichtung übernommen diese Anlage dauerhaft zu unterstützen. Die Anlage wurde vom DFB anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ausgewählten Vereinen zur Verfügung gestellt, im Jahr 2009 wurde sie an die Grundschule Markoldendorf mit erheblicher Eigenleistung aufgebaut. Die Stadt Dassel zahlt an den MTV Markoldendorf zur Pflege der Anlage anteilig für die schulische Nutzung eine jährliche Pauschale in Höhe von 500 Euro. Da die Anlage nun mehr als zehn Jahre für die Grundschule und offene Ganztagsschule in Markoldendorf genutzt wird und ein erheblicher Sanierungsbedarf entstanden ist, hat der MTV Markoldendorf um einen Sanierungszuschuss gebeten. Die geschätzten Sanierungskosten liegen bei 5.400 Euro.

Der MTV Markoldendorf  erklärte, dass das Spielfeld marode sei und von manchen Menschen leider unsachgemäß behandelt werde. Jetzt machte sich der MTV dafür stark, dass die Stadt sanieren solle und der MTV nur der Zuschussgeber sei. Wie der Ausschussvorsitzende Günther Kelter, CDU, allerdings feststellte, hätten die Fraktionen über den ursprünglichen Vorschlag beraten. Das könne nicht einfach umgekehrt werden.

Bernd Stünkel, UBW, störte sich an der Umkehr des Antrages. Dass der MTV regulierend in die Bauphase eingreifen wolle, hielt Stünkel für großes Misstrauen gegenüber dem Bauamt.  Von Ordnungsmaßnahmen, um den Vandalismus einzudämmen, sprach Jürgen Jackisch-Theisen. Damit das Minispielfeld auch zukünftig von den Schülern der Grundschule Markoldendorf genutzt werden kann, soll ein Sanierungszuschuss in Höhe von 50,0 Prozent, also maximal 2.700 Euro, von der Stadt übernommen werden, entschied der Ausschuss. Das bestätigte der Verwaltungsausschuss.

Bei der letzten Brandverhütungsschau im Jahr 2015 wurden die Grundschulen in Dassel und Markoldendorf überprüft. Im Rahmen dieser Prüfung wurden verschiedene bauliche und organisatorische Mängel festgestellt. Zur Behebung wurde ein Mehrjahresplan aufgestellt. Ein bislang noch offener Punkt sind die offenen Garderoben im Treppenhaus der Grundschule Markoldendorf. Jacken, Schuhe und Taschen der Schüler werden dort an Garderobenhaken vor den Klassenräumen aufbewahrt. Dies ist in Treppenhäusern unzulässig. Der Landkreis Northeim wies darauf hin, dass aufgrund des hohen Kunststoffanteils in der Kleidung ein hohes Rauchvolumen entstehen kann und die Nutzung des notwendigen Treppenraumes als Fluchtweg damit verhindert wird. Verschiedene Varianten zur Aufbewahrung der Kleidung wie die Einrichtung von Umkleideräumen scheiden aus Platzgründen oder schulischen Anforderungen aus. Bauliche Maßnahmen würden rund 64.000 Euro kosten. Möglich ist, die Aufbewahrung der Kleider in geschlossenen Spinden. Das hierzu eingeholte günstigste Angebot beläuft sich auf 18.600 Euro. Hinzu kämen weitere 10.000 Euro für die Ausstattung des Obergeschosses der Grundschule Dassel mit Spinden.

Die SPD forderte zunächst ein Gesamtkonzept für die beiden Grundschulen ein, wollte die Entscheidung vertagen. Da es aber um die Sicherheit von Kindern ging, wurde die Verwaltung letztendlich sofort beauftragt, für 28.600 Euro Spinde für die Grundschulen zu beschaffen. Der Verwaltungsausschuss sprach sich grundsätzlich für die Beschaffung der Spinde aus, wollte aber erst noch Versicherungsfragen abklären.

Von einem Einwohner gewünscht wurden Tempo-30-Schriftzüge in der neuen Tempo-30-Zone in Markoldendorf. Zudem hielt er verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Kirchstraße für sinnvoll.sts

Dassel

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