Beste Abendunterhaltung

Fünf Dichter jonglierten beim Poetry-Slam eindrucksvoll mit Worten

Den zweiten Poetry-Slam gewann Florian Wintels, aber auch Friedrich Herrmann, Sebastian Hahn, Conni Fauck und Tanja Schwarz unterhielten das Publikum mit ihren Texten aufs Beste.

Einbeck. Unterhaltsam, poetisch, nachdenklich oder mit Botschaft – Worte haben ungeheure Macht. Das erlebten die Zuhörer eindrucksvoll beim zweiten »Macht Worte!«-Poetry Slam-Gastspiel im PS.SPEICHER in Einbeck: Auf eine Bühne, in zwei Runden, hatten fünf Dichterinnen und Dichter ein Thema und ein Ziel: die Herzen des Publikums für sich und den eigenen Text zu begeistern. Das gelang den Wortakrobaten auf unterschiedliche Weise, die Zuhörer zollten für die Beiträge viel Applaus, denn sie erlebten beste Abendunterhaltung.

An den Start gingen Friedrich Herrmann aus Jena, Finalist der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften 2018, der Comedian Sebastian Hahn aus Papenburg, der niedersächsisch-bremische Landesmeister von 2013 und 2016, Florian Wintels, sowie die Poetinnen Conni Fauck aus Rotenburg/Wümme und Tanja Schwarz aus Hannover.

Thema des Dichter-Wettstreits war – wie nicht anders zu erwarten – »Mobilität und Bewegung«. Bei dieser modernen Form eines klassischen Dichter-Wettstreites hatten die Beteiligten jeweils sieben Minuten Zeit, ihre selbstgeschriebenen Texte vorzutragen. Der Form waren keine Grenzen gesetzt: Kurzgeschichten, literarische Comedy, Lyrik, aber auch Rap, HipHop und Spontanes waren möglich.
Passend zur Hauptausstellung des PS.SPEICHER setzten sich die Live-Poeten in der ersten Runde literarisch mit dem Thema »Mobilität und Bewegung« auseinander und gaben Einblick in ihre ganz persönliche Sicht der Dinge. Ohne Requisiten mussten sie die Zuhörer überzeugen allein mit Wortkraft.

Sebastian Hahn nahm die Zuhörer mit in den Wandel der Fortbewegung im Lauf seiner Zeit. Über Laufrad, Bobby-Car, Fahrrad und Laufen bis zum Busfahren mit Dino-Domino, Mofa und Rückkehr zum Rad nahm er das Publikum mit auf seine persönliche Fortbewegungsreise, während Conni Fauck ihre »Blitzererlebnisse« thematisierte: »Flensburg freut sich«. Florian Wintels erzählte ein Märchen zum »von China gemachten« Klimawandel, bei dem die Natur gewaltig zurückschlägt. Friedrich Herrmann nahm »Traveling with the Deutsche Bahn« aufs Korn. Oftmals hat er bei Reisenden beobachtet, wie der »dünne Schleier der Zivilisation fällt«: »Die Deutsche Bahn kommt immer, aber nie zu früh«, musste er feststellen. Mit der App »Runtastic« brachte Tanja Schwarz ihre Botschaft rüber – Mensch und Körper sind ein Team, Laufen gehört zum Lebens-Lauf.

In der zweiten Runde öffneten die Slammer ihre »Schatzkästchen« und offerierten ihre besten Bühnentexte. Die Zuhörer erlebten Geschichten von unzufriedenen Glühwürmchen, von einem Knäuel verschiedener Gedanken, dem Wert des Geldes, vermissten Geldes und über die norddeutsche Sprache. Offen wurden dabei Botschaften transportiert – Plädoyers für Authentizität, fürs unbezahlbare Glücklichsein, für Mitmenschlichkeit und für gelungene Kommunikation auch ohne viele Worte: »hm«.

Mit Hilfe von Stimmkarten kürte das Publikum den Sieger des PS.Poetry-Slam. Jedem der Künstler wurde Respekt gezollt, am Ende im Finale standen sich Friedrich Herrmann und Florian Wintels gegenüber. Die »Ölkanne«, die im vergangenen Jahr Tanja Schwarz gewonnen hatte, ging diesmal an den Wort-Virtuosen Florian Wintels, der »den besten Text der Welt« über Ehrlichkeit lieferte.

Durch den Abend führten Gerrit Wilanek und Jörg (Macht Worte! – Hannover). Sie forderten das Publikum auf, Respekt zu zeigen vor der Leistung der Dichter.

Dr. Günter Diener, geschäftsführender Vorstand der Förderfreunde, warb um Mitglieder für die Förderfreunde, die diesen Dichterwettstreit organisiert hatten. Am 15. November laden die Förderfreunde zum Vortrag »Kosmische Dynamiken – Menschliche Mobilität im Geschwindigkeitsspektrum des Universums« ein. Referentin ist Sibylle Anderl, Redakteurin bei der FAZ.

Lothar Meyer-Mertel, Geschäftsführer des PS.SPEICHERs, unterstrich, dass sich der PS.SPEICHER als kulturelle Kraft in Einbeck verstehe und deshalb gerne den Dichterwettstreit unterstützt habe.sts

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