Filmdreh an der Rainald-von-Dassel-Schule

Im Rahmen der Präventionsarbeit | Zwei Tage lang befassen sich Zehntklässler intensiv mit Suchtproblematik

Ein Obdachloser liegt an der Bushaltestelle, wird von Jugendlichen abfällig behandelt und gefilmt. Das Mobbing geht im Bus weiter – in verschiedenen Szenen nimmt der von den Zehntklässlern gedrehte Film den Zuschauer mit in die Lebenswelt Jugendlicher.

Dassel. »Mehr Energie« – der Regisseur Mathias Wald fordert die Schüler auf, die Szene intensiver anzugehen. Zehn Zehntklässler der Rainald-von-Dassel-Schule drehten jetzt im Rahmen der Präventionsarbeit an der Schule einen Kurzfilm zum Thema »Jugend und Sucht«.

Zwei Tage lang standen die Schüler vor der Kamera. Projektleiter Wolfgang Sosnowski von der mobilen Suchtprävention »Nä-her dran« hat mit Regisseur Mathias Wald aus Fulda ein Storyboard (Szenenbuch) verfasst, dementsprechend wurde gedreht. In verschiedenen Szenen wurde Sucht und Mobbing thematisiert.

Der Film rückt den Alltag Jugendlicher in den Fokus. Eine Szene handelt vom übermüdeten Aufstehen – gedreht werden konnte das dankenswerter Weise bei Familie Zillich. Im Klassenraum wandern unterm Tisch Drogen von einem zum anderen, in der Schultoilette muss sich ein Mädchen nach Tabletteneinnahme übergeben, gedealt wird in der Raucher-Ecke und an der Bushaltestelle und im Bus wird gemobbt – nicht nur Schüler, sondern auch ein Obdachloser. In vermeintlich alltäglichen Sequenzen geht es immer wieder um die Suchtgefährdung Jugendlicher und um den Umgang miteinander.

Projektleiter Sosnowski ist ehemaliger Polytoxikomane (Süchtiger mehrerer Substanzen). Seine »Drogenkarriere« hat er in dem Theaterstück »Toximan« umgesetzt. Dabei spielt er sich selbst, und mit »Toximan« war er auch schon an der Rainald-von-Dassel-Schule zu Gast. Dem Göttinger liegt die Präventionsarbeit am Herzen. Drogen, meint er, gebe es an jeder Schule. Zudem müssten 2,65 Millionen Jugendliche in alkoholbetroffenen Familien aufwachsen. Cannabis sei mittlerweile mit Blei versetzt, Legal Highs mit Rattengift.

Sosnowski möchte, dass Jugendliche nicht ihre Träume im Rausch begraben. Vielmehr geht es ihm darum, dass sie mit Werten leben: Respekt, Hilfsbereitschaft, Acht geben auf den anderen und bewusst leben. Jugendliche müssten stark gemacht werden, dass sie Nein sagen können zu Drogen oder respektlosem Verhalten. Nicht nur die Schule, vor allem die Eltern sieht Sosnowski hier gefordert.

Die Filmarbeiten, erklärt auch Schulsozialarbeiterin Chryssoulis, bestärke die Schüler darin, bewusste Entscheidungen zu treffen und dabei auf ihre innere Stimme zu hören. Den Schülern hat der ungewohnte Unterricht Spaß gemacht – auch wenn die Szenen oft wiederholt werden mussten, bis sie richtig im Kasten waren.

In etwa sechs Wochen wird der vier- bis fünfminütige Film fertig geschnitten sein. Geplant ist, ihn auch öffentlich zu präsentieren. Betreut wurden die Filmarbeiten von Seiten der Schule von Sozialpädagogin Maria Chryssoulis und Beratungslehrerin Simone Taube. Dank geht an die Sponsoren: die AKB Stiftung, den Einbecker Lions-Club und die Jugendstiftung des Landkreises Northeim.sts

Dassel

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