Ausschuss für Jugend, Familien, Senioren, Kultur und Tourismus

Geschichte der Ilmebahn wird in der Blankschmiede lebendig

Geburtenrückgang macht Reduzierung der Plätze in den Kindertagesstätten erforderlich / Bericht von Stadtjugendpfleger Diedrich

Eine neue Dauerausstellung möchte Stadtarchivar Manfred Schnepel in einem Raum der Blankschmiede installieren: Gezeigt werden sollen Exponate, die die Geschichte der Ilmebahn beleuchten. Das Engagement des Stadtarchivars wurde vom Ausschuss für Jugend, Familien, Senioren, Kultur und Tourismus gelobt. Weitere Themen der jüngsten Sitzung waren die Anpassung der Zahl der Kindergartenplätze an den Bedarf, der Tätigkeitsbericht des Stadtjugendpflegers, der Haushaltsplanentwurf und die Mitgliedschaft in der Solling-Vogler-Region.

Dassel. Die Anzahl der im Dasseler Stadtgebiet geborenen Kinder geht zurück – waren es 1999/2000 noch 135, so lag die Geburtenzahl im vergangenen Jahr unter 50. Gleichzeitig zwingt der mit dem Land geschlossene Zukunftsvertrag zum Sparen und damit zur Bedarfs-Anpassung der Kindergartenplätze, was rund 40.000 Euro Einsparungen mit sich bringen soll. Angemeldet werden 214 Kinder zum Kindergartenjahr 2012/2013, 226 sind es im darauffolgenden Jahr. Darunter finden sich 18 bis 20 Kinder aus anderen Gemeinden. Sie werden nur ihm Rahmen freier Plätze aufgenommen.

Insgesamt stehen 226 Anmeldungen 278 genehmigten Plätzen gegenüber. Durch die festgelegte Reduzierung der Plätze in der Kindertagesstätte Markoldendorf werden die Betreuungsplätze um 24 reduziert. Zehn weitere Plätze können durch die Schließung einer Kleingruppe in Lauenberg gestrichen werden. Dann würde es in der Stadt Dassel noch 244 Plätze für Kindergarten-Kinder geben. Bedeuten würde dies aber auch, dass nicht alle Wunschanmeldungen erfüllt werden können und Eltern auf einen anderen Kindergarten im Stadtgebiet ausweichen müssen. Die Betreuung der Kinder unter drei Jahren kann in Markoldendorf nicht wunschgemäß umgesetzt werden, allerdings sind in der Krippe in Dassel noch vier Plätze frei. Zudem haben die Tageseinrichtungen in Lauenberg, Lüthorst und Sievershausen noch freie Kapazitäten und können Kinder aufnehmen. Einstimmig wurden die neuen Kindergartenplätze durch den Ausschuss befürwortet.

Benannt wurden die Mitglieder und Stellvertreter für die Elternbeiräte in den Kindertagesstätten: Martina Gödecke und Christian Vierroth für Dassel, Holger Bode und Reinhard Hoppert für Lauenberg, Katharina Brömsen und Detlef Hildebrandt für Hilwartshausen, Jochen Flemnitz für Hoppensen/Wellersen, Brigitte Frohme und Sonja Bremer für Lüthorst, Walter Garbe für Hunnesrück, Martin Helmker und Detlef Rengshausen für Amelsen, Christina Steinig und Nicole Vespermann für Portenhagen, Martina Stahl, Vera Thoma, Heinz Grobe und Markus Schuchart für Markoldendorf, Andre Wedekind, Anja Radtke, Maren Oppermann und Tatjana Melching für Sievershausen.

Die Leistungen der Jugendhilfe stellte Stadtjugendpfleger Michael Diedrich vor. Mit dem Landkreis ist eine Vereinbarung über die Jugendarbeit und die Förderung der Jugendverbände getroffen worden. In Dassel liegt die Jugendarbeit in den Händen des Stadtjugendpflegers Michael Diedrich. Sein Tätigkeitsbericht, den er den Ausschussmitgliedern vorlegte, zeigte die Aktivitäten im vergangenen Jahr. So rief er die Flohmärkte, fortlaufende Kinder- und Jugendprojekte, Beteiligungsprojekte wie die Juleica-Dankeschön-Party oder auch die Ferienpass-Aktionen in Erinnerung. Auch in diesem Jahr werden wieder Flohmärkte und die Ferienpassangebote organisiert. Beteiligen will man sich an der 100-Jahr-Feier des CVJM-Hauses »Solling«. Geplant sind ferner eine Kinderfreizeit in Silberborn, ein Verkehrssicherheitstraining, ein Engel-Projekt, ein Erste-Hilfe-Lehrgang und ein Tanzworkshop. Zu diskutieren ist, ob sich der Stadtjugendpfleger als Waldpädagoge weiterbilden lässt, um dann Angebote im Solling anbieten zu können. Rund 10.784 Euro wurden im vergangenen Jahr für die Stadtjugendpflege aufgewendet, in diesem Jahr sollen es weniger als 10.000 Euro sein.

