Ein gutes Beispiel für das gesamte Quartier

Förderverein Alte Synagoge stellt Baufortschritt vor | Blick auf Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz

»Wo stehen wir, wo wollen wir hin?« Eine Bestandsaufnahme hat der Vorstand des Fördervereins Alte Synagoge in Einbeck jetzt gegeben. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Baudirektor Gerald Strohmeier und Peter Sobeck vom Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt waren eingeladen, sich beim Förderverein und den beteiligten Handwerkern zu informieren, was sich bisher am Gebäude in der Baustraße 15a getan hat, begleitet von vielen interessierten Nachfragen.

Einbeck. Jüngste Maßnahme war der Einbau der Fenster vor wenigen Wochen, berichtete der Vorsitzende des Fördervereins, Frank Bertram. Überrascht sei man über eine »Fundsache«: »Diese Sinagoge wurde für Wohnhaus umgebaut im Jahre 1907 4/6 Karl Pleschotzky Tischlermstr.« ist darauf zu lesen. Das bestätige das bisherige Wissen zum Gebäude, das um 1800 als Landsynagoge erbaut wurde. Nach dem Neubau der Synagoge in der Bismarckstraße wurde es 1906 verkauft, umgebaut und als Wohnhaus genutzt. Die Tafel belege zudem, dass der Förderverein hier tatsächlich ein Denkmal saniere.

Mit der Lage in der Baustraße fällt die Alte Synagoge in das Fördergebiet Städtebaulicher Denkmalschutz – eine Chance für den Förderverein, Unterstützung bei der Sanierung zu erhalten. Bei der Arbeit mit heimischen Handwerkern, erläuterte der Vorsitzende, gehe es in der kommenden Zeit darum, die Infrastruktur des Gebäudes herzustellen, Elektrizität, Wasserleitungen, Ver- und Entsorgung. Das alles kann im Nebengebäude an der Nordseite untergebracht werden, genau wie Toilette, Heizung und eine kleine Teeküche. Platz für einen Abstellraum ist dort ebenfalls. So ausgestattet, werde das Gebäude künftig noch besser nutzbar sein, versicherte er. Dieses Nebengebäude sei ein »Segen«, ermögliche es doch, dass der rund 80 Quadratmeter große Raum der Synagoge in vollem Umfang zur Verfügung stehe, ohne dass etwas für Nebennutzungen abzugeben sei.

Der letzte Bauabschnitt, kündigte Frank Bertram an, werde der Wiedereinbau der Frauenempore an der Westseite sein, mit eigener Tür und separatem Eingang. Es gebe allerdings keine original Baupläne und keine Innenfotos des ursprünglichen Zustands der Synagoge, nur eine Beschreibung von 1890. Bei der Sanierung könne man sich nur an vergleichbaren Gebäuden orientieren.

»Baut ihr die Synagoge als solche wieder auf?«, diese Frage müsse man verneinen, sagte Bertram weiter. Es gehe dabei nicht darum, die geschichtlichen Spuren zu leugnen, aber man habe ein anderes Konzept für den Wiederaufbau: Geplant sei ein Ort der Begegnung und des Dialogs, für öffentliche Veranstaltungen und vielfältige Anlässe, die Menschen zusammenkommen lassen. Vorgesehen sei aber auch eine Ecke, die die Geschichte des Gebäudes beleuchte, und er habe sich vorgenommen, weitere Nachforschungen zu Tischlermeister Pleschotzky anzustellen.

Das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz sehe eine nachhaltige Nutzung bei der Instandsetzung historischer Gebäude vor, stellte Baudirektor Gerald Strohmeier fest. Über die Förderung könne eine Rentierlichkeit geschaffen werden, die aus dem Ertrag heraus nicht möglich sei. Für den Verein gehe es jetzt darum, ein Konzept zur weiteren Fertigstellung zu entwickeln und dazu, wie er das Projekt in einzelnen Abschnitten schultern will. Dabei werde auch die Rolle der Alten Synagoge im Quartier eine Rolle spielen. Das Konzept wird dann von der Verwaltung geprüft, der Verwaltungsausschuss wird entscheiden, ob eine Förderung möglich ist. Ein solcher Ort der Stille und des Gedenkens, aber auch der Begegnung, wie er hier geschaffen werde, gebe Impulse für das gesamte Quartier, war Strohmeier sicher. Das sei lebendige Stadtsanierung, wie man sie sich mit dem Programm auch wünsche. Damit gebe die Alte Synagoge zugleich ein Beispiel für andere Denkmaleigentümer ab, sich ebenfalls um entsprechende Unterstützung zu bemühen.

Eine solche Tafel, wie man sie gefunden habe, sei gar nicht so selten, berichtete er weiter: »Wohl dem, der Spuren findet als Zeugnis der Geschichte.« Vielleicht, so Strohmeier, werde auch die heutige Generationen Spuren hinterlassen - unter anderem mit guter handwerklicher Arbeit, lobte er die beteiligten Firmen. Namentliche Spuren gibt es bereits, denn Förderer hatten die Möglichkeit, Dachziegel signieren gegen eine Spende signieren lassen.ek



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