Brauereibesichtigung mit den »EM«-Maibaum-Gewinnern
Einbeck. Die Gewinner des diesjährigen Maibaum-Wettbewerbes waren vor kurzem zu Gast in der Brauerei. Die »EM«-Leser erinnern sich: Gewinner waren die Maibäume aus Hullersen, Stroit und Oldendorf.
Unter »EM«-Lesern, die sich an der Abstimmung beteiligt hatten, wurde eine Brauereibesichtigung mit Abschluss im rustikalen Ur-Bock-Keller verlost. Bernd Giemann (Zweiter von rechts), Sponsoring-Leiter des Einbecker Brauhauses, begrüßte die Teilnehmer, bevor sie sich unter der fachlichen Führung von Gundi Eggers (rechts) in die Brauerei begaben. So erfuhr man während des Rundganges durch die hochmodernen Anlagen viel über die Geschichte des Brauens. Einbecks Bierhandel ist bis in das späte 14. Jahrhundert dokumentiert.
Sehr wahrscheinlich wird aber in Einbeck noch viel länger gebraut. Somit gehört Einbeck zu den ältesten Brauereien Deutschlands. Damals ernährte sich die ganze Familie von Bier, weil es abgekocht war und im Gegensatz zum Wasser aus den Zisternen keine krankmachenden Keime enthielt. Dabei war es keineswegs so, dass alle Einbecker vom Baby- bis zum Greisenalter betrunken durch die Straßen torkelten, weil sie schon zum Frühstück zwei Halbe intus hatten – der Alkoholgehalt der Biersuppe war natürlich ganz erheblich geringer als heute. Die brauberechtigten Bürger konnten zweimal im Jahr brauen und das, was sie von ihrem Starkbier nicht zum Eigenbedarf tranken, wurde verkauft. Heute wie damals ist »der Qualitätserhalt ein sehr aufwändiger Prozess«. Bis in die 1950er Jahre braute man noch per Handarbeit und mit Holzfässern. Heute wird mit Edelstahl gearbeitet, vor allem aus hygienischen Gründen. Interessant war das Verfolgen des Brauvorganges: Nach dem Maischen (Mischen von Malz und Wasser) im Sudhaus und dem Läutern (Trennung von Malz und Bierwürze) wird dem Bier Hopfen zugegeben. Danach erfolgt die Kühlung, und die im eigenen Haus unter strengen Qualitätsvorgaben gezüchtete Hefe wird hinzugefügt.
Die Würze beginnt, in den großen Tanks zu Alkohol zu vergären. Nach dem Reifungsprozess kann man endlich das kühle Nass genießen. Beeindruckend war auch die Reinigungs- und Abfüllanlage. Schneller als ein Mensch gucken kann, flitzen die Flaschen durch eine Maschine, die in Sekundenbruchteilen mittels Lichtsignalen erkennt, ob die Flasche sauber ist oder noch Schmutzpartikel enthält. Übrigens: Flaschen, in die Kronkorken gesteckt wurden, kann selbst die Maschine nicht mehr reinigen - sie sind verloren. In der Abfüllanlage waren die Gäste von der Geschwindigkeit beeindruckt. Bis zu 50.000 Flaschen können bei Maximalleistung befüllt werden.
Nach der Besichtigung ging es zur Verkostung, bei der die bekannten Einbecker Biersorten ausgeschenkt wurden. Dazu wurde als Grundlage ein herzhafter Imbiss gereicht. Nach dem traditionellen Läuten konnte man seinen Durst stillen und jeder, der schon einmal eine Brauereibesichtigung mitgemacht hat, weiß: Wenn der leere Krug auf der Seite liegt, wird sofort wieder aufgefüllt.oh