Die Kleinen sind »unglaublich liebenswert«

Geputzt, gehoben, geschoben: PS.Depot Kleinwagen im Rahmen des Störy-Revival-Treffens eröffnet

Bei der Rückkehr von der Ausfahrt nach Alfeld gab es viel Beifall für die Teilnehmer – die Kleinen sind halt echte Sympathieträger.

Einbeck. »Das gibt’s ja gar nicht!» Einer der ersten Besucher im neu eröffneten PS.Depot Kleinwagen steht, eine Limonade-Flasche in der Hand, geradezu andächtig auf den ersten Metern der Halle in der Schusterstraße, dreht sich langsam um die eigene Achse – und staunt. Und gleich darauf sieht man überall Besucher, fachkundig in Fachsimpeleien vertieft. »Man findet hier einfach alles«, was der Vorsitzende des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut, Carsten Müller, vor der Eröffnung des Depots festgestellt hatte, man sah es bestätigt.

Der Vorstand der Kulturstiftung Kornhaus, Holger Eilers, hieß die Gäste, darunter viele Teilnehmer des Störy-Revival-Treffens samt Fahrzeugen, auf dem Hof in der Schusterstraße willkommen. Ein Depot, stellte er fest, sei keine Inszenierung, sondern ein Lager: Die Besucher-her sehen hier etwa 150 Fahrzeuge, teilweise auf Regalen angeordnet – wie in einem Setzkasten.

Von einem »Mekka für Freunde automobiler Kultur« war erneut die Rede, von Erlebnissen für Groß und Klein aus Zeiten, die man sich kaum noch vorstellen könne. Sechsköpfige Familien in der Isetta waren kein Problem, viele Kinder seien auf der Hutablage mitgefahren, und heute werde es vier Personen im Auto A3 zu eng, wunderte sich Carsten Müller. Was im Depot gezeigt werde, bilde das wirkliche Leben jener Zeit ab. Das Hobby Kleinwagen sei »unglaublich liebenswert«, und dafür habe er in seiner eigenen Familie einen Lackmustest gemacht. Er selbst sei »schwer infiziert« vom Oldtimer-Virus und er freue sich unglaublich, dass auf Initiative von Karl-Heinz Rehkopf die Störy-Sammlung wiederbelebt werde. Aber hier seien sogar seine Eltern dabei, zum zweiten Mal überhaupt: »Das interessiert also wirklich.« Das Thema belebe die Region, und dafür sei dem PS.SPEICHER gerade auch mit seinen Ehrenamtlichen zu danken, sagte der »Oldtimer-Mann im Bundestag.«

Geputzt, gehoben, geschoben: In den vergangenen Wochen gab es kaum etwas anderes für Martin Everding und Bodo Marx, die Ehrenamtlichen, die unglaublich viel Zeit im Depot verbracht haben. Dabei haben sie auch Fahrzeuge zum Laufen gebracht; neun Kleinwagen haben an der Ausfahrt des Störy-Revival-Treffens zum Fagus-Werk in Alfeld teilgenommen. Und sie wollen nicht allein bleiben, sondern weitere Helfer sind gesucht. Was wird geboten: Neben dem Putzen und Schieben darf natürlich auch gefahren werden. Ein Kern von etwa zehn Ehrenamtlichen wäre notwendig, um regelmäßige Öffnungszeiten, analog zum PS.Depot Lkw + Bus, zu ermöglichen.

Gruppen können jetzt schon nach Voranmeldung jederzeit geführt werden; für die Öffentlichkeit soll es in diesem Jahr noch zwei Termine geben: anlässlich des PS.Geburtstags am 21. Juli sowie am 30. September.

Ehrenamtliche sind auch im Einsatz, wenn es darum geht, den Besuchern Geschichte und Geschichten rund um die Kleinwagen zu vermitteln: Die PS.Piloten haben sich seit Monaten darauf vorbereitet, sich Wissen angelesen und sich ausgetauscht.

Die Fahrzeuge sind markenorientiert geordnet, wie PS.Pilot Rüdiger Nagel verriet. Seltene Stücke seien ebenso dabei wie Skurrilitäten, aber auch Bekanntes. Auf etwa 2.000 Quadratmetern werden Erinnerungen und Emotionen lebendig.

Andere teilhaben lassen an diesem Hobby, dazu diente die Ausfahrt des Treffens. »Auch kleine Autos machen gerne große Ausflüge«, so der PS.SPEICHER zu dieser Ausfahrt. Viel Applaus gab es bei der Parade vom Festplatz zur SPEICHER-Rampe. Und beim gemütlichen Ausklang beim Fahrerabend wurden schon Termine geschmiedet: Ein zweites Störy-Revival gibt es vom 13. bis 16. Juni 2019.ek

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