Holzkohle gibt es ab Anfang Juni

Meilerfreunde Sievershausen haben in diesem Jahr wieder einen Meiler betrieben

In dem Meiler darf das Holz nicht ­brennen, sondern nur verkohlen, durch die kleinen Luftlöcher wird Luft herein­gelassen, so kann kein Feuer entstehen.

Fleißig waren in diesem Jahr wieder die ­Meilerfreunde Sievershausen. Im Wald haben sie den mittlerweile fünften Kohlenmeiler ­gebaut, beaufsichtigt und Holzkohle hergestellt – natürlich unter Beachtung eines­ ­genehmigten Hygienekonzepts.

Sievershausen. Nachdem das Buchenholz aus dem Elfas angeliefert worden war, ging es ans Ablängen, Kleinschneiden, Transportieren und Aufschichten am Meilerrund. Drei Sonnabende investierten die Meilerfreunde, um das Holz für die Verkohlung an Ort und Stelle zu haben.

Seit dem Mittelalter wird Holzkohle in Meilern hergestellt. Auf dem Meilerplatz wurde der Meiler aus Holz angelegt, in annähernd halbkugelförmigen Haufen, mit großen Ein-Meter-Scheiten regelmäßig um den Feuerschacht (Quandel) herum. Darauf kam ein luftdichtes Gründach, und zum Abschluss wird der Meiler mit Erde, mit Ausnahme des Quandels, luftdicht verschlossen. Über den Feuerschacht wird der Meiler entzündet, dann wird auch dieser verschlossen.

Holzgasverpuffungen

Ein sicheres Zeichen, dass die Verkohlung begonnen hat, ist das sogenannte Stoßen des Meilers – durch die starke Erwärmung kommt es zu Holzgasverpuffungen. An der Spitze sowie am Fuß des Meilers werden einzelne Löcher eingestochen, mit denen das Feuer im Meiler reguliert werden kann. Unter dieser Decke leitet man die Verbrennung bei sorgsam geregeltem Luftzutritt in der Weise, dass möglichst nicht mehr Holz verbrennt, als unbedingt erforderlich ist, um die gesamte Holzmasse auf die Verkohlungstemperatur zu erhitzen. Im Meiler darf das Holz nicht brennen, sondern nur verkohlen, durch die kleinen Luftlöcher wird Luft hereingelassen, so kann kein Feuer entstehen. Es entwickelt sich aber eine große Hitze, und das Wasser verdampft, Teer kondensiert am Gründach, der Rauch ist gelblich-weiß und geruchlos. Die Hitze des glimmenden Holzes im Innern des Meilers treibt dann alle flüssigen und organischen Bestandteile als Rauch aus dem Holz.

Farbe des Rauchs wichtig

Die Aufgabe des Köhlers und seines Teams ist es, über rund sieben Tage den Meiler weder erlöschen noch ihn durch zuviel Luftzufuhr abbrennen zu lassen. Dazu bohrt und verschließt man die Zuglöcher. Im Wesentlichen sollen nur die sich aus dem erhitzten Holz entwickelnden Gase und Dämpfe verbrennen. Durch die Beobachtung des Rauches beziehungsweise dessen Farbe muss der Köhler erkennen, ob zu viel oder zu wenig Luftzufuhr herrscht. An der Farbe des entweichenden Rauchs erkennt man, ob die Verkohlung vollendet ist. Ist der Rauch weiß und dicht, ist das Holz noch nicht verkohlt, ist er hell, fast durchsichtig und langsam bläulich, ist das Holz verkohlt. Die Zuglöcher werden nun weiter nach unten verlagert, um das Feuer auch in die unteren Bereiche des Meilers zu ziehen. Der Meiler verkohlt von oben nach unten. Und im Verlauf der Verkohlung sackt der Meiler langsam ein.

Ist die Verkohlung abgeschlossen, wird das Feuer im Meiler durch das Verstopfen der Luftlöcher schnell erstickt, und der Meiler beginnt langsam auszukühlen. Der Meiler ist nun etwa auf die Hälfte des ursprünglichen Volumens zusammengeschrumpft. Jetzt wird die Abdeckung geöffnet und dann wird die Kohle mit einem Rechen, einer Forke oder einer Schaufel ausgezogen und zum Abkühlen ausgebreitet. Die Kohle muss mindestens zwölf Stunden auskühlen.

Kontrolle auch nachts

Die zehn Meilerfreunde haben in diesem Jahr rund 40 Meter Buchenholz verkohlt, immer wieder wurde nachgestopft. Der diesjährige Meiler war rund 2,5 Meter hoch und acht Meter breit – wie auch in den Vorjahren.

Die Köhlerei ist arbeitsreich. Immer wieder wurde der Meiler kontrolliert, auch nachts jede Stunde, berichten die Meilerfreunde. Stetig wurde der Meiler auch geklopft: »Der braucht Schläge«. Die Erde, die auf dem Meiler liegt, werde mit jedem Jahr besser, freuen sie sich. Wichtig ist auch das Wetter: Im Jahr 2014 hatte ein Gewitterschauer den Meiler derart abgekühlt, dass er erloschen ist. Starker Wind wurde mittels Planen abgehalten, leichter Regen schadet dem Kohlenmeiler nicht.

Und so haben die Meilerfreunde auch in diesem Jahr wieder gute Holzkohle produziert, die voraussichtlich Anfang Juni an der SollingScheune angeboten wird.

Kein Meilerfest

Vor zwei Jahren konnte bei sonnigem Wetter noch ein großes Meilerfest gefeiert werden. Das muss in diesem Jahr wegen der Auflagen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie allerdings ausfallen.sts

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