Feuerwehr-Dienst bald wieder möglich

Ab dem 15. Juni unter strengen Auflagen | Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft

Stadtbrandmeister Harald Sehl betont, dass in diesen Zeiten die Lage ständig neu bewertet werden muss.

Dassel. Mittlerweile seit dem 11. März ruht der Dienst- und Ausbildungsbetrieb der Feuerwehren im Bereich der Stadt Dassel. Wegen der weltweiten Bedrohung durch das Coronavirus waren alle dienstlichen Veranstaltungen für die 16 Ortswehren abgesagt, auch die Kinder- und Jugendfeuerwehren waren nicht aktiv. Diese Maßnahmen dienten dem Schutz der Angehörigen der Feuerwehr. Die Einsatzbereitschaft wurde allerdings immer aufrechterhalten, berichtet Stadtbrandmeister Harald Sehl.

Im Februar gab es eine bestätigte Covid-19-Erkrankung in einer Ortsfeuerwehr. Daraufhin wurden die Feuerwehrmitglieder mehr als zwei Wochen in Quarantäne geschickt, Einsätze wurden von dieser Ortsfeuerwehr nicht mehr übernommen. Der Leitstelle wurde gemeldet, dass eine andere Feuerwehr den Einsatzdienst übernimmt. In zwei weiteren Feuerwehren waren die Verdachtsfälle negativ.

Seit dem 11. Mai kann der Dienst- und Ausbildungsbetrieb im Brand- und Katastrophenschutz nun wieder aufgenommen werden.Voraussetzung ist, dass sichergestellt wird, dass jede Person einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, einhält. Das gilt auch für die Kinder- und Jugendfeuerwehren.

Wie Stadtbrandmeister Sehl erläuterte, habe man sich auf Kreisebene entschlossen, keinen Dienst vor dem 15. Juni aufzunehmen. Bis dahin und vorher habe es Videokonferenzen gegeben.

Vorher untersagt waren Überprüfung und Kontrolle der Gerätschaften der Ortsfeuerwehren. Das ist nun wieder möglich. Hand- und Flächendesinfektionsmittel stehen den Feuerwehren zur Verfügung, Mund- und ­Nasenschutz – FFP2 oder FFP 3 – tragen die Feuerwehrmitglieder bei Einsätzen beispielsweise wenn sie medizinisches Personal unterstützen. Bei Bränden in Gebäuden kommen Pressluftatmer zum Einsatz. Auch bei Fahrten mit den Einsatz-Fahrzeugen werden Be­helfsmasken getragen. Die Fahrzeuge sind mit reduzierter Personenzahl besetzt. Auch bei Einsätzen muss der geforderte 1,5-Meter Abstand eingehalten werden. Das mache es natürlich nicht leichter, sagt Stadtbrandmeister Sehl.

Alle eingesetzten Gerätschaften werden nach Gebrauch desinfiziert, auch im Fahrzeug werden die Oberflächen wie Lenkrad oder Schaltknüppel entsprechend den Vorschriften gereinigt.

Nicht auf Stadt-, aber auf Ortsebene kann (muss aber nicht) der Betrieb ab 15. Juni also wieder aufgenommen werden. Manche Wehren machen online-Dienste, in denen theoretisches Wissen vermittelt werden kann wie beispielsweise über Gefahren an der Einsatzstelle. Wenn sich eine Ortswehr zu einem Dienstabend entschließt, müssen Vorgaben beachtet werden: Die Größe der Gruppe darf zehn Personen nicht übersteigen, die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Gibt es mehr als eine Gruppe wie in Dassel oder Markoldendorf, darf keine Durchmischung stattfinden. Die Hygieneregeln werden natürlich beachtet. Vor einem ersten Dienst muss eine Unterweisung dieser Auflagen erfolgen. Natürlich wird auch die Teilnahme dokumentiert, um im Fall der Fälle Infektionsketten verfolgen zu können.

Nicht vor den Sommerferien darf der Dienst für Jugendwehren starten, Kinderfeuerwehren ist der Dienst bis zum 31. August untersagt. Ob im September die Leistungsspange anvisiert wird, bleibt abzuwarten.

Das Hauptaugenmerk des Stadtbrandmeisters liegt in dieser Zeit auf der Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft. Die jetzt gültigen Vorgaben gelten bis auf Widerruf.

Übrigens: Im Dasseler Stadtgebiet sind rund 500 Feuerwehrmänner und -frauen aktiv.sts

Dassel

»Personell können wir das nicht stemmen«