Seniorenrat

Barrierekataster wurde vorgestellt

Rückblick auf Seniorenpreis | Ruhebänke im Stadtgebiet

Einbeck. Ob Rathäuser, Dorfgemeinschaftshäuser, Schulen, Friedhofskapellen oder Feuerwehrgerätehäuser, Klaus Fröchtenicht und Jürgen Herbst vom Einbecker Seniorenrat begutachteten in den vergangenen Monaten rund 190 öffentliche Gebäude des Stadtgebiets. Die Ergebnisse und ihr »Barrierekataster« präsentierten sie jetzt bei der Sitzung im Neuen Rathaus dem Gremium und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Weitere Themen waren unter anderem Rückblick auf den Seniorenpreis sowie die Überprüfung der Ruhebänke im Stadtgebiet.

Zu Beginn der Versammlung dankte Vorsitzender Hein-Peter Balshüsemann allen, die sich in den vergangenen Monaten eingesetzt haben. Vieles wurde erreicht, einiges stehe noch bevor. Einen langen Atem bei Herausforderungen, Projekten und Problemsituationen werde man weiter haben, kündigte er an.
Eine gute Veranstaltung im würdigen Rahmen war der Seniorenpreis. Viel Lob gab es. Die nächste Verleihung erfolge 2020.

Angeregt durch Mitbürger will sich der Seniorenrat mit Ruhebänken in der Kernstadt und in den großen Ortsteilen wie Kreiensen, Greene und Salzderhelden befassen, teilte Dietlind Ostermann mit. In den kleineren Dörfern seien sie meist in Ordnung oder Bewohner kümmern sich darum. Normale Sitzhöhe seien 40 bis 50 Zentimeter, um sich hinzusetzen und wieder gut aufstehen zu können. Am Stitftsplatz weise eine Bank jedoch nur 30 Zentimeter auf. Ob dies nur ein Einzelfall sei oder bei mehreren Ruhebänken Handlungsbedarf bestehe, will der Seniorenrat Anfang 2019 bei Rundgängen testen.

Aus Sitzungen der Fachausschüsse berichteten Jürgen Herbst, Dieter Berlin und Lothar Dolle. Balshüsemann teilte mit, dass der Seniorenrat eine Spende erhalten habe. Mit ihr soll ein zweiter Gießkannenbaum auf dem Zentralfriedhof entstehen.

In den vergangenen Monaten fuhren Klaus Fröchtenicht und Jürgen Herbst durch das Stadtgebiet und begutachteten 189 öffentliche Gebäude. Eine ähnliche Erhebung nimmt der Landkreis Northeim mit der Universität Halberstadt im Rahmen der UN-Behindertenkonventionen vor. Anhand von Punkten wie Auffindbarkeit samt Wegweisern, guter Zuwegung, Parkmöglichkeiten, ebenerdiger Zugang sowie innerhalb des Objektes Barrierefreiheit, Toiletten mit großem Bewegungsraum und breiten Türen begutachteten die Seniorenratsmitglieder die Gebäude. Pro Kategorie wurde ein Punkt vergeben, maximal waren sieben möglich.

Eine hohe Anzahl erreichten »neuere« Objekte wie Haus der Jugend, Jugendgästehaus, Neues Rathaus, Zentralfriedhof sowie die Grundschule in Kreiensen und die Geschwister-Scholl-Grundschule samt des Kinderhorts. Bei den Einrichtungen gebe es kaum Handlungsbedarf, so Fröchtenicht.
70 Prozent der Objekte schlossen zwischen ein bis vier Punkten ab, zwei Gebäude erhielten sogar keine Punkte. Hoher Handlungsbedarf bestehe unter anderem bei Museum Einbeck, Altes Rathaus, Friedhofskapelle Billerbeck oder Kindergarten Iber. Moniert wurde zudem, dass im Stadtgebiet kaum behindertengerechte öffentliche Toiletten existieren.

Klaus Fröchtenicht und Jürgen Herbst übergaben im Namen des Seniorenrats das »Barrierekataster« an die Bürgermeisterin. Ortsräte und Ortsversteher werden angeschrieben und um Rückmeldungen gebeten; das Sachgebiet Gebäudemanagement erhält ebenfalls die Aufstellung. Dr. Michalek lobte die umfangreiche Ausarbeitung und erklärte, dass bei jeder Baumaßnahme die Barrierefreiheit so weit wie möglich wie beim Kindergarten Vogelbeck umgesetzt werden. Gern nehme man das »Barrierekataster« auf, betonte sie.

Zum Abschluss resümierte Balshüsemann, dass man einiges geschafft habe, voller Tatendrang starte man in das Jahr 2019. Er dankte den Mitgliedern des Seniorates und allen, die sich für Ältere, Mitmenschen und Einbeck einsetzen.mru

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