Wildtier des Jahres: das Reh

Dassel. Die Deutsche Wildtierstiftung hat das Reh zum Wildtier des Jahres 2019 ausgerufen. Viele haben sicherlich schon während einer Auto- oder Bahnfahrt links oder rechts von der Strecke mehrere Rehe in einer Wiese oder auf Äckern stehen sehen - meist in weiter Entfernung.

Wer als Spaziergänger im Wald auf einen Sicht-Kontakt mit dem scheuen Rehwild hofft, der wird eher leer ausgehen. Meist werden Waldspaziergänger entweder durch Schritte, Geruch oder aber auch Sichtung aus sicherer Deckung von Rehen bereits wahrgenommen.

Oft ziehen sich die Tiere diskret in eine Dickung oder aber auf sichere Entfernung zurück. Capreolus capreolus, so der wissenschaftliche Name, liebt Waldrandbereiche, wo das Reh ungestört Knospen, Kräuter, zarte Blätter und Blüten als Nahrung verzehren kann.

Die Wahl von der Stiftung ist auf das Reh gefallen, um auf den Lebensraum des Tieres aufmerksam zu machen. Der Wechsel von Wald, Wiesen, Waldränder (möglichst blütenreiche) und Heckenstrukturen bieten eine gute Grundlage, um genügend Nahrung für sich und den Nachwuchs zu finden.

Oft fehlen sowohl stufig aufgebaute Waldränder, blühende Wiesen und breite natürliche Heckenstrukturen. Zuviel Rehe im Wald können auch zu viel Schaden durch Verbeißen von jungen  Waldbäumen anrichten. Bei der ersten Mahd im späten Frühjahr können Kitze (Nachwuchs vom Reh) unter die Mähvorrichtung von Maschinen geraten.

Landwirte und Jäger versuchen, durch das Ablaufen der Wiesenflächen vor der Mahd und durch Lappen, die vorher über den Mähbereich streifen, das Leben der Kitze zu retten. Kitze haben als Jungtiere noch die typischen Flecken im Fell. Nur der Rehbock trägt ein Gehörn, das jedes Jahr abgeworfen wird und neu nachwächst, zunächst mit einer Haut (dem Bast) umgeben, der später an Zweigen oder dünnen Stämmen abgestreift wird.

Die weiblichen Tiere (Foto) tragen kein Gehörn. Im Winter wächst den Tieren ein dickes graues Fell, im Sommer ein rotbraunes. Seltener werden auch schwarze Nachkommen geboren. Bellende Schrecklaute geben die Tiere bei Störung oder Gefahr von sich.

Die Ricke fiept nach ihren Kitzen, nach den Lauten können sich die Kitze orientieren. Große Parks in Stadtnähe oder auch offene Friedhöfe werden ab und an auch von Rehen zur Nahrungsaufnahme oder auch als vorübergehendes Versteck aufgesucht. Besonders im Winter können einzelne Tiere schon mal einen offenen großen Garten zur Nahrungsaufnahme aufsuchen. Rehe stehen für den Wechsel von unterschiedlichen Landschaftsstrukturen und Vielfalt in der Landschaft.hst