Müssen in die Stadt investieren

Grüne stellen sich zur Kommunalwahl / Ortsverband besteht aus sieben Mitgliedern

In diesem Sommer wurde in Dassel ein Ortsverband der Grünen gegründet. »Initialzündung für unsere Gründung waren die Katastrophe von Fukushima und die Mahnwachen, die wir seit März vor der St. Laurentius-Kirche organisiert haben. Darüber sind wir ins Gespräch gekommen sind. Grohnde ist schließlich nur 31 Kilometer von Dassel entfernt«, erklärt Jürgen Jackisch-Theisen (60 Jahre) aus Markoldendorf.

Dassel. In der Folge habe man sich regelmäßig in Dassel getroffen und diskutiert, berichtet Jackisch-Theisen weiter. Zuerst seien natürlich der Atomausstieg und die Energiepolitik Thema des Grünen Arbeitskreises gewesen. Dann seien zunehmend die Gegebenheiten vor Ort – was sich in der Stadt eigentlich bewege hinsichtlich Wirtschaft und Finanzen, Jugend- und Sozialpolitik – in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

»Kann man eine Stadt kaputt sparen?« fragt Jean Dümmelbeck aus Markoldendorf (18 Jahre) und beantwortet die Frage gleich selbst: »Ich befürchte, man kann es, indem wichtige Einrichtungen aus Kostengründen dichtgemacht werden und man in die falschen Initiativen investiert. Ich bezweifle, dass beispielsweise mit einer Namensänderung in ›Grafschaft Dassel‹ die strukturellen wirtschaftlichen Probleme Dassels auch nur ansatzweise gelöst werden können.«
Detlef Rengshausen aus Amelsen (48 Jahre) führt hierzu aus, dass die Einrichtungen, die von Streichungen betroffen waren beziehungswiese sein werden, gerade für die Jugend und für den Freizeitwert der Stadt sehr wichtig seien, wie beispielsweise das Jugendcafé. Dieses sei schon vor drei Jahren ersatzlos gestrichen worden. Und auch einer anderen, für Jung und Alt – und natürlich auch für die touristische Attraktivität – wichtigen Einrichtung, nämlich dem Schwimmbad, drohe immer wieder das Aus, obwohl sich die Bürger der Stadt schon seit Jahren in einem Förderverein und mit viel privatem Engagement für den Erhalt engagieren würden.

»Der Spielraum für Investitionen ist in Dassel nahe dem Nullpunkt. Dennoch müssen wir in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt investieren, dazu gehören Unternehmensansiedlung und Arbeitsplätze. Dazu gehört auch, dass sich Familien hier wohl fühlen, ein gutes Angebot in den Kindergärten und Schulen für ihre Kinder vorfinden und sich Menschen jedes Alters mit ihrer Stadt verbunden fühlen«, fasst Bernd Specht (55 Jahre) aus Lauenberg zusammen.
»Eine mögliche Lösung unserer Probleme sehe ich in der gezielten Akquise von innovativen und nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen, denen man attraktive Standortbedingungen für eine Anfangsphase anbieten muss. Da muss vielleicht auch über die Eingangshöhe der Gewerbesteuer gesprochen werden, damit wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze entstehen können,« ergänzt Sascha Stahnke (40 Jahre) aus Dassel.

Der Ortsverband der Dasseler Grünen besteht derzeit aus sieben Mitgliedern, die sich aktiv am Kommunalwahlkampf beteiligen und für den Stadtrat kandidieren.oh