Grascha begeistert von der Blankschmiede

Dassel. Dass hätte er nicht gedacht, dass er auf seiner Sommertour so arbeiten musste - der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha aus Einbeck informierte sich jetzt in der Dasseler Blankschmiede und versuchte sich in der alten Handwerkskunst. Im Beisein von Mitgliedern des FDP-Ortsverbandes zeigte er sich angetan, von dem historischen Museum. Wolf Koch, Vorsitzender des Fördervereins der Blankschmiede, und Dieter Böhlke nahmen den Politiker mit auf eine sehenswerte Zeitreise.

Die Blankschmiede Neimke in Dassel ist ein Technik- und Landwirtschaftsmuseum, das eine wasserbetriebene Hammerschmiede beherbergt. Das Kulturdenkmal, das vom Spüligbach durchflossen wird, wurde 1727 als Schmiede in Betrieb genommen. Der Platz lag außerhalb der Stadtmauer.

Später erweiterte man den Bau um den Wohntrakt. Bis 1985 wohnte und arbeitete hier in einer Folge von acht Generationen die Familie Neimke, deren Alltagskultur heute ihr hinterlassener Hausrat als authentischer Bestandteil der Sammlung dokumentiert. 1988 gründete sich ein Förderverein, der bis heute das Museum stützt. Das Museum weist drei Themenschwerpunkte auf: Mit dem historischen Wasserrad wird Energie aus dem Spüligbach gewonnen, der nach Aussage Kochs einer der saubersten Bäche Südniedersachsens sei, aber im Moment wenig Wasser führt.

Die Energie wird mittels Transmission auf Sensenhammer und Schleifvorrichtung übertragen. Der Schmied war im selben Gebäude Kleinbauer im Nebenerwerb. Die landwirtschaftlichen Geräte und Werkzeuge geben in Kombination mit Stall, Wohnküche und Schlafkammern für Knecht und Familie einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und die Wirtschaftsweise der Kleinbauern der letzten Jahrhunderte.

Eine Schultertrage, auch Schanne, genannt, probierte der Politiker gleich aus (Foto).  Rund 100 Meter östlich der Schmiede bestand bis 2002 der Kopfbahnhof der Ilmebahn. Dieser wird neben anderen Dokumenten der regionalen Bahngeschichte im Modell auch in der Blankschmiede gezeigt. Zum Besuch des Landtagsabgeordneten hatte der Förderverein das Feuer in der Blankschmiede entfacht, und Hannes Garbelmann zeigte wahre Schmiedekunst.

Wolf Koch überließ Hammer und Amboss dem Politiker, der sich einen Wandhaken schmiedete - nicht ganz ungeschickt, war doch sein Urgroßvater auch Schmied.  Die Blankschmiede, erfuhr Grascha, hatten einen Besuchereinbruch, nachdem nach verkürzter Abiturzeit die Schulzeit verkürzt und damit Klassenfahrten gestrichen wurden. Außerdem kamen weniger Besucher, seit das CVJM-Haus »Solling« geschlossen ist. Mit dem neuen Schmiede-Café, das jeden ersten und dritten Sonntag im Monat öffnet, ist es allerdings gelungen, die Besucherzahlen wieder zu steigern.sts