Wochenplan für Kitas aufgestellt

Notgruppen in den städtischen Kindertagesstätten | Eingangskontrolle

Der neue Kindergarten in Markoldendorf – in den städtischen Kindertagesstätten werden Notgruppen eingerichtet.

Zurzeit laufen im Dasseler Rathaus viele ­Anfragen zur Notbetreuung in den Kinder­tagesstätten. Bislang waren bereits Kinder in die Notbetreuung aufzunehmen, bei denen mindestens ein Elternteil in sogenannten ­kritischen Infrastrukturen tätig ist, beispielsweise im Gesundheitsbereich. Darüber ­hinaus können nun auch Kinder eines Erziehungsberechtigten, der in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichen Interesse tätig ist, aufgenommen werden, sofern der Erziehungsberechtigte in betriebsnotwen­diger Stellung tätig ist. Zudem gibt es Härtefälle wie drohende Kündigung oder erheb­licher Verdienstausfall der Eltern, die bei den Notgruppen zu berücksichtigen sind. Man erwarte, hieß es aus dem Rathaus, ent­sprechende Bescheinigungen der Arbeitgeber. Dann werde intensiv geprüft. Voraussichtlich werden in der kommenden Woche in jedem städtischen Kindergarten Notfallgruppen eingerichtet.

Markoldendorf. Die Einrichtung der Not­betreuung sei eine Herausforderung für die Kommune, sagt Bürgermeister Gerhard Melching. Der Aufwand sei enorm, festzustellen, wer von den Sorgeberechtigten zum Kreis der Berechtigten zähle. Die Eltern, lobt er, seien aber sehr diszipliniert. Nach den Vorgaben vom Land sollen in einer Notgruppe nicht mehr als fünf Kinder betreut werden. Ziel sei die Minimierung des Ansteckungsrisikos.

»Kita-Mitarbeiterinnen in besonderer Situation«

Die Stadt habe einen Wochenplan aufgestellt, die Plätze werden wochenweise vergeben, weil immer neue Prioritäten gesetzt werden könnten. Die Kinder können nicht im Ganztagsbetrieb betreut werden, nur stundenweise. In der Woche gibt es keinen Wechsel im Erzieherinnen-Personal. Außerdem wurden alle städtischen Kindergärten mit einem Infrarot-Fieber-Thermometer ausgestattet. Die Eingangskontrolle wird Kinder, die Krankheitszeichen aufweisen, vom Besuch der Kita ausschließen. Die Eltern dürfen nicht mit ins Gebäude.

Bürgermeister Gerhard Melching hat großes Verständnis für die Eltern, die dringenden Betreuungsbedarf haben. Er bittet aber auch zu berücksichtigen, dass die Erzieherinnen den geforderten Abstand zu den Kindern nicht halten können. Die Betreuung sei auch nicht mit Mund-Nasen-Schutz durchführbar. Die Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten befänden sich in einer besonderen Situation, und deshalb bat der Bürgermeister um Verständnis für das Personal.

Melching machte deutlich, dass Lockerungen im ländlichen Raum vor allem von der Disziplin der Menschen abhängig seien. »Die Menschen haben es selbst in der Hand.« Nur bei genügend Abstand könnten Spielplätze oder öffentliche Plätze geöffnet werden.sts