Freibad Markoldendorf öffnet nicht

Förderverein: Personal fehlt, auf ein Jahr befristeteter Betreibervertrag, Coronabeschränkungen

An der Spitze des Fördervereins des Freibades Markoldendorf steht seit vielen Jahren Uwe Jahns. Bei der Mitgliederversammlung wurde beschlossen, das Bad in der kommenden Saison nicht zu öffnen.

Das Markoldendorfer Freibad wird auch in dieser Saison nicht öffnen. Die Mitgliederversammlung des Fördervereins, der das 1934 erbaute Bad seit 25 Jahren in Schuss hält, fasste diesen Beschluss, da man sich nicht in der Lage sieht, das Bad eigenverantwortlich zu betreiben. Zudem fehlt es an Fachpersonal, und da der Betreibervertrag nur auf ein Jahr – und nicht wie gewünscht auf sechs Jahre – geschlossen wurde, will man die hohen finanziellen Risiken nicht übernehmen. Nicht zu vergessen sind auch die Unwägbarkeiten wegen der Corona-Pandemie, wobei unklar ist, wann und wie Freibäder in dieser Saison geöffnet werden können.

Markoldendorf. Uwe Jahns, der Vorsitzende des Fördervereins, blickte auf die vergangene Saison, in der das Bad wegen fehlenden Personals ebenfalls nicht geöffnet werden konnte. Damals stand nur eine Fachkraft zur Verfügung, die im Dasseler Bad eingesetzt wurde. In dieser Saison wird die zweite Fachkraft nur teilzeit arbeiten und steht nur vormittags zur Verfügung.

Aus dem Budget des Markoldendorfer Bades (30.000 Euro) wurden im vergangenen Jahr nur 5.000 Euro ausgegeben. Im Haushalt 2021 ist die fünfstellige Summe ebenfalls wieder eingestellt worden, benötigt werden allerdings nur rund 5.000 Euro, um das Bad in Schuss zu halten.

Nicht genug Fachpersonal

Der Förderverein hatte eigenständig versucht, Personal zu finden, das ist nicht gelungen. Sehr bedauert wurde die kurze Laufzeit des Betreibervertrags. Denn eigentlich war alles für die Badöffnung vorbereitet – die Becken-sanierung könnte kurzfristig erledigt werden, die neue Chlortablettenanlage, die mit rund 7.000 Euro veranschlagt ist, könnte binnen zwei Monaten eingebaut werden, der Arbeitsplan steht. Man hätte öffnen können, so Jahns.
Aber: Für die nachmittägliche Öffnung kann die Stadt kein Fachpersonal zur Verfügung stellen. Lediglich vormittags hätte die Stadt die Teilzeitkraft abgestellt.

Dem Förderverein wurde deshalb von der Stadt angeboten, das Bad in eigener Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet, dass der Verein die Betriebsaufsicht hätte übernehmen müssen. Die Betriebsaufsicht gewährleistet den sicheren Betrieb des Bades und macht Haftungsrisiken beherrschbar. Die Stadt lehnte es ab, die Verantwortung für das Bad zu übernehmen, sofern dort kein Fachangestellter beschäftigt wird.

Für einen eigenverantwortlichen Betrieb der Schwimmstätte sieht der Verein nicht in der Lage. Zudem hätte eine Genossenschaft gegründet werden müssen, Aufträge müssten erteilt werden, Versicherungen wären abzuschließen und diverse Sachen wie Lohnbuchhaltung und Steuerabrechnung zu beauftragen. »Das alles kostet viel Geld, Zeit und Arbeit«, sagte Jahns.

Vor dem Hintergrund des Ein-Jahres-Vertrages, der finanziellen Risiken, dem fehlenden Personal und den Corona-Beschränkungen hat der Förderverein insgesamt einstimmig beschlossen, in dieser Saison nicht zu öffnen.

Die Mitglieder befürchteten allerdings, dass das das endgültige Aus für das Sinrambad bedeuten könnte. Deshalb wird jetzt auf eine neue Zusammensetzung des Stadtrates gesetzt, der am 12. September gewählt wird. Jahns hofft, dass mit dem neuen Stadtrat wieder ein langjähriger Betreibervertrag geschlossen werden kann. »Wir wollen gar nichts Schickes, wir wollen nur schwimmen«, unterstrich er das Anliegen der Markoldendorfer.
250 Mitglieder stützen den Förderverein

Kassenwartin Martina Sprink erläuterte die finanzielle Lage des Fördervereins, die einen Betrieb des Bades samt Investitionen möglich gemacht hätte. Die Kassenprüfer Peter Meergans und Edith Sarstedt prüften die Kasse, ordnungsgemäße Kassenführung wurde bestätigt, Entlastung erteilt. Im nächsten Jahr werden Edith Sarstedt und Monika Meergans die Kasse prüfen.

Rund 250 Mitglieder stützen derzeit den Förderverein. Ehrenamtliche Arbeitseinsätze werden in dieser Saison nur in geringem Umfang stattfinden. Über einen Mitgliedbeitrag soll bei einer Versammlung im Dezember entschieden werden.sts

Dassel

Kranz in aller Stille niedergelegt