Diskutiert wurden dabei auch die Jugend-räume. Geöffnet sind die Jugendräume in Mackensen und Hilwartshausen. Jean Dümmelbeck, Grüne, fragte die Verwaltung, ob sie einen geeigneten Raum in der Kernstadt für die Jugendlichen nennen könne. Heike Hoffmann, SPD, stellte fest, dass der Ortsrat Dassel bereit sei, etwas für die Jugendlichen zu tun. Die Initiative müsse aber von den Jugendlichen ausgehen. Versuche, ein Leitungsteam zu finden, seien bisher gescheitert. Und Bürgermeister Gerhard Melching erklärte, dass es möglich gewesen wäre, den Keller des Ratskellers den Jugendlichen zur Verfügung zu stellen. Da aber die Bücherei nicht in die Grundschule, sondern in den Ratskeller verlegt worden sei, gebe es diese Möglichkeit nicht mehr.

Von 5.000 auf 2.500 Euro reduzierte der Ausschuss den Haushaltsansatz für Ausfallbürgschaften. Eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 700 Euro wird für die Naturhornsolisten übernommen. Für den humorvollen Theaterabend »Helene in Szene« werden 350 Euro eingeplant. Nicht beteiligen will man sich an der Bild- und Textdokumentation des Landes Niedersachsen. Erfreut waren die Ausschussmitglieder allerdings über die Initiative des Stadtarchivars Manfred Schnepel. In einem Raum in der Blankschmiede wird er die Geschichte der Ilmebahn mit einigen Exponaten lebendig werden lassen. Ein Modell des Bahnhofs Salzderhelden, Fotos, Uniformen und weitere Ausstellungsstücke sollen eine neue Heimat in der Blankschmiede finden. Bürgermeister Melching war dankbar für das Engagement des Stadtarchivars. Geplant ist, für das Vorhaben Spenden einzuwerben.

Eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus auf der Basis einer interkommunalen Zusammenarbeit ist für die Stadt Dassel ein wichtiges politisches Projekt zur Entwicklung beziehungsweise den Erhalt von Infrastruktur und Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Stadt Dassel hat ihr finanzielles Engagement für den Tourismus im Entschuldungsvertrag mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Northeim festgeschrieben. Aufwendungen im Bereich Tourismus gelten als freiwillige Leistung, so dass weitere zusätzliche Aufwendungen mit den Zielen und Festlegungen des Zukunftsvertrages nicht vereinbar sind.

In der jüngsten Sitzung des Vorstandes der Solling-Vogler-Region (SVR) ist beschlossen worden, den Antrag der Stadt Dassel auf Aufnahme in den SVR abzulehnen, da Kommunen, die kein Mitglied im Weserbergland Tourismus (WT) sind, nicht Mitglied im SVR werden sollen. Eine Entscheidung der Mitgliederversammlung des SVR steht noch aus. Die Entscheidung des Vorstandes des SVR ist für die Stadt Dassel sehr überraschend, da der Unterzeichner bereits die Gründung des SVR begleitet hat und die Bedingung der Mitgliedschaft im WT – nach den Beschlussfassungen des Rates der Stadt Dassel im Juni 2011 – erst im Spätherbst durch den Geschäftsführer des SVR genannt worden sind.

Verschiedene Konsequenzen sind denkbar. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, den Antrag der Stadt auf Mitgliedschaft im SVR aufrecht zu erhalten. Denn die interkommunale Zusammenarbeit im Tourismus sei als Teil der Wirtschaftsförderung im strukturschwachen ländlichen Raum sinnvoll. Der Landkreis hat mitgeteilt, dass die erforderlichen Gelder für eine Mitgliedschaft im Weserbergland Tourismus im Landkreis-Haushalt eingeplant sind – immerhin rund 8.000 Euro im Jahr. Allerdings muss darüber noch die Kreis-Politik entscheiden.
Unterstützen will die Stadt auf der Basis der Zusammenarbeit mit der Solling-Vogler-Region die Antragsstellung für das Modellprojekt »LandZukunft« durch den Landkreis Holzminden. Je ausgewählter Region ist dabei ein Förderbudget in Höhe von 1,5 bis zwei Millionen Euro vorgesehen. Für den Fortbestand der Ferienbetreuung für Schulkinder machte sich ein Bürger aus Wellersen stark. Berufstätige Eltern seien darauf angewiesen, hob er hervor.
Genehmigt wurde durch den Ausschuss der Haushaltsplanentwurf 2012. Verpflichtet wurden die hinzugewählten Mitglieder Holger Bode und Hans-Christian Zillich.sts