Zeitungsprojekt: »Wir wünschen uns unsere alte Schule zurück«

Dassel. Im Rahmen des Deutschunterrichts beschäftigte sich die Klasse 8c der Rainald-von-Dassel-Schule mit dem Thema »Zeitungen«. Wie hat sich die Mediennutzung in den letzten Jahren verändert und welche Rolle spielt dabei die Zeitung? Wie läuft die Arbeit in der Redaktion ab? Welche Ressorts gibt es? Diese und andere Fragen wurden im Unterricht thematisiert und dabei entstand die Idee, selbst einmal einen Zeitungs­artikel zu verfassen. Georgios, Luca, Merle, Luna, Lorina, Celina, Stella, Nico, Anthony, Fynn und Luca aus der 8c haben sich des Themas »Wie wir die Corona-Zwangspause erlebt haben« angenommen.

Sie schreiben: »16. März 2020: Yes! Längere Osterferien! Keine Klassenarbeiten und Hausaufgaben mehr! Zocken! Netflix rauf und runter schauen! Und das Beste: Ausschlafen! Okay, wir dürfen keine Partys mehr feiern oder mit Freunden chillen – das ist natürlich blöd. Aber Hauptsache keine Schule, alles andere ist egal! 14. April 2020: Oh! Die Osterferien werden verlängert? Naja, eigentlich hätten wir jetzt schon Lust gehabt, mal wieder in die Schule zu gehen und unsere Freunde wiederzusehen. Immer nur telefonieren oder schreiben ist irgendwie nicht ­dasselbe. Außerdem nerven unsere Eltern und ­Geschwister ganz schön. Aber okay, eine Woche oder zwei halten wir das schon noch aus!

20. April 2020: Homeschooling? Wir sollen alleine zu Hause lernen? Nein, unsere Lehrerin hat es uns so erklärt: Wir sollen täglich per E-Mail Aufgaben erhalten. Diese müssen wir zu Hause bearbeiten und bis abends um 18 Uhr an unsere Lehrer zurückschicken. Wenn wir Fragen haben, können wir uns telefonisch oder per Mail an unsere Lehrer wenden. Okay, vielleicht klappt das ja. Wir können dabei sogar weiterhin ausschlafen. Prima! Obwohl, eigentlich haben wir in der letzten Zeit so viel geschlafen, dass es nachts immer später wird. Irgendwie ist unser ganzer Tages- und Nachtrhythmus durcheinandergekommen.

4. Mai 2020: So langsam haben wir keine Lust mehr. Dieses ganze Homeschooling läuft bei einigen von uns gar nicht gut. Es ist schwierig zu lernen, wenn die Lehrerin nicht da ist. Wir können uns ja auch nicht gegenseitig helfen, da es immer noch das Kontaktverbot gibt. Wir sind zwar alle miteinander vernetzt, können unsere Lehrer anrufen oder ab und zu online-Unterricht machen, aber es ist einfach nicht das gleiche wie normaler Unterricht. Wenn man an einer schwierigen Aufgabe sitzt und einfach keiner da ist, den man um Hilfe fragen kann, gibt man schnell auf. Das ist frustrierend! Viele von uns haben zu Hause auch nicht wirklich Ruhe, da unsere Geschwister ja auch noch da sind und hier herumtoben. Manche haben aber auch Glück: Sie haben ältere Geschwister oder andere Familienmitglieder, die bei den Aufgaben helfen können. Da läuft es gut. Irgendwie unfair.

18. Mai 2020: Niemals hätten wir gedacht, dass wir die Schule mal vermissen und uns den Tag herbeiwünschen, an dem der Unterricht endlich wieder losgeht! Es reicht! Wir wollen uns endlich alle wiedersehen, unsere Freunde auf dem Schulhof treffen und kein Homeschooling mehr machen, sondern ganz normal mit unserer Lehrerin in unserem Klassenzimmer lernen!!! Aber es gibt ja endlich eine Perspektive: Immerhin dürfen wir nach Pfingsten wieder in die Schule kommen, zwar nicht alle auf einmal, aber immerhin halbe Klassen! Das ist auf jeden Fall eine Verbesserung zu der jetzigen ­Situation! Wir freuen uns! Hoffentlich überhören wir den Wecker nicht am ersten Schultag und kommen pünktlich aus dem Bett. 3. und 4. Juni 2020: Nun ist es endlich so weit. Der Tag, auf den wir uns alle gefreut haben, ist gekommen: Wir dürfen wieder in die Schule! Aber alles ist anders: Maskenpflicht außerhalb des Klassenzimmers, Einzeltische, Abstandsregeln überall, Hände waschen, Hände desinfizieren, kein Sportunterricht, abgetrennte Bereiche auf dem Schulhof – wir sind ein bisschen enttäuscht.

22. Juni 2020: Wir haben uns allmählich an die neuen Regeln und Hygienevorschriften gewöhnt. Trotzdem: Schule hat sich verändert! Am meisten stören uns die Abstandsregeln und die Masken. Man fühlt sich nicht frei, sondern gebremst und eingeschränkt. Das macht auf Dauer keinen Spaß! Wir wünschen uns dringend unsere alte Schule zurück! Wir ­wollen wieder auf dem Schulhof herumlaufen, ­unsere Freunde umarmen, unsere Gummibärchen teilen, gemeinsam in der Schulküche kochen, am Schulkiosk einkaufen, in Gruppen arbeiten, neben der Freundin oder dem Freund sitzen…
Das alles war vorher selbstverständlich für uns. Jetzt wissen wir, wie viel uns das alles wert war! Unser aller Wunsch ist, dass Schule nach den Sommerferien wieder ganz normal weitergehen wird.«oh

Dassel

Wassertreten im kühlen Nass

Gut besuchte Sommerkirche