»Das richtige Konzept, Jugendliche zu erreichen«

Grundsteinlegung für die Multifunktionshalle am Kohnser Weg | Fertigstellung 2020 vorgesehen

Die traditionell gefüllte Kupfer­röhre, die bei der Grundsteinlegung für die Multifunk­tionshalle eingemauert wurde, ist zuvor von Ralf Diedrich zugelötet worden; im Hintergrund sieht man, dass das »Skelett« der Multifunktionshalle schon steht.

Einbeck. An die moderne Bauweise mit Fertigteilen muss man sich erst gewöhnen: Ruckzuck geht es voran, schnell erkennt man die Strukturen von Gebäuden – auch wenn, so wie jetzt an der künftigen Multifunktionshalle am Kohnser Weg, erst noch der Grundstein gelegt werden muss. Das hat Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek nun im Beisein von Vertretern aus Rat und Politik sowie der am Bau beteiligten Unternehmen vorgenommen.

Am 24. Mai dieses Jahres erfolgte, nach mehrjährigen Überlegungen zum Thema und der Erteilung der Baugenehmigung am 24. Januar, der erste Spatenstich. Jetzt wurde der Grundstein gelegt. In den kommenden Wochen kommt das Dach drauf, dann erfolgt der Innenausbau, und im nächsten Jahr soll die Multifunktionshalle bezogen werden – so die Bürgermeisterin zum terminlichen Ablauf. Die Aufhebung der Haushaltssperre sei für den Fortgang ebenso wichtig gewesen wie der Ratsbeschluss, Mehrkosten zu tragen.

Inklusive Außenanlagen wird die neue Halle 2,2 Millionen Euro kosten, wobei zwei Drittel der Summe aus dem Programm »Kleine Städte und Gemeinden« gefördert werden. Die Nettogrundfläche umfasst 1.023 Quadratmeter.

Mit moderner Bautechnik sei die halbe Halle in kurzer Zeit schon erstellt worden, lachte die Bürgermeisterin. Genutzt wurde Porenbeton, der zugleich für Wärmedämmung sorgt. Im Inneren stehend, eröffne sich die erstaunliche Größe des Gebäudes.

Mit dem Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft von Haus der Jugend und Jugendgästehaus habe man die Chance, sowohl der Musikszene in Einbeck als auch dem Sport eine Heimat zu bieten und Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie Feste feiern könnten. Das sei, betonte Dr. Michalek, für alle gedacht, für die Kernstadt, die Ortschaften, für alle Einbeckerinnen und Einbecker und Interessierte darüberhinaus.

Die Planung liegt beim Büro Cortnum, die Projektleitung innerhalb der Verwaltung hat Gunnar Groneweg, die technische Leitung Arne Loewen. Viele heimische Firmen sind an dem Vorhaben beteiligt, ein Gewerk muss noch vergeben werden. »Wir bekommen gute Leistungen von Ihnen«, lobte die Bürgermeisterin.

Der Neubau zeige, was möglich sei: Hier komme schnell etwas in Bewegung, stellte Jugendpfleger Henrik Probst fest. »An der Wand hinter uns wird später mal geklettert«, kündigte er an. Es werde unter anderem ein Fußballfeld, eine Skaterrampe und eine große Bühne geben. Bewegung und Kultur seien die beiden Themen, die zusammengeführt würden und für die viel möglich sei. Die Jugendlichen könnten bedürfnisorientiert Sport treiben, ohne große Reglementierung. Viele gleichwertige Angebote werde es geben. Wichtig sei den Nutzern dabei vor allem sicher, dass sie zusammen etwas unternehmen könnten. Die direkte Anbindung ans Haus der Jugend sei ebenfalls wichtig. Bewegungsorientierte Sportförderung und die Verbindung zu Pädagogik und Sozialarbeit, das sei das richtige Konzept. Über die Attraktivität der angebotenen Sportmöglichkeiten könne man die Jugendlichen erreichen. Das sei ein sehr moderner Ansatz: »Dazu können wir uns eigentlich nur beglückwünschen.«

Bei der traditionellen Grundsteinlegung wurde eine Kupferröhre eingemauert. Enthalten sind eine Einbecker Morgenpost vom Mittwoch, Zeichnungen des Gebäudes sowie eine Handvoll Kleingeld. Nachdem Dachdecker Ralf Diedrich die Röhre zugelötet hatte, versenkten Bürgermeisterin und Planer sie gemeinsam an der östlichen Gebäudewand, bevor weitere Teilnehmer der Feier noch eine Kelle drauflegen konnten.ek

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