»Aktion ›Freundliche Toilette‹ ist eine gelungene Sache«

Seniorenrat präsentiert neuen Namen für WC-Projekt in der Einbecker Innenstadt / Kooperation mit der »Tafel« geplant

Über die Arbeit der Ehrenamtsagentur im Landkreis Northeim informierte Leiter Tobias Meinshausen kürzlich den Einbecker Seniorenrat (EinSR) auf dessen Februarsitzung im Jugendgästehaus des DRK. Weitere Themen waren eine angestrebte Zusammenarbeit mit der Einbecker »Tafel«, ein Ideenaustausch mit »Einbeck Marketing« im Rahmen des seniorengerechten Einkaufens sowie der Stand der Aktion »Nette Toilette«.

Einbeck. Seit dem 1. Oktober des vergangenen Jahres ist die Ehrenamtsagentur des Arbeiterwohlfahrts-Kreisverbandes im Landkreis Northeim tätig. »Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen Ehrenamtlichen und Organisationen«, fasste Meinshausen den Aufgabenbereich der Agentur zusammen. Im Detail würden Informations- und Beratungsgespräche mit den Bürgern geführt, die potenzielle Aufgabenbereiche, Interessen und Bedürfnisse der Ehrenamtlichen mit den Anforderungsprofilen der Vereine, Einrichtungen und Organisationen zusammenbringen. Umgekehrt erstelle die Agentur Profile für Vereine, die auf der Suche nach Ehrenamtlichen seien. Ein Fragebogen, den die Freiwilligen ausfüllen müssten, helfe zudem, eine produktive Vermittlung zu erleichtern.

Ein weiteres Anliegen sei die Etablierung von Fortbildungen und Seminaren rund um das Thema Ehrenamt. »Wir sind gerade noch in der Strukturierungsphase. Ab dem 1. März soll das Angebot aber stehen«, berichtete der Ehrenamtsagenturleiter. Dabei möchte man sich nicht nur auf das Stadtgebiet Northeim beschränken, sondern plant, Kurse in den AWO-Ortsvereinen im Landkreis zu etablieren. Unterstützung erhalte die Einrichtung vom Landkreis Northeim sowie dem Land Niedersachsen bis 2013. Bisher laufe die Vermittlung gut an, täglich kämen zwei bis drei Bürger, so Meinshausen.

Eine mögliche Zusammenarbeit des Seniorenrates mit der Einbecker »Tafel« unter dem Aspekt der Altersarmut thematisierte Ein SR-Vorstandsmitglied Ernst-August Lühmann in seinem Bericht. Darin trug er zunächst einige Fakten der Einrichtung sowie Hintergründe und Ziele zusammen. So seien ein Zehntel aller von der »Tafel« als bedürftig registrierten Menschen über 60 Jahre alt, berichtete er. Aufgrund der zunehmenden Altersarmut sehe er eine Kooperation zwischen Seniorenrat und »Tafel« als verpflichtend an. Auch der Vorsitzende Hein-Peter Balshüsemann sprach sich für eine Zusammenarbeit aus. Da der Seniorenrat über keine finanziellen Mittel verfüge, sei zu klären, in welcher Form die Unterstützung durchgeführt werden soll. Dafür solle ein Koordinator zwischen den Schnittstellen gefunden werden, schlug Lühmann vor.

Von der Sitzung des Kultur- und Tourismus-Ausschuss berichtete Inge Mühlbach. Neben der Situation der Bücherei hinsichtlich der Erhöhung der Ausleihgebühren sei auch die Situation der Behindertenparkplätze am Wilhelm-Bendow-Theater angesprochen worden, die bei Veranstaltungen häufig zugeparkt würden. Hier sprach sich der Seniorenrat dafür aus, das Thema beim Landkreis vorzutragen. Über eine Versiegelung der Fugen im Bereich Marktstraße sei unter anderem im Umwelt-, Energie- und Bauausschuss gesprochen worden. »Da muss etwas geschehen, da lassen wir nicht locker«, erklärte Wolfgang Keunecke, der mit einer Gruppe von Fachleuten die Situation in Augenschein nehmen wird. Weitere Themen waren die Brenntagsregelung sowie die Sanierung der Brücke über das Krumme Wasser und des Fußweges im Stiftsgarten.

Schlechte Neuigkeiten hatte Balshüsemann zunächst beim Thema »Nette Toilette«. So sei der Begriff urheberrechtlich geschützt, und für die Verwendung des Begriffs würde eine Summe im vierstelligen Bereich fällig. »Da war ich schon ein wenig sprachlos«, bekundete er. Allerdings habe er mit einer Interessengruppe in Bad Grund gesprochen, die stattdessen die Idee des freundlichen WCs entwickelt habe. Daraus  habe man, in Absprache mit Tanja Michelberger, Geschäftsführerin von »Einbeck Marketing«, das Konzept der »Freundlichen Toilette« entwickelt. Gekennzeichnet werden Betriebe, die ihre Toilette der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, mit einem speziellen Aufkleber. Darauf befindet sich ein Piktogramm, das Layout-Elemente von »Einbeck Marketing« enthält. »Ich finde das ist eine gelungene Sache«, freute sich Balshüsemann. Als zweiter Schritt soll ein Faltblatt folgen, auf dem sich ein verkleinerter Stadtplan mit Kennzeichnung der Toiletten befindet. Ferner berichtete Balshüsemann von einem Besuch beim Seniorenrat in Northeim sowie von der Zusammensetzung des dritten Bauabschnitts des Gartens der Generationen. Dort sei die Erweiterung des Kinderspielplatzes mit einem Spielhäuschen und einer Sitzecke geplant.

Abschließend berichtete Ilka Dirnberger von einem Gespräch mit Michelberger, in der die Umsetzung von Ideen und Konzepten im Zuge des seniorenfreundlichen Einkaufens erörtert wurde. Dafür seien unter anderem die Schaffung von Sitzgelegenheiten in Geschäften, die Einrichtung eines Wasserautomaten, die Etablierung von Leselupen beim Einkauf und eine größere Beschriftung der Produkte wünschenswert. Auch ein senioren- und behindertengerechter Eingangsbereich wurde angesprochen. Dabei habe Dirnberger klar gemacht, keinen Druck auf die Geschäfte ausüben zu wollen: »Wichtig ist, dass wir ständig im Gespräch sind und uns Schritt für Schritt annähern sowie den Inhabern klarmachen, dass die Umsetzung auch gut für die Geschäfte ist.« thp

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