Ruhe finden unter Bäumen

Ruhewald Rittergut Friedrichshausen erweitert seine Angebotspalette

Jobst-Hilmar von Garmissen (links) und Bernd von Garmissen (rechts) bewirtschaften das Rittergut, Armin Ristau, Beauftragter für den Ruhewald, im neuen Gebiet für den Ruhewald, das durch 200 Jahre alte Saum- und Hute-Eichen geprägt ist.

Die Vögel zwitschern, ein Bächlein plätschert, leise rauschen die Wälder: Ist man der Natur verbunden, kann man Ruhe finden im Ruhewald Rittergut Friedrichshausen. Im zehnten Jahr besteht hier die Möglichkeit, Angehörige zu bestatten – unter alten Buchen, Eichen oder anderen Laubbäumen.

Friedrichshausen. Die Urnenbestattung in der Natur erfreue sich immer größerer Beliebtheit berichtet Armin Ristau, Beauftragter für den Ruhewald. Das Rittergut Friedrichshausen wird seit zwölf Jahren von den Vettern Jobst-Hilmar und Bernd von Garmissen bewirtschaftet. Vor fast zehn Jahren wurde nach zweijähriger Umsetzungsphase der Ruhewald eröffnet. Man erreicht ihn vom Hof aus über einen breiten, gut befestigten Weg in etwa zehn Gehminuten. Eine beeindruckende Allee aus hohen Ahornbäumen säumt den Weg – zur Rechten Feld und ferne Waldsilhouette, zur Linken Wald und Bachgemurmel. Ein großer Sandsteinblock und ein Unterstand markieren den Beginn des Ruhewaldes. Auf den ersten Blick weist nichts darauf hin, dass es mit diesem Waldstück eine besondere Bewandtnis hat. Nur bei genauem Hinsehen fällt die eine oder andere kleine Plakette an einer Baumrinde ins Auge. Bänke laden zum Verweilen ein.

Weitere Flächen

»Einige Dutzend« nutzen jedes Jahr die Möglichkeit einer Urnenbeisetzung an urigen und uralten Eichen, Buchen und Birken, berichtet Dr. Bernd von Garmissen. Dabei sei der überregionale Anteil höher, die Menschen kämen vor allem aus den umliegenden Landkreisen, im 50-Kilometer-Radius.

Bisher wurde ein Gebiet mit altem Baumbestand, etwa einen Hektar groß, als Ruhewald genutzt. Nun kommen weitere Flächen dazu, etwa drei Hektar groß. Zum einen kann man Ruhe finden unter etwa 25 Jahre alten Bergahörnern, Buchen und Kirschen.Die Bäume sind hier nicht komplett freigestellt, sondern umgeben von Dickicht, für eine Zuwegung ist natürlich gesorgt.

In den dritten Bereich führt eine schöne Rotbuchenallee und dahinter finden sich 200 Jahre alte Saum- und Hute-Eichen. Hier im Friedrichshäuser Bachtal hat man einen tiefen Blick in den Wald.

Waldbaum mit Namensplakette

In diesem Sommer noch wird ein Weg angelegt, so dass man vom Parkplatz sicheren Fußes zu den drei Arealen gelangen kann. Wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen kann es zurzeit keine Besichtigungen unter der Führung des pensionierten Försters Ristau geben. Eine Terminabsprache und ein Besuch im Familienrahmen ist aber möglich. Ein Besuch über die ausgeschilderten Wege ist auch jederzeit machbar. Mehre Ruhebänke am Waldrand sowie eine kleine Schutzhütte laden zum Verweilen ein.

Mit drei Baumkategorien mit unterschiedlichen Preisen nach Lage und Größe können Interessierte sich einen passenden Platz und am Baum eine entsprechende Stelle für die Urne aussuchen. Bis zu maximal zwölf Plätze sind an einem Waldbaum möglich. Eine kleine Namensplakette erinnert an den Verstorbenen. Die Liegezeit beträgt 20 oder 30 Jahre beziehungsweise bis 2099.

Wer sich zu Lebzeiten gerne in der Natur aufhält, Ruhe und Abgeschiedenheit des Waldes schätzt und seinen Angehörigen eine aufwendige Grabpflege ersparen möchte, kann hier eine würdevolle letzte Stätte finden – in der Natur, als Teil der Natur. Weitere Informationen findet man www.ruhewald-solling.de.sts

Dassel

»Personell können wir das nicht stemmen«