Mit früher Flugbegeisterung von der PGS zur Lufthansa

Andreas Meyer berichtet als »Ehemaliger« in der Veranstaltungsreihe über seine Arbeit als Pilot / Umfassende Ausbildung

»Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.« Das dachte sich auch Andreas Meyer, der schon im Alter von zwölf Jahren ein begeisterter Modellflieger war. Vor allem die Schüler und Schülerinnen, die sich für ungewöhnliche Berufsperspektiven interessieren, verfolgten an der Paul-Gerhardt-Schule intensiv die Ausführungen des Referenten, der 1986 am Dasseler Gymnasium sein Abitur gemacht hat.

Dassel.  Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Aus aller Welt – Ehemalige berichten«, organisiert von Manfred Braun, sollen frühere PGS-Schüler Impulse bei der Berufsfindung setzen, Anregungen und neue Perspektiven für die Zeit nach dem Abitur geben. Auch berichten sie von ihren Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt.
Zunächst zeichnete Andreas Meyer den Weg seiner Berufsfindung nach. Lange bevor er sein Abitur machte, hatte er den Wunsch, Pilot zu werden. So konnte er seine damalige Klasse überzeugen, eine Klassenfahrt nach Flensburg zu unternehmen, um den in der Nähe liegenden Fliegerhorst besichtigen zu können. Schon damals zeichneten sich eine für das Berufsbild notwendige Durchsetzungsfähigkeit und ein entsprechendes Beharrungsvermögen aus. Die Mitschüler waren nämlich zuerst von der Reise gar nicht so begeistert.

Nach dem Abitur verpflichtete sich Meyer bei der Bundeswehr. Er wechselte zur Marine, wo er dann auch seine Ausbildung zum Piloten absolvierte. Voraussetzungen für einen Piloten sind besondere Kenntnisse in den Schulfächern Physik, Mathematik und Englisch. Hinzu kommt noch das erfolgreiche Bestehen körperlicher Tests. Im Rahmen seiner Ausbildung war er in den USA in Phoenix/Arizona stationiert. Ein Höhepunkt, von dem er stolz berichtete, war ein Langstreckenflug, der ihn auch im Tiefflug über den Hudson River in New York führte.

Dies wäre nach dem 11. September 2001 natürlich nicht mehr möglich gewesen. Nachdem er die Marine 2000 verlassen hatte, konnte er bei der »Lufthansa Cityline« anheuern, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa, die auf Europa-interne Flüge spezialisiert ist. Hier ist er nun Co-Pilot und wird in ganz Europa eingesetzt.

Obwohl er sein Hobby zum Beruf gemacht hat und immer noch begeistert von seinem Beruf ist, stellte er auch negative Seiten vor. So sollte sich jeder, der eine Karriere als Pilot anstrebe, über die sehr variierenden Arbeitszeiten im Klaren sein, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht immer leicht mache. Auch der jährliche Sicherheitscheck, der die mentale und physische Einsatzfähigkeit überprüfe, stelle für den einzelnen Piloten immer wieder eine neue Herausforderung dar.

Zum Abschluss zeigte Andreas Meyer einen Film der »Lufthansa Cityline«, mit dem er reges Interesse am Job des Piloten wecken konnte.

Hauke Hornbosteloh