Was macht der Weihnachtsmann wohl im Sommer?

Ausstellung von Weihnachtsmännern im Dasseler Rathaus: dicke, dünne, große und kleine Männer in Rot / Viele Variationen

Dick, dünn, metallisch, keramisch, groß und klein: Weihnachtsmänner haben zurzeit Hochsaison. Im Dasseler Rathaus sind die roten Männer jetzt in einer Ausstellung zu bewundern. Die Exponate stammen aus der Sammlung von Winfried Bornemann, Peter Kluwe und Ulrike Geyer.

Dassel. Aus einer Tischdekoration heraus hat sich die Sammelleidenschaft der Freunde entwickelt. Vor 15 Jahren schmückte der erste Weihnachtsmann den adventlichen Kaffeetisch, und darauf entwickelte sich die Begeisterung für den Mann mit dem roten Mantel. Klassische Sammler seien sie aber nicht, erklärt Bornemann. Die Stücke seien zu schade, dass sie nur im Keller verstauben. Im Laufe der Jahre ist die Sammlung angewachsen – rund 1.000 verschiedene Weihnachtsmänner sind zusammengekommen.

Da steht Mickey Mouse als Weihnachtsmann in der Vitrine, und ein Weihnachtsmann zeigt, was er im Sommer macht: surfen. Der klassische Weihnachtsmann mit Sack und Rute fehlt natürlich auch nicht. Es gibt Objekte aus der ehemaligen DDR oder solche, die unterschiedliche Nationen verkörpern.
»Wir nehmen nicht jeden Weihnachtsmann«, berichtet Bornemann. Vielmehr habe man sich auf die keramischen Weihnachtsmänner spezialisiert. Exponate aus Stoff gibt es nicht. Aber  auch geschnitzte Männer sind zu finden, beispielsweise aus Ghana. Das Hauptaugenmerk  setzten die Freunde auf die klassischen Farben, auf rot und grün. Aber auch dann ist das Spektrum der Figuren noch riesig groß. Manche Weihnachtsmänner seien so hässlich, dass sie schon wieder interessant seien, so Geyer.

Ausgestellt wurden die Weihnachtsmänner zweimal – einmal im Park in Bad Oeynhausen und einmal in Northeim, wo damals ganz nebenbei ein kurzer Weihnachtsmann-Wanderweg entwickelt wurde. Im Wald wurden die Figuren ausgestellt, und als sie abgebaut wurden, waren noch einige hinzugekommen. Schwerpunktmäßig wird in der Vorweihnachtszeit gekauft. In Porzellan- und Dekorationsgeschäften finden die Drei ihre Lieblinge, manchmal auch im Internet. »Das sind richtige Kunstobjekte«, meint Geyer. Das älteste Stück stammt vermutlich aus der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende, wobei man sich dabei natürlich auf die Angaben der Verkäufer verlassen muss. Datum oder Herstellung stehen selten am Objekt. Wiederverkauft haben sie noch nie eine Figur. Die Sammelleidenschaft sei ein richtiger Spaß, erklären Bornemann und Kluwe: Wer findet den Ausgefallensten? Manchmal sei es fast ein innerer Zwang, ein Stück zu erwerben, gesteht Bornemann. Durch die Sammelleidenschaft habe man sich auch mit der Geschichte der historischen Figur beschäftigt – zu finden auch im Buch»Schöne Weihnachtsmänner«, das unter anderem Winfried Bornemann herausgebracht hat.

Jedes Jahr gibt es einen neuen Trend, berichtet Ulrike Geyer weiter. In diesem Jahr steht der metallische Weihnachtsmann ganz oben. Im vergangenen Jahr waren Engel angesagt. Jeder der Sammler hat mittlerweile sein Lieblingsstück: Bornemann mag das russische Väterchen Frost, Kluwe bevorzugt den klassischen Weihnachtsmann mit weißem Bart und Geschenkesack, Ulrike Geyer bevorzugt die schlanken und die kugeligen Varianten. Die Variationsbreite vom Mann in Rot ist groß – das macht die sehenswerte Ausstellung deutlich.
Winfried Bornemann, Peter Kluwe und Ronald Geyer kennen sich aus ihrer Studienzeit in Göttingen. Seit damals verfolgen sie gemeinsam Projekte, für den verstorbenen Ronald Geyer hat seine Frau dessen Platz eingenommen. Zur Finissage am 6. Januar werden Bornemann, Geyer und Kluwe nach Dassel kommen. Bis dahin sind ihrer Ausstellung viele Besucher zu wünschen.

Möglicherweise finden die zahlreichen Weihnachtsmänner – darunter bis zu zwei Meter hohe Exponate – ja ein neues Zuhause im Weihnachtsmannhaus in Sievershausen – »wir arbeiten daran«, erklärte Bauamtsleiter Volker Fuchs.sts