Folgekosten des Rückhaltebeckens sind nicht geklärt
Bauausschuss wird sich in einer der nächsten Sitzungen mit Hochwasserschutz beschäftigen müssen / Gespräche mit Eigentümern
Dassel. Mit dem Ziel, Hochwasserrückhalteräume zu schaffen, beauftragte der Leineverband, der als Träger die Hochwasserschutzmaßnahmen für die Städte Einbeck und Dassel steuert, das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichen Wasserbau der Universität Hannover einen Hochwasserschutzrahmenplan zu erarbeiten, der die Grundlage für alle Planungen ist. Nach Fertigstellung des Rahmenplanes folgte eine Untersuchung des Gesamtgebietes mit dem Schwerpunkt, eine Kombination der vorgeschlagenen Speicherräume zu erreichen.
Mit fünf Becken – am Burgberg, bei Mackensen, bei Lauenberg, Hallensen und Voldagsen – soll ein Rückhaltevolumen von insgesamt 165 Millionen Kubikmetern geschaffen werden. Es soll nicht nur den Städten und Gemeinden im Einzugsgebiet der Ilme dienen, sondern auch überregionale Auswirkungen im Landkreis Hildesheim bis zur Region Hannover haben.
In Fragen des Hochwasserschutzes arbeiten die Städte Dassel und Einbeck zusammen. Von den fünf Becken sollen zunächst zwei in Angriff genommen werde: in Voldagsen für den Stroiter Bach und zwischen Dassel und Mackensen für den Spüligbach. 2009 wurde der Leineverband als Projektträger mit der Planung der Maßnahmen beauftragt, Ende 2010 wurden die Ergebnisse den Dasseler und Einbecker Politikern in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt.
Dabei rückten die Dasseler Ratsherren nicht den Bau sondern den Betrieb und die Folgekosten des Beckens in den Vordergrund. Die unklare Kostensituation führte dazu, dass es in Dassel bislang keine abschließende Entscheidung gab. Der Einbecker Bauausschuss hatte sich für das erforderliche Planfeststellungsverfahren ausgesprochen. Mit Abschluss des Verfahrens liegt die Baureife vor. Der entsprechende Beschluss in Dassel steht noch aus. Die Mitglieder des Bauausschusses werden sich in einer der nächsten Sitzungen mit dem Thema befassen.
Im Vorfeld, berichtete Bauamtsleiter Volker Fuchs, werden Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern geführt. Denn deren Mitwirkung ist Voraussetzung für den Bau des Beckens. Das Rückhaltebecken liegt zwischen Dassel und Mackensen, der rund 150 Meter lange Staudamm liegt 175 Meter oberhalb der Schleifmühle. Seine Höhe beträgt rund 8,5 Meter. Der Spüligbach wird naturnah durch das Stauwerk geführt. Das Becken soll 345.000 Kubikmeter Wasser fassen. Gedacht ist das Becken für kurzzeitige Einstauereignisse, die in den meisten Fällen nur wenige Tage andauern werden.
Die geschätzten Kosten für das Becken liegen bei 3,6 Millionen Euro. Ohne eine 80-prozentige Förderung durch das Land scheint das Vorhaben nicht zu realisieren sein. Bei einer Besprechung stellte Hans-Jürgen Laduch, Geschäftsführer des Leineverbandes, allerdings heraus, dass die Förderung durch das Land nicht sichergestellt sei, da es möglicherweise nur 70 Prozent Zuschuss gebe. Das Land setze voraus, dass alle fünf Becken realisiert werden, dann werde die 80-prozentige Förderung gezahlt. Den Städten stellt sich nun die Frage
der Investitionskosten. Zudem müssten schwere Hürden im Planverfahren genommen werden – beispielsweise liegt das Becken am Burgberg in einem europäischen Vogelschutzgebiet.sts