Die Rückkehr der Langsamkeit

Einbeck. Im Zuge der Corona-Krise heißt es nun für alle, den Alltag umzukrempeln. Um die Langeweile zu vertreiben, bietet sich ein Spaziergang im Wald an. Das sonnige Wetter am Mittwochnachmittag haben schon einige genutzt, um beispielsweise »an den Teichen« in die Natur einzutauchen – jedenfalls waren am Waldeingang außergewöhnlich viele Autos geparkt. In diesem Gebiet kann man zurzeit die Krötenwanderung beobachten.

Jedes Frühjahr er­wachen Frösche und Kröten aus ihrer Winterstarre. Das passiert, wenn es wärmer wird und es nachts nicht mehr kälter als 5 Grad Celsius ist. Meist ist das um den 20. März herum.

Millionen von Erdkröten machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei riskieren sie ihr Leben, denn ihr gefährlicher Weg führt oft über Straßen hinweg. Wenn ein Krötenpaar auf Wanderung geht, dann trägt das Weibchen trägt das Männchen huckepack. Fast alle Tiere ziehen gleichzeitig los.

Die Kröten wissen ganz genau, wo sie hinwollen, auch wenn sie für den Weg manchmal mehrere Nächte brauchen. Erdkröten legen ihre Eier nämlich immer genau in dem Gewässer ab, in dem sie selbst geboren wurden. Ihren Weg finden sie mit Hilfe ihres Instinkts, aber sie orientieren sich auch an Mond und Sternen, Gerüchen und Geräuschen. Gefahren lauern dabei vor allem auf den Straßen. Weil die Kröten von den Autofahrern im Dunkeln nicht gesehen werden, werden viele von ihnen überfahren. Übrigens wandern nicht nur die Erdkröten im Frühjahr ans Wasser zurück, um ihre Eier – den Laich – abzulegen. Das tun auch andere Amphibien. Doch viele haben kürzere Wege oder wandern nicht alle gleichzeitig.sts

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