Ein zweites Leben für die Schiene

Reparaturarbeiten an den Gleisen der Ilmebahn im Bereich Münsterkamp/Langer Wall

Die kompakte Fräsmaschine reprofilierte die Gleise.

Einbeck. Die verengte Spur und Abnutzungen machten jetzt Reparaturarbeiten an den Gleisen der Ilmebahn im Bereich zwischen dem Bahnübergang Münsterkamp und Langer Wall notwendig.

Die Messungen vor der Bearbeitung hatten vor allem in einem 200 Meter langen Bogen eine erhebliche Spurverengung von zwei bis drei Millimetern und zusätzlichem Grat festgestellt. Ein solcher Zustand lässt den Regelzugbetrieb nicht zu. Zum einen sollte durch Spurkorrekturfräsen diese verschleißbedingte Spurverengung behoben, zum anderen die optimale Schienenkopfgeometrie auf dem gesamten Streckenabschnitt wiederhergestellt werden.

Die Ilmebahn beauftragte die Firma Vossloh Rail Services mit den Fräsarbeiten. Im Vergleich zum Schienenschleifen können beim Fräsen – einem schneidenden Verfahren – wesentlich höhere Materialabträge in einer Überfahrt – an der Fahrfläche standardmäßig bis 1,8 Millimeter und an der Fahrkante maximal fünf Millimeter – erzielt werden. Daher können auch Schienenfehler, die bereits weit fortgeschritten sind, sicher entfernt werden.

Ein weiterer Vorteil von Fräsmaschinen ist die vollständige Profilabdeckung in nur einer Überfahrt. Durch die exakte Reprofilierung wird die Schiene nahezu in den Neuzustand versetzt.Bei den Arbeiten zahlten sich die besonderen Vorteile der kleinen kompakten Fräsmaschine aus. Nicht nur, dass sie prädestiniert für kurze zu bearbeitende Streckenabschnitte ist, die einfache Logistik ermöglichte eine unkomplizierte Zuführung und ein schnelles Ein- und Ausgleisen.

In der vergangenen Woche kam Vossloh Rail Services mit ihrer eigens entwickelten kompakten Fräsmaschine zum Werksgelände der Ilmebahn. Schnell eingegleist im Betriebshof der Ilmebahn, konnte die Schienenbearbeitung umgehend beginnen. Durch die kurzen Wege von der Eingleisstelle zum ersten kurzen Bereich direkt am Betriebshof und zur eigentlichen kritischen Stelle in rund 250 Metern Entfernung, konnten beide Abschnitte unkompliziert in Eigenfahrt erreicht und bearbeitet werden.

In nur einer Überfahrt konnte der 200 Meter lange Bogen in der Spur berichtigt und exakt reprofiliert werden. Die Nachmessungen zeigten, dass die Schiene durch die mobile Schienenfräsmaschine von Vossloh nahezu in ihren Originalzustand zurückversetzt werden konnte – wirtschaftlich sinnvoll, ist doch ein Schienenwechsel teurer.

Mit Rücksicht auf den Schulbetrieb, wurden die Fräsarbeiten extra nach Schulschluss angesetzt. Aber auch um diese Tageszeit bekamen die Anlieger von dieser Instandsetzungsmaßnahme eher wenig mit, weil die Maschine leise ist und damit für den innerstädtischen Einsatz sehr gut geeignet ist. Damit wäre die Strecke zwischen den Übergängen Münsterkamp und Langer Wall nun langfristig wieder für den Schienenpersonennahverkehr einsatzbereit.sts

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