Platz für Diskussion, Altbewährtes und Neues

Erste Gemeindeversammlung in der St. Magnus-Kirchengemeinde sorgt für Transparenz

Der Kirchen­vorstand von St. Magnus berichtete in der ersten Gemeindeversammlung aus seiner ­Arbeit, und die ­Gemeindeglieder konnten Anregungen und Kritik vorbringen.

Lüthorst. Miteinander statt übereinander reden will die Kirchengemeinde St. Magnus und organisierte deshalb jetzt erstmals eine Gemeindeversammlung. Kurze Berichte des Kirchenvorstandes, des Pfarramtes sowie der Ausschüsse für Bau, Umwelt, Land und Gemeindearbeit informierten über deren Arbeit, es war Platz für Fragen und Anregungen. Dabei machten Gemeindeglieder deutlich, dass bei den Modernisierungsbestrebungen die Älteren nicht vergessen werden dürften. Außerdem sollen Jugendliche stärker beteiligt werden. Und nicht zuletzt ging es darum, wer wen wie zu grüßen hat.

Zur St. Magnus-Kirchengemeinde gehören alle evangelisch-lutherischen Kirchenmit­glieder aus den Ortschaften Amelsen, Avends­hausen, Deitersen, Erichsburg, Hunnesrück, Lüthorst, Portenhagen, Rengershausen und Vardeilsen. Den Kirchenvorstand bilden Franziska Ahlswede, Christin Brandt, Martina Brandt, Albert Bußmann, Katharina Czaika, ­Jochen Heinemeyer, Reinhold Henne, Silke Henne, Joachim Henze, Henning Juskowiak, Heiko Prinz, Claudia Rath-Kampe, Heike Sauthoff, Petra Strenger, Svenja Thimm, Liane Tschentscher, Peter Zarske und Pastor Robert Voss.

Herausforderung Gottesdienstplanung

Als Kirchenvorstandsvorsitzender  erläuterte Zarske, dass der Kirchenvorstand alle zwei Monate öffentlich tage, Zuhörer seien dabei gern gesehen. Er stellte die Finanzen vor. Der Haushalt sieht rund 116.000 Euro jährlich in Einnahme und Ausgaben vor. »Wirtschaftlich geht es uns gut«, blickte Zarske auch auf eine Rücklage in fünfstelliger Höhe.

Silke Henne berichtete aus dem Gemeindeausschuss, der sich unter anderem um die Gottesdienstplanung  kümmert. Angesichts der vielen Orte sei dies durchaus eine Herausforderung. Die Gemeinde hat sich an neue For­mate wie Time-out oder den Ausklang zum Monatsende gewagt. Wichtiger Pfeiler der Gemeindearbeit sind auch die Gemeindenachmittage.

»Alle Gebäude in gutem Zustand«

Pastor Robert Voss ist seit Februar 2019 in St. Magnus Pastor mit einer Zwei-Drittel-Stelle tätig, das restliche Drittel arbeitet er für die Emmaus-Gemeinde (Sievershausen, Abbecke). Für die Kirchengemeinde Lüthorst hat er 55 Gottesdienste (Emmaus: 19), 18 Beerdigungen (13), 15 Taufen (5), 45 Geburtstagsbesuche (26), 15 Hochzeitsjubiläen (7) und vier Trauungen (3) übernommen. Zudem hat er Lektorin Katharina Czaika ausgebildet. Als Impuls aus der Klausurtagung des Kirchenvorstands hat er die häufigere Nutzung des Time-out-Liederbuchs mitgenommen, und er setzt verstärkt auf Lieder des 20. Jahrhunderts aus dem Gesangbuch. Neue Gottesdienst-Formate wurden entwickelt, in den Sommermonaten sollen Gottesdienste im Freien in Hunnesrück/Erichsburg, Portenhagen und Rengershausen angeboten werden. Der Konfirmandenunterricht findet alle zwei Wochen an der PGS statt, gemeinsam mit den Konfis ist er den Pilgerweg in Göttingen gegangen und hat einen Escape-Room besucht. Volljährigen wird zum Geburtstag mit Brief und Geschenk gratuliert, nannte er eine weitere Neuerung. Mit dem Kirchenvorstand wird es dieses Jahr nur einen Klausurtag geben, bei dem die Schnittmengen der Dörfer herausgearbeitet und gestärkt oder neu geschaffen werden sollen.

Für den Bauausschuss erläuterte Henning Juskowiak, wie die Kirchen, Kapellen und Gemeindehäuser gepflegt und erhalten werden. »Manchmal kriechen wir vom Keller bis in den Glockenstuhl«, beschrieb er die anfallende Arbeit. Seit 2018 habe man viele Maßnahmen in Gang gesetzt, jetzt müsse der Kirchturm in Amelsen instand gesetzt werden, ebenso steht die Sanierung der Holzbalkendecke im kleinen Pfarramt an. »Alle Gebäude sind in ganz gutem Zustand«, meinte er.

Blühstreifen für Biodiversität

Joachim Henze ist allein für den Umwelt- und Energieausschuss tätig. Er berichtete , dass die Gemeinde 7,9 Tonnen CO2 ausgestoßen habe, wobei der durchschnittliche Pro-Kopf-Wert bei 9,9 Tonnen liege – ein guter Wert also. Man wechsele zu einem Ökostromanbieter und tue auf den Grundstücken etwas für die Biodiversität – Beispiel sei der Blühstreifen in Lüthorst. Dafür gab es Anerkennung von der Gemeinde.
Rund 280 Stunden hat Jochen Heinemeyer im Landausschuss gearbeitet. Die Kirchengemeinde verfügt über 138 Hektar (Ackerland: 95 Hektar, Grünland: 35 Hektar und Biotope: acht Hektar). Die Arbeit besteht in der Flächenverwaltung, -begutachtung und -verpachtung.

Moderator Wolfgang Loos lobt Transparenz«

Mit dieser ersten Gemeindeversammlung sorgte der Kirchenvorstand für maximale Transparenz, unterstrich auch der ehemalige Pastor und Superintendent Wolfgang Loos, der die Versammlung moderierte. Gemeindeglieder hatten Gelegenheit, ihre Meinung zu sagen: Sie mahnten, die Alten nicht zu vergessen und die Jugendlichen zu beteiligen. Dem Kirchenvorstand schlug Wertschätzung ent­gegen. Wie man allerdings einander grüßt, darüber scheint es in den Dörfern unterschied­liche Ansichten zu geben.sts

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