Im »Storchengang« etwas für die Gesundheit tun

Sollingverein Dassel weiht Wassertretbecken am Freizeitgelände ein | Mit Eigenleistung reaktiviert

Der Vorstand des Dasseler Sollingvereins – Harry Felde, Rolf Albrecht, Mirko Lange und Uwe Schomburg (von links) – freut sich über das Wassertretbecken, das in Eigenleistung reaktiviert wurde. Die Gäste der Einweihungsfeier ließen sich vom Nieselregen nicht abhalten, im typischen »Storchengang« durchs kalte Quellwasser zu gehen.

Dassel. Der Dasseler Sollingverein hat jetzt das neue Wassertretbecken an der Grillhütte eingeweiht. Im Rahmen des Sommergrillens waren viele Gäste auf die Freizeitanlage gekommen, und der Sollingverein freute sich über den gelungenen Abschluss der Arbeiten.

Das Wassertretbecken wird mit frischem Wasser gespeist aus der Klamke-Quelle. »Das Becken wird sehr gut angenommen«, stellte der Vorsitzende des Sollingvereins, Rolf Albrecht, fest. Viele kämen regelmäßig her, und den ganzen Tag über sei Betrieb.

Ein Wassertretbecken hat es an dieser Stelle schon früher gegeben, genau lässt es sich für den Verein nicht nachvollziehen, aber vermutlich wurde es in den 1970er Jahren gebaut, und es war in städtischer Trägerschaft. Dann wurde es aber aus finanziellen Gründen nicht mehr instand gehalten, und Ortsrat und Verwaltung haben schließlich beschlossen, das Becken zuzuschütten.

An derselben Stelle hat der Sollingverein das Becken nun reaktiviert. Die frühere Anlage, die über die Jahre zugewachsen und von der nicht mehr viel zu sehen war, wurde freigelegt und wieder nutzbar gemacht. Ein- und Auslass für das Quellwasser waren noch vorhanden. Rund um das Becken wurde eine Holzeinfassung montiert. Ein Geländer in das Becken sowie ein Handlauf im Becken sind installiert worden, das unmittelbare Umfeld wurde gepflastert, es sind Bänke aufgestellt worden, und eine Natursteinmauer wurde gebaut. Seit 2017 hat der Sollingverein daran gearbeitet, ehrenamtlich abends und an den Wochenenden. Im Frühjahr konnte das Vorhaben beendet werden.

Zahlreiche Sponsoren haben das Vorhaben großzügig unterstützt. »Alle fanden, das sei eine gute Idee«, berichten die Vorstandsmitglieder Rolf Albrecht, Harry Felde, Uwe Schomburg und Mirko Lange. Sowohl heimische Unternehmen als auch Bürger haben sich beteiligt, sie wollten dieses Vorhaben, von dem die Allgemeinheit etwas hat, unterstützen. Da sei, schmunzelt Rolf Albrecht, nicht viel Überzeugungsarbeit notwendig gewesen. Mit der Stadt Dassel wurde ein Betreibervertrag für die Anlage abgeschlossen, zu der neben dem Wassertretbecken auch der Grillplatz, eine Feuerstelle und eine große Wiese gehören - ein öffentlich nutzbares Freizeitgelände, das der Sollingverein an interessierte Gruppen vermietet.

Der Sollingverein mit seinen rund 180 Mitgliedern hofft, dass das Wassertretbecken, wie auch die gesamte idyllische Anlage, von den Nutzern pfleglich behandelt wird.

Die Einweihungsfeier wurde umrahmt durch eine Kaffee- und Kuchentafel, am späten Nachmittag wurde gegrillt, und der Männergesangverein Mackensen sorgte mit Liedvorträgen für Unterhaltung.
Auf einem Findling ist eine »Anleitung« zum richtigen Wassertreten angebracht, die Metalltafel wurde gestiftet von der Dasseler Solling-Apotheke.

assertreten ist eine der bekanntesten Kneipp-Anwendungen. Es stärkt das Immunsystem und regt Kreislauf und Stoffwechsel an. Die Durchblutung wird gefördert, die Venen werden gekräftigt. Wassertreten fördert einen entspannten Schlaf und steigert das Wohlbefinden. »Wagen Sie sich ins kalte Wasser«, heißt es auf der Tafel. Wassertreten sollte man nicht unmittelbar vor oder nach Mahlzeiten. Man sollte auch nie mit kalten Füßen ins Wasser gehen. Beim Wassertreten sind die Füße im sogenannten Storchengang aus dem Wasser zu heben. Man bleibt höchstens so lange im Wasser, bis ein starker Kältereiz in den Beinen einsetzt. Die Dauer der Anwendung liegt zwischen 30 Sekunden und einer Minute. Die Beine werden anschließend nicht abgetrocknet, sondern das Wasser wird nur abgestreift. Danach ist für Erwärmung zu sorgen, etwa durch zügiges Spazierengehen oder Gymnastik. Wer nieren- oder blasenkrank ist, darf nicht wassertreten.ek