Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie

Dem Betreuungsbedarf in den Ortschaften gerecht werden

SPD für Gleichbehandlung in Ortschaften und Kernstadt / Einrichtung einer weiteren Krippengruppe empfohlen / Zuschüsse

Die Zahlen haben sich geändert, und nun soll es nach dem Willen der Mehrheitsgruppe – CDU, FDP und Grüne – Veränderungen im Bereich der Kindertagesstätten geben. Soweit grundsätzlich alle Krippenplätze belegt sind, soll ab dem kommenden Kindergartenjahr eine Aufnahme von mehr als drei Kindern ab Vollendung des zweiten Lebensjahres in Kindergartengruppen in den Ortschaften möglich sein. Bestehende Kleingruppen können bei mindestens fünf Anmeldungen zu einer Regelgruppe werden, eine Kleingruppe wird bei mindestens drei Anmeldungen neu eingerichtet. Die SPD hatte sich dafür stark gemacht, in den Kindertagesstätten im gesamten Stadtgebiet – also auch in der Kernstadt – Kinder ab dem zweiten Lebensjahr aufzunehmen. Dieser Antrag fand keine Mehrheit. Zudem empfahl der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie, eine weitere Krippengruppe einzurichten.

Einbeck. Im Februar 2010 wurden verbindliche Belegungszahlen für Gruppen und Kleingruppen in Kindertagesstätten festgelegt – vor dem Hintergrund, dass damals die erste Krippengruppe der Lebenshilfe noch nicht voll belegt war. Nach Fertigstellung der Krippe hat sich die Situation verändert, man geht von einer völlständigen Belegung aus. Aber: In den Ortschaften gibt es Anmeldungen »in erheblichem Umfang«, die bisher nicht berücksichtigt werden konnten. Deshalb sollte eine Sonderregelung für die Ortschaften gelten, so dass mehr als drei Kinder ab Vollendung des zweiten Lebensjahres aufgenommen werden können.

Dass verstärkt Kinder unter drei Jahren in den Kindertagesstätten betreut werden sollen, stellte Margrit Cludius-Brandt für die SPD heraus. Der Bedarf sei da, in Vogelbeck bereits im vergangenen Jahr. Wenn ein Kinder älter als zwei Jahre sei, wollten die Eltern es nicht mehr in der Krippe anmelden, sondern in einem Kindergarten, um einen schnellen Wechsel zu vermeiden. Diese Möglichkeit wollte die SPD ihnen in den Ortschaften und in der Kernstadt ermöglichen.

Für die Mehrheitsgruppe betonte Anne Trybuhl, dass man auf mehr Flexibilität setze und hoffe, damit den Familien entgegen zu kommen: Bei fünf Anmeldungen (bisher acht) können Klein- in Regelgruppen verändert werden, bei drei (bisher fünf) Anmeldungen werden Kleingruppen eingerichtet – allerdings nur in den Ortschaften. Damit würden aber »künstliche Gräben« zwischen Kernstadt und Ortschaften errichtet, meinte Marcus Seidel, SPD. Der Vorschlag der Mehrheitsgruppe fand Zustimmung, der Antrag der SPD wurde abgelehnt.

Außerdem empfahl der Ausschuss die Einrichtung einer weiteren Krippengruppe. Die SPD machte sich für eine zweite Krippengruppe am  Kindergarten Deinerlinde stark, fand dafür aber keine Mehrheit.

Eine weitere Krippengruppe muss aufgrund gesetzlicher Vorgaben installiert werden. 140 Plätze sind erforderlich. Es gibt 45 Krippenplätze, für die Betreuung von Kindern ab zwei Jahren stehen in altersübergreifenden Gruppen 45 Plätze zur Verfügung. Hinzu kommen 37 Plätze in der Kindertagespflege, die jedoch nicht komplett in Anspruch genommen werden.

Interesse an einer Krippengruppe hat der Kindertagesstättenverband Leine-Solling signalisiert, der einen Anbau an den Regenbogenkindergarten ins Gespräch gebracht hat. Der evangelisch-freikirchliche Arbeitskreis für christliche Sozialarbeit favorisiert eine Krippengruppe für den Kindergarten »Schatzkiste« in der Wagnerstraße. Die kostengünstigste Lösung scheint eine zweite Krippengruppe am Kindergarten Deinerlinde zu sein. Der Förderantrag für die Einrichtung einer Krippengruppe muss umgehend gestellt werden. Der Ausschuss befürwortete die neue Krippengruppe, die Entscheidung, welcher Einrichtung die Krippengruppe angeschlossen werden soll, trifft der Verwaltungsausschuss.Ausdrücklich gelobt wurde die Arbeit des Einbecker Kinder- und Familienservicebüros. Der Vorsitzende des Lokalen Bündnisses, Peter Traupe, verwies auf die herausragende Bedeutung der Einrichtung am Hallenplan als Anlauf- und Beratungsstelle. Einig waren sich die Fraktionen im Ausschuss, dass hier kompetente Arbeit geleistet werde. Die Förderung des Landes läuft jedoch aus. Die Jugendstiftung des Landkreises wird den Anteil der Förderung – 50 Prozent – übernehmen. Je 25 Prozent finanzieren bis Ende 2013 der Landkreis und die Stadt. Der Ausschuss empfahl, 22.764 Euro je Jahr in den Haushalt einzuplanen.

Kindertagesstätten sind für Kommunen ein Zusatzgeschäft – für die Stadt Einbeck ergibt sich ein Defizit von 1,829 Millionen Euro pro Jahr. Damit besteht bei einem Halbtagsplatz eine Unterdeckung in Höhe von 1.980 Euro, bei einem Ganztagsplatz in Höhe von 3.960 Euro und bei einen Drei-Viertel-Platz in Höhe von 2.960 Euro.Zum großen Teil gleich gehandhabt werden nun die Zuschüsse für Fahrten und Freizeiten, stellte Dietlind Ostermann, SPD, erfreut fest. Die Bezuschussung erfolgt künftig nur noch durch den Landkreis: erhört auf fünf Euro wurde der Zuschuss für Freizeiten im Inland, auf sieben Euro für Freizeiten im Ausland, auf sieben Euro bei der Betreuung ausländischer Gastgruppen und auf 15 Euro, wenn bei der Teilnahme an einer Freizeit eine wirtschaftliche Benachteiligung vorliegt.

Mit 1.137 Euro gefördert wird nach dem Willen des Ausschusses die Anschaffung einer Trompete für die Musikfreunde Sülbeck-Drüber.sts

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