Die »Grande Dame« des Kirchenkreises

Helga Ebeling aus Sievershausen mit Verdienstkreuz ausgezeichnet | Jahrzehntelanges Engagement gewürdigt

Mit jahrzentelangem Engagement, ihrem Handeln und ihrer Initiativkraft habe Helga Ebeling (links) zum Wohl der Gesellschaft beigetragen, lobte Landrätin Astrid Klinkert Kittel, die das Verdienstkreuz verlieh.

Sievershausen. Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste Auszeichnung, mit der das Land Verdienste um das Gemeinwohl würdigt: Mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde jetzt Helga Ebeling aus Siev-ershausen. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel würdigte das jahrzehntelange Engagement der 76-Jährigen, ihr Handeln und ihre Initiativkraft.

Superintendentin Stephanie von Lingen bezeichnete Ebeling dank ihres engagierten Einsatzes im Kirchenkreis gar als »Grande Dame«, als erfahrene Frau, die wegen ihrer Lebensleistung, ihres Erfahrungsschatzes und ihrer inspirierenden Dynamik Generationen geprägt habe.

Bescheiden wie sie ist, wollte Ebeling den Ruhm nicht alleine für sich, sie dankte ihren Unterstützern und bekräftigte, dass ehrenamtliche Arbeit ihren Lohn in sich trage. Anknüpfend an das Zitat von John F. Kennedys, stellte die Landrätin heraus, dass Helga Ebeling nicht nur frage, sondern handele. Seit Jahrzehnten stelle sie eigene Interessen zurück, um sich dem Gemeinwohl zu widmen.

Das Verdienstkreuz sei deshalb die verdiente Anerkennung für ihr langjähriges Engagement. Damit bedanke sich das gesamte Land bei Helga Ebeling. Die Ordensverleihung, die Klinkert-Kittel im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier vornahm, sei ein besonderes Ereignis, weil »man es mit besonderen Menschen und ungewöhnlichen Lebensgeschichten« zu tun habe.

Die Auszeichnung würdigt Ebelings langes Wirken im kirchlichen und sozialen Bereich. Seit 42 Jahren ist Ebeling in der Kirche aktiv. Seit 1976 gehört sie dem Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Sievershausen an, seit 1982 ist sie stellvertretende Vorsitzende. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die Jugendarbeit. Von 1980 bis 2000 war sie Mitglied des Kirchenkreistages, von 1998 bis 2000 Mitglied des Kirchenkreisvorstandes.

Im gemeinsamen Ausschuss hat sie die Kirchenkreisreform und die Zusammenlegung der Kirchenkreise Northeim, Uslar, Einbeck mit vorbereitet. Seit 2001 ist sie Mitglied im neugebildeten Kirchenkreis Leine-Solling, bis 2012 war sie dort erste stellvertretende Vorsitzende. Im Kirchenkreis engagiert sich Ebeling seit 2001 als Mitglied des Kirchenkreistages, seit 2003 gehört sie dem Diakonievorstand an.

2012 war die 76-Jährige maßgeblich an der Zusammenlegung von acht Kirchengemeinden in der Region Dassel beteiligt. »Damit haben Sie einen wichtigen Beitrag zur Fortsetzung der kirchlichen Arbeit vor Ort geleistet«, stellte die Landrätin fest. Ehrenamtlich ist Ebeling zudem aktiv im Diakonie-Vorstand, dem Stellenplan- und dem Bauausschuss, der Arbeitsgruppe Gebäudemanagement sowie Pfarrhauskonzept für attraktive Pfarrhäuser.

Darüberhinaus beteiligt sie sich an der Zukunftsplanung im Kirchenkreisvorstand. Ihre Kompetenz bringt sie in das Visitationsteam ein und besucht im sechsjährigen Rhythmus die 57 Kirchengemeinden. Klinkert-Kittel lobte die »hohe Kompetenz« Ebelings m Kirchenkreis: »Sie engagieren sich mit Sachverstand, Verlässlichkeit und Freundlichkeit für die Region.« Zudem ist Helga Ebeling im sozialen Bereich aktiv, engagiert sich seit mehr als 18 Jahre im DRK und ist seit 1999 Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Sievershausen, den sie mit Umsicht und Hilfsbereitschaft leitet.

Während der Flüchtlingszuwanderung setzte sie sich für die Integration der neuen Bewohner ein, und auch kommunalpolitisch war sie aktiv: von 2001 bis 2206 im Ortsrat, von 2005 bis 2006 im Stadtrat. Dieses vielseitige Engagement sei »absolut bewundernswert«, lobte die Landrätin.

»Es geht ihr um die Sache und nicht um die Person«, stellte Superintendentin Stephanie von Lingen gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kirchenkreistages, Reinhard Papesch, heraus. Helga Ebeling sei eine »Grande Dame«, Markenzeichen sei ihr kritischer Geist, ihr hoher freiwilliger Arbeitseinsatz und ihre Verlässlichkeit. Motiviert werde sie von ihrem Glauben, der auf dem Evangelium gründet sowie von einem sozial geprägten Gewissen für Benachteiligte.

Die Bühne der Grande Dame sei der Kirchenkreis mit seinen 100 Kirchen und Kapellen und mehr als 60 Gemeinden. »Niemand ist so viel unterwegs« im Kirchenkreis wie Helga Ebeling. Bei Wind und Wetter »erfahre« sie den Kirchenkreis, um ihre »Mission« zu erfüllen: Kirche zu stützen, zu stärken und für die Zukunft fit zu machen.

Die Grande Dame sage, was sie meine, beispielsweise auch, dass der Kirchenkreis handele und nicht behandelt werde. Ebeling »weiß viel, ist unser Gedächtnis«, sagte von Lingen. Die 76-Jährige habe sich Hochschätzung verdient. Nur 33 Prozent der Ausgezeichneten mit einem Verdienstkreuz sind Frauen - und so betonte die Superintendentin, dass sie stolz sei, eine von ihnen in ihren Reihen zu haben.

»Total überrascht« war Ebeling über die Verleihung des Verdienstkreuzes. Wenn man stets am Herzen liegende Dinge vorantreiben wolle, dann entstehe ehrenamtliche Arbeit. Etwas in Gang setzen, könne man aber nur, wenn man Gleichgesinnte finde. Mit Einsatz, Sachkenntnis und Ausdauer habe sie die gesetzten Ziele verfolgt. »Nur im Team kann man etwas voranbringen«, war Ebeling sicher.

Mit der öffentlichen Würdigung habe sie nicht gerechnet, schließlich trage ehrenamtliche Arbeit ihren Lohn in sich, sagte sie bescheiden. Der Sievershäuser Ortsbürgermeister Günther Kelter überbrachte seine persönlichen Glückwünsche und die des Ortsrates. Ebeling habe für den Ort viel getan und sei auch bei der Dorfmoderation aktiv. »Du hast dir die Auszeichnung verdient.« Dem schloss sich Joachim Stünkel als CDU-Stadtverbandsvorsitzender an. Er stellte heraus, dass Ebeling stringent ihre Ziele durchgesetzt habe, verlässlich sei und sich immer ohne Eigennutz eingesetzt habe.sts

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