Die Luftaufnahme zeigt das Einbecker Freibad im Jahr 1960. Zum 100-jährigen

Jubiläum haben sich viele Einbecker mit Fotos und Geschichten an »ihr« Freibad erinnert.

Unvergessen: Wasser, Wiese und der Kiosk 100 Jahre Freibad Einbeck: Einbecker haben sich in Geschichten und Anekdoten erinnert | Wertkarten als Dank

Einbeck. 100 Jahre Freibad in Einbeck können in diesem Jahr begangen werden. Die geplante große Feier ist aufgrund der Corona-Krise leider nicht möglich. Die Stadtwerke als Betreiber des Bades haben aber dennoch an ihrer gemeinsamen Aktion mit der Einbecker Morgenpost festgehalten und die Einbecker um die schönsten Bilder und Geschichten aus dem Freibad gebeten. Nachdem vor kurzem bereits die ausgewählten Fotos in der »EM« zu sehen waren, kommen hier die sechs treffendsten Geschichten oder Anekdoten zum Jubiläum.

Zum Schmunzeln gebracht haben die Mitarbeiter der Stadtwerke, die als Jury fungiert haben, diese witzigen, spritzigen Storys, die auch gern wieder mit einer Wertkarte in Höhe von 30 Euro für das Hallen- und Freibad belohnt werden. Nachfolgend ein paar Auszüge aus den Einsendungen.

1. »Sommer 1945. Berta P. hielt sich in Wittrams Kramp (am Schwimmbad) auf und sammelte Äpfel, stieß mit ihrem Haardutt an den Ast des Baumes, an dem ein Bienenschwarm hing, der sofort über die Frau herfiel. Sie rannte sofort über den Steg und stürzte sich in voller Montur in das große Schwimmbecken. Bademeister W. pfiff, und alle Badegäste verließen das Wasser. Berta P. tauchte im Becken unter und die Bienen fanden sie nicht. Die Bienen suchten das Weite, und Berta P. kletterte pudelnass an Land. Das Gelächter der Badegäste war groß.«

2. »Nach Kriegsende wurde der Schulbetrieb an der ehemaligen Mittelschule auf dem Möncheplatz wieder aufgenommen. Als reine Mädchenklasse ging es einmal die Woche in das Freibad. Die Mädchen mussten sich, um den Kopfsprung zu lernen, an den Beckenrand knien, Kopf zwischen die erhobenen Arme nehmen, sich vorbeugen und auf den Stoß der Lehrerin warten. Die Lehrerin selbst ging nie ins Wasser. Anneliese flüsterte mir einmal zu: ›Heute zieh ich sie mit rein‹, und das tat sie auch. Von da an war die verhasste Stoßerei vorbei, und wir haben den Kopfsprung auch ohne das Dazutun der Lehrerin gelernt.

3. »Das war wirklich eine schöne Zeit«, sagt Heike S. »Ich bin mit meinen Eltern jedes Wochenende unter UNSEREN Baum auf der großen Wiese gewesen. Es gab Kartoffelsalat und aus dem Kiosk ein Eis. Alle Freunde waren da, und mein Vater hat mit den ganzen Kindern Fußball und so weiter gespielt. Das ist meine Erinnerung an das schöne Schwimmbad.«

4. »Mein Opa und ich sind ins Schwimmbad gegangen, weil ich schwimmen lernen sollte. Opa und Bademeister waren alte Turnerfreunde. Alle drei gingen wir am Beckenrand entlang und sprachen miteinander. Frage vom Bademeister: ›Du willst schwimmen lernen?‹ ›Ja!‹ Dann ein Schubs vom Bademeister, und ich platschte ins Becken. Mit hastigem Hundepaddeln und so weiter hielt ich mich über Wasser. Bademeister: ›Ruhig, mein Junge‹, mit Rettungsstange hinter mir. Eine halbe Bahn gepaddelt und zurück. Bademeister: ›Geht doch!‹ Und Alfred konnte SCHWIMMEN.

5. »Meine Erinnerung an das Freibad ist der Kiosk. In einer Traube anstehen für eine Maus und eine Lakritzschnecke und dann stolz wie Oskar mit der Tüte zurück zur Decke. Ich bin mit meiner kleinen Schwester und meinem neuen orangenen Klapprad von Salzderhelden zum Freibad geradelt. Fahrrad abstellen, an der kleinen Kasse die Dauerkarte zeigen, auf die kleine Liegewiese bei den Freunden die Sachen ablegen und dann in das herrliche Wasser gesprungen. Ach ja! Und dann fuhr die Molli vorbei und hat getutet.«

6. »Ich erinnere mich an die Hecken mit der roten Frucht, und wenn die Jungens die aufgemacht haben und uns Mädchen mit dem Juckepulver eingeschmiert haben, war das furchtbar.«oh

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