Das Krankenhaus braucht den Zuspruch aus der Region

SPD-Projektsommer beginnt mit Besichtigung des Sertürner-Krankenhauses / Neue medizinische Angebote / Sanierungspläne

»Interessantes in Einbeck« lautet das Motto des diesjährigen Projektsommers der Kernstadt-SPD, und interessant ist ohne Frage das Sertürner-Krankenhaus – sowohl hinsichtlich des Weges, den das Haus in den vergangenen Jahren genommen hat, als auch der Blick darauf, wo es derzeit steht. So war die Resonanz auf die Auftaktveranstaltung der Reihe groß, viele Teilnehmer waren dabei, als die Geschäftsführer Sonja G. Drumm und Bastian Telker das Krankenhaus im wahrsten Sinne des Wortes vom Dach bis zum Keller vorstellten.

Einbeck. Die erste Überraschung war dabei der neu gestaltete Eingangsbereich. Helle und freundliche Farben, Strandkörbe, die Patienten und Besucher zu einer Pause einladen, ein offener Empfang, an dem auch an Rollstuhlfahrer gedacht ist, weg vom Glaskasten, das machte auf die Teilnehmer einen hervorragenden Eindruck. Ebenso neu ist die Cafeteria, die modern und einladend umgebaut wurde.

Sonja G. Drum erläuterte zunächst die einzelnen medizinischen Bereiche, die das Sertürner-Krankenhaus derzeit abdeckt. 1,5 Millionen Euro haben die neuen Besitzer innerhalb eines Jahres ins Haus investiert, und damit waren eine ganze Reihe medizinischer Neuerungen verbunden.  Mit Dr. Meister, Dr. Ahrens, Dr. Gebhardt und Dr. Nelles wurden neue Chefärzte eingestellt. Große Resonanz findet die Abteilung für ganzheitliche Onkologie und Palliativmedizin mit 26 Betten. Deren Auslastung liegt bei 85 Prozent, die Patienten kommen aus vielen Gegenden Deutschlands. »Damit sind wir die größte ganzheitliche Onkologie und Palliatie im Norden«, freut sich die Geschäftsführerin. Die Budgetverhandlungen zur Intensivierung der Palliativmedizin seien inzwischen erfolgreich beendet worden, fuhr sie fort, damit könne man noch bessere therapeutische Konzepte anbieten.

Das umfangreiche medizinische Repertoire sieht als Neuerungen unter anderem ambulante Schmerztherapien und ambulante Spiegelungen vor. Auch Patienten mit chronischen Rückenschmerzen finden den richtigen Ansprechpartner. »Würden Sie’s nochmal übernehmen?«, diese Frage der Besucher an die Geschäftsführer, wurde mit einem deutlichen Ja beantwortet – allerdings mit dem Zusatz, es möglicherwiese anders anzugehen. Das Haus sei bei der Übernahme ein echter Sanierungsfall gewesen, es konnte in der früheren Form nicht weitergeführt werden. Umbauten und Veränderungen seien also zwingend notwendig.

Das Sertürner-Krankenhaus lebe vom Raum Einbeck-Dassel, und der Zuspruch hier sei groß. Spitzenauslastungen von 130 Prozent im Winter sowie 90 und mehr Prozent im Sommer seien hervorragend. »Das zeigt, dass das Haus gebraucht wird.« Mit dem Angebot sei die Region gut versorgt, hob Sonja G. Drumm hervor. In einigen Bereichen habe man eine Kooperation mit Göttingen, Alfeld oder Seesen. Gut sei auch die Zusammenarbeit mit den Einbecker Ärzten. »Wir sind hier eine Art Familienbetrieb«, führten die beiden Geschäftsführer aus, »und wir hängen beide mit vollem Herzen drin.« Sie beschäftige sich seit 1987 mit dem Gesundheitswesen, habe eine umfassende Ausbildung in diesem Bereich, so Drumm, und sie hoffe gemeinsam mit ihrem Partner, dass es gelinge, das Haus wie gewünscht umzugestalten: »Es ist uns eine große Freude, hier für Sie arbeiten zu dürfen.«

Dass man sich gerade für das Sertürner-Krankenhaus entschiedene habe, da habe der Zufall mitgespielt: »Wir wollten ein Haus mit »Spezialitäten«, das passte.« Die Entscheidung, hier einzusteigen, habe nicht zuletzt der Betriebsrat gebracht, von dem eine positive Stimmung ausgegangen sei. Das 70er- Jahre- Haus sei ursprünglich sehr gut geplant gewesen. »Wir bauen einiges nun zurück«, hieß es. Anstelle eines Anbaus wolle man eine Sanierung durchführen, die nach und nach abschnittsweise verschiedene Bereiche des Hauses erfasse. Dazu zählte auch die Eingangshalle. Der nächste Schritt sei die Umgestaltung der Patientenaufnahme. Wenngleich es natürlich schwieriger sei, Ärzte für eine Tätigkeit auf dem Land statt in Metropolen zu begeistern, sei dieses Haus für die Mediziner wegen des Gesamtkonzepts attraktiv. Der ganzheitliche Ansatz lege Wert auf die Selbstbestimmtheit des Patienten: »Er sagt, was er möchte und welche Möglichkeiten er nutzt.« Dafür steht unter anderem auch psycho- und ergotherapeutische Hilfe bereit.

Vom Dachgeschoss, wo Bücherei und »Grüne Damen« ihren Stützpunkt gefunden haben, bis zum Keller, in dem mehr als 30 Mitarbeiter für Logistik und Versorgung zuständig sind und wo in der Personal-Cafeteria auch Patienten und Besucher essen können, lernten die Besucher viel Neues kennen. Wichtiger Bestandteil eines »guten« Krankenhauses ist stets auch das Essen, und die Einbecker Küche ist bekannt dafür. Sie beliefert auch Schulen, ein Unternehmen sowie die AWO. In diesem Spektrum gebe es noch Kapazitäten, hofft die Geschäftsführung auf weitere Kunden. Die Umgestaltung habe weiter dazu geführt, dass dies ein »Musterhaus des Datenschutzes« wurde, damit nehme man es hier sehr genau. Es gebe 320 Beschäftigte einschließlich der Verwaltungsmitarbeiter der GeHoMa, der Gesellschaft für Hospitalmanagement.

Die Kommune habe das Haus nicht mehr weiterführen können. Es sei schön, dass so ein guter Übergang gefunden wurde, dankte der SPD-Vorsitzende Peter Traupe für das Engagement. Ganz wichtig für den weiteren Weg des Krankenhauses sei die Bevölkerung: »Wir müssen angenommen werden«, hoben die Geschäftsführer dazu hervor. Der Projektsommer wird am morgigen Dienstag, 6. Juli, mit einem Besuch der Einbecker Senfmühle, Knochenhauer Straße 26/28, fortgesetzt. Treffen ist dort um 18 Uhr. ek

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