Tausende kleine Sonnenkraftwerke

Zuckerrüben sind wichtige Sauerstoffproduzenten | Plädoyer für einheitliche Wettbewerbsbedingungen

Nach zwei Trockensommern sind die Rübenpflanzen »erschöpft«, die Landwirte Jens Brandes (links) und Christian Henne (rechts) sowie Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen, erwarten geringeren Ertrag als im vergangenen Jahr.

»Hier gehört die Rübe hin«, sagt Dirk ­Wollenweber, Geschäftsführer des Zucker­rübenanbauerverbandes Südniedersachsen. Gemeinsam mit den Landwirten Jens Brandes aus Krimmensen und Christian Henne aus Deitersen rückt er die Zuckerrübe in den Fokus, denn die Feldfrucht »ist ein wichtiger Sauerstoffproduzent«.

Krimmensen. »Da ist richtig Power drin«, so Wollenweber. Die Zuckerrübe leiste einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, denn sie binde Kohlendioxid und sei ein hocheffizienter Sauerstoffspender.

Zurzeit ist die höchste Wachstumsphase auf den Zuckerrübenäckern. Auf jedem Acker arbeiteten tausende kleine Sonnenkraftwerke auf Hochtouren, die täglich Kohlendioxid binden und Sauerstoff produzieren. Die Feldfrucht wandelt CO2 mit Hilfe von Sonnen­energie in Zucker um und produziert dabei auf einer Fläche von einem Hektar – 100 mal 100 Meter – so viel Sauerstoff, dass 100 Menschen ein Jahr davon leben können.

Jetzt liefere jeder Hektar bis zu 150.000 Liter Sauerstoff am Tag. »Uns ist es wichtig, die Bedeutung der heimischen Zuckerrübe der Bevölkerung bewusst zu machen. Denn die ­Zuckerrübe produziert im Jahr mehr als dreimal soviel Sauerstoff wie die gleiche Fläche Wald«, unterstreicht Landwirt Christian Hen­ne aus Deitersen. Die Zuckerrübe zeichne zudem aus, dass sie im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen den niedrigsten Wasserverbrauch aufweist. Auch diese Effizienz bei der Wasserausnutzung verdeutliche den besonderen Stellenwert der Rübe.

Aufgrund anhaltender Trockenheit präsentieren sich die Rüben eher unterdurchschnittlich.

Wie bei allen Lebewesen sichert die Gesundheit der Pflanzen das Wachstum und die Leistungsfähigkeit. »In den letzten Wochen wurden die Rübenblätter von Blattkrankheiten befallen«, beschreibt Wollenweber die ­Situation. »Die kranken Blätter sind dann geschwächt, binden weniger Kohlendioxid und produzieren weniger Sauerstoff und weniger Zucker. Daher schützen wir die Pflanzen vor Krankheitsbefall, was effektiv nur mit che­mischen Pflanzenschutzmitteln funktioniert«, betont Wollenweber die Notwendigkeit des Pflanzenschutzmitteleinsatzes.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit präsentieren sich die Rüben eher unterdurchschnittlich. Die Rübe wächst zwar bis zu zwei Meter tief und kommt immer noch an Wasserreserven. Aber die sind jetzt nach zwei trockenen Sommern vielerorts erschöpft. Wollen­weber bleibt realistisch: »Die Erträge werden in diesem Jahr nicht an den Schnitt der vergangenen Jahre heranreichen.

Die Rübenkampagne wird Mitte September beginnen. Dann freut sich Landwirt Henne beim Gang über den Acker über Erde und den leicht süßlichen Geruch der Zuckerrübe.

Schwierige Situation der Rüben-Anbauer

Die schwierige Situation der Rübenbauern verdeutlicht Jens Brandes aus Krimmensen: »Die Landwirte müssen mit schwankenden Zuckerpreisen und unfairen Wettbewerbsbedingungen umgehen. Denn politisch beeinflusste Verzerrungen nehmen weiter zu. Sonderbeihilfen für den Rübenanbau sowie Ausnahmeregelungen beim Pflanzenschutz in anderen EU-Ländern führen zu massiven Wettbewerbsverzerrungen.« Die Landwirte fordern die Politik auf, konsequent für einheitliche Wettbewerbsbedingungen auf dem europäischen Zuckermarkt zu sorgen.«sts

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