Ein Verein, der sich Veränderungen stellt

SPD-Projektsommer besucht zum Auftakt der Veranstaltungsreihe den Einbecker Sportverein | Breites Angebot

Den Einbecker Sportverein hat die Kernstadt-SPD zum Auftakt ihres Projektsommers besucht. Dabei gab es theoretische Informationen über den Verein und praktische Verführungen aus dem Leistungsturnen und dem Aikido.

Einbeck. Ein großer Verein mit einem umfassenden Angebot und einer langen Tradition: Der Einbecker Sportverein (ESV) war die erste Station des diesjährigen Projektsommers der Kernstadt-SPD. »Wir hören uns um« lautet das Motto für die Sommerferien-Besuche; zum 150-jährigen Bestehen der Partei in Einbeck steht die Arbeiter-, Bürger- und Industriegeschichte diesmal beim Programm besonders im Vordergrund.

Für die Projektsommer-Teilnehmer bedankte sich die Vorsitzende der Kernstadt-SPD, Rita Moos, für die Möglichkeit, den Verein kennenzulernen. Die Besucher wurden vom ESV-Vorsitzenden Wulf Mißling im Vereinsheim willkommen geheißen. Der Verein habe mit seinen 13 Abteilungen nicht nur eine sportliche, sondern auch eine gesellschaftliche Funktion, führte er aus. Alle Altersklassen sollen angesprochen werden, und es sei wichtig, Gemeinschaft zu pflegen und zusammen etwas zu unternehmen. Stärker als früher wolle sich man deshalb auch in der Stadtgesellschaft engagieren. So hat sich der ESV bereits mit einem Getränkestand am Eulenfest beteiligt, und alle Interessierten, auch Nichtmitglieder, sind willkommen zur Veranstaltung rund um die Bannmeile im September.

Den ehemaligen Kindergarten am Lönsweg habe der damalige Turnclub Einbeck als Sportheim übernehmen können, führte der Ehrenvorsitzende Hein-Peter Balshüsemann aus. Umfassend wurde das Haus saniert beziehungsweise verändert: Es gab Anbauten und energetische Maßnahmen. Entstanden sind ein gut genutzter Kraftraum, »unsere Mucki-Bude«, eine Küche mit direktem Zugang zur Terrasse, ein Jugend- und ein Versammlungsraum. Es steht viel Platz für Geräte zur Verfügung, die wiederum benötigt werden, um ein breites Angebot vorhalten zu können.

Vorläufer des ESV waren der 1880 gegründete Turnclub Einbeck und der SVE, 1893 aus der Taufe gehoben, die sich 2006 zum Einbecker Sportverein zusammengeschlossen haben. Damals hatte der neue Verein 1.750 Mitglieder, und die Zahl stieg zunächst noch an. Seit 2010/11 bemerke man aber einen Rückgang beziehungsweise den demografischen Wandel, führte Wulf Mißling aus. Im ersten Quartal dieses Jahres hatte der ESV 1.411 Mitglieder, wobei die stärkste Altersgruppe die der 61-Jährigen und älter ist. Allerdings sind auch Kinder und Jugendliche gut vertreten, wohingegen es bei den jüngeren Erwachsenen einen Rückgang gab und gibt. Viele von ihnen würden jedoch nach beruflicher Orientierung und Familienphase wiederkommen. Mit zunehmendem Alter, das weiß der Vereinsvorstand, ändert sich auch die Struktur der sportlichen Betätigung. In fast allen 13 Abteilungen gibt es mehr Frauen als Männer.

Zu den Abteilungen gaben der Vorsitzende und Vorstandsmitglied Martina Voigt Erläuterungen, ergänzt durch Ausführungen von Vereinsmitarbeiterin Silke Schulte. Geboten werden Aikido, Ball und Spiele, Breitensport, Fechten, Fitness, Gesundheitssport, Karate, Leichtathletik, Leistungsturnen weiblich, Tanzen, Turnen, Wandern und Wassersport. außerdem – bei Bedarf – Kurse wie Ballett, Zumba, Rückenfit oder Pilates. In einigen Abteilungen wird auch mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet, und zurzeit wird beim Tanzen wieder eine Integrationsgruppe aufgebaut. War Ballsport früher ein Zentrum des Vereins, ist es inzwischen Gesundheitssport. Dazu gehören unter anderem Herzsport auf ärztliche Verordnung und Arthrosesport. Geplant ist noch eine Lungensportgruppe. Die Abteilung Ball und Spiele möchte der Verein gerade wieder aufbauen. Die meisten Mitglieder hat die Turnabteilung, und hier sowie in der Leichtathletik ist auch der Nachwuchs stark vertreten. Übungsleiter sind immer gefragt, insbesondere im Seniorenbereich. Bei der Entlohnung der gut qualifizierten Kräfte stehe man aber auch in Konkurrenz zu Fitnessstudios, stellte der Vorsitzende fest.

Gut entwickelt hat sich über die Jahre der Bereich Walking. Hier ist, ebenso wie beim Wandern, die Gemeinschaftspflege ein wichtiger Aspekt für die Mitglieder. Sehr erfolgreich ist die Leichtathletik, wo es Hammerwerfer Raphael Winkelvoss zum Deutschen Jugendmeister und zum dritten Platz bei den Weltmeistschaften brachte.

Das Vereinsheim wird von unterschiedlichen Gruppen genutzt, sowohl vormittags als auch abends gibt es Angebote. Durchschnittlich bis zu 30 Aktive sind täglich vor Ort.

Dass sie nicht nur zahlenmäßig, sondern auch sportlich eine starke Truppe sind, haben die Aktiven des Leistungsturnens weiblich den Gästen ganz praktisch gezeigt. Mit einer beeindruckenden Vorführung haben die Mädchen und jungen Frauen, moderiert von Dietlind Ostermann, einen Einblick in ihr Training gegeben. Viel Beifall gab es danach auch für eine Aikido-Verführung, wobei Abteilungsleiter Karsten Leser im Anschluss viele Fragen beantworten musste.

Der SPD-Projektsommer wird am kommenden Dienstag, 16. Juli, fortgesetzt. Dann steht die Evangelisch-lutherische Gemeinde im Mittelpunkt. Treffen ist um 18 Uhr an der Marktkirche St. Jacobi. Alle Interessierten sind dazu willkommen.ek