Die Eingangshalle der alten Neustädter Kirche

Einbeck. Der Eingang an der Südseite der alten Neustädter Kirche – damals als »Brauttür« bezeichnet – konnte in seiner schlichten Ausführung durchaus beeindrucken: Unter einem großen, lichtgebenden Fenster mit einem kunstvoll gegliederten Oberteil war eine kleine Vorhalle mit vier Seitentürmen (»Fialen«) – zwei an jeder Seite; doppelte, halbrunde Sandsteinbögen (»Rippen« oder auch »Dienste«) bildeten einen Rahmen, und ein Kranz von Stein-Rosetten um den spitzen Bogen gab eine einfache Würde.

1826 war die Kirche bei dem großen Brand der Südstadt zur Ruine geworden, sie war aber unter großem finanziellen Aufwand wieder aufgebaut – gegen starke Kräfte, die dort einen Exerzierplatz für die Soldaten aus der Kaserne in der Baustraße hatten anlegen wollen, In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte sich an der nördlichen Ostwand ein Riss im Mauerwerk, der als Begründung für den Abriss 1962/1963 angeführt wurde.

Die obere Denkmalsbehörde in Hannover hatte verfügt, die Sakristei und der Eingang sollten als Denkmal erhalten bleiben, etwa wie die Vorhalle des Goslarer Doms vor der Kaiserpfalz dort oder eine Sakristei in Hannover am Klagesmarkt mit dem Grab des Dichters Ludwig Hölty. Doch trotz der Verfügung der übergeordneten Denkmalsbehörde beschlossen die hier für die Denkmalspflege Verantwortlichen, alles platt zu machen; die beiden Kronleuchter kamen zum Alt-Eisen, und der Neustädter Kirchplatz wurde »zu einem Schmuckund Parkplatz hergerichtet« – so schrieb der Denkmalpfleger damals im Einbecker Jahrbuch.

Pläne, auch die in ihrem Hauptteil wohl um 1500 erbaute, gotische Bartholomäus-Kapelle (Sertürner-Kapelle) an der Straße nach Salzderhelden abzureißen, wurden, als die Zeit des wilden Zerstörens vorüber war, nicht mehr durchgeführt.D.A.

